Ein neuer Hexagon-Bericht zeigt, dass große Probleme bei der Datenverfügbarkeit und -qualität die Einführung von Technologien wie KI, Automatisierung und digitale Zwillinge in der Fertigung behindern. Fast 40 Prozent der Hersteller sind Nachzügler bei der Automatisierung und laufen Gefahr, hinter ihren Konkurrenten zurückzubleiben.
Wer in der Fertigungsindustrie seine Daten nicht nutzt bzw. nicht nutzen kann, wird bald ins Hintertreffen geraten – so die Ergebnisse eines Berichts von Hexagon.
(Bild: Hexagon)
Ein neuer Bericht von Hexagon zeigt: Hersteller, die es versäumen, ihre Daten in Ordnung zu bringen, laufen Gefahr, gegenüber ihren Konkurrenten ins Hintertreffen zu geraten. Die von Forrester Consulting durchgeführte und von Hexagon in Auftrag gegebene weltweite Umfrage unter mehr als 500 Führungskräften in der Fertigungsindustrie ergab, dass 98 Prozent der Hersteller mindestens einen Konflikt mit Daten in ihrem Unternehmen haben. Führungskräfte erwägen die Einführung von Echtzeit-Kollaboration, KI und Automatisierung, aber anhaltende Datenprobleme ersticken Innovationen und behindern die Einführung solch fortschrittlicher Fertigungstechnologien.
Der Advanced Manufacturing Report zeigt, dass sich die Art und Weise, wie hochwertige Produkte entwickelt und hergestellt werden, durch drei grundlegende digitale Faktoren verändert:
Datennutzung und Zusammenarbeit – die großen Probleme der Hersteller
Diese Datenprobleme haben dazu beigetragen, dass 97 Prozent der befragten Hersteller mit Konflikten bei der Zusammenarbeit und Produktivität konfrontiert sind. Dies kann sich auf ihre Innovationsfähigkeit auswirken. Das ist den meisten Führungskräften bewusst: Sie sind sich darüber im Klaren, dass eine bessere Zusammenarbeit die Produktqualität (88 Prozent), die Markteinführungszeit (86 Prozent) und auch die Nachhaltigkeit verbessern kann. 82 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass eine bessere Kommunikation zwischen Design- und Fertigungsteams die Materialverschwendung und die Emissionen erheblich reduzieren kann. Dennoch macht sich fast drei Viertel (71 Prozent) der Unternehmensleiter Sorgen über die mangelnde Synergie zwischen ihren Design- und Fertigungsteams.
„Es ist eine Ironie des Schicksals, dass das Fertigungsgewerbe die Automatisierung und die agilen Praktiken erfunden hat, die momentan den Wandel in anderen Branchen vorantreiben – während die Fertigungsindustrie selbst mit der Transformation zu kämpfen hat“, so Josh Weiss, Präsident von Hexagon Manufacturing Intelligence. Aber die Digitalisierung der Wertschöpfungskette in der Fertigung sei eine sehr reale, komplexe und menschliche Herausforderung. Ein entscheidender Faktor, um Fabriken intelligent zu machen, seien Digitale Zwillinge. „Mit ihnen können Teams Probleme abteilungsübergreifend lösen und innovieren. Sie liefern hochwertige Daten, die die Grundlage für produktivitätssteigernde Technologien wie KI und Robotik bilden.“
Produkte schneller auf den Markt bringen
Weiss ist sich sicher: „Diejenigen, die ihr Unternehmen jetzt in die Lage versetzen, Daten effektiv zu nutzen, können eine effizientere Wertschöpfung vorantreiben und Produkte schneller auf den Markt bringen, da sie sich flexibel an die Marktbedingungen anpassen können. Wir konnten beobachten, wie die Verbraucherelektronik den Wandel zu einer rasanten Produktentwicklung anführte – und jetzt hat BYD den Automobilsektor erschüttert, indem es Tesla als Marktführer für Elektrofahrzeuge überholt hat.“
An der Studie nahmen Führungskräfte der Fertigungsindustrie aus Nordamerika, Asien und Europa teil. 24 Prozent der Befragten waren leitende Angestellte. Die Umfrage ergab, dass der Zugang zu qualitativ hochwertigen Daten zwar ein allgemeines Problem zu sein scheint, die asiatischen Hersteller ihre Daten jedoch selbstbewusster einsetzen – beispielsweise durch Simulation, virtuelle Fertigung und vorausschauende Wartung. So können sie Probleme im nachgelagerten Bereich vorhersagen und umgehen, um schwerwiegende finanzielle Auswirkungen zu vermeiden.
Marktführer punkten mit funktionierender Datennutzung und Automatisierung
Nur 2 Prozent der Hersteller geben an, dass ihre Datenprozesse problemlos funktionieren. Die große Mehrheit der Unternehmen läuft Gefahr, ihre Geschäftsziele zu gefährden, wenn sie jetzt nicht handelt. Führungskräfte aus dem verarbeitenden Gewerbe nennen ihre wichtigsten Geschäftsprioritäten für die nächsten drei Jahre:
die Verbesserung der betrieblichen Effizienz,
die Steigerung des Produktionsausstoßes und
die schnellere Verbesserung der Qualität neuer Produkte.
Doch diese Vorhaben könnten auf der Kippe stehen, wenn die für den Erfolg der Digitalisierung erforderlichen unternehmensweiten kulturellen und technischen Veränderungen nicht vorangetrieben werden.
Stand: 08.12.2025
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Die Ergebnisse zeigen auch, dass 37 Prozent der Hersteller hinter ihren Konkurrenten zurückbleiben und als „Nachzügler“ betrachtet werden müssen, da sie keine einzige Phase ihres Fertigungsprozesses hochgradig oder vollständig automatisiert haben. Dem gegenüber steht ein Viertel der Hersteller, die als „Marktführer“ gelten, da sie mindestens zwei Phasen ihrer Fertigungsprozesse hochgradig oder vollständig automatisiert haben.
Die Untersuchung zeigt, dass die Marktführer einen deutlichen Vorsprung bei der Produktivität und Effizienz ihrer Mitarbeiter gegenüber Nachzüglern haben:
58 Prozent der führenden Unternehmen berichten über eine gesteigerte Mitarbeiterproduktivität und Innovation – gegenüber 35 Prozent bei den Nachzüglern.
39 Prozent der führenden Unternehmen gehen effektiv gegen Fachkräftemangel vor – gegenüber 26 Prozent bei den Nachzüglern.
Asiaten schreiten voran bei der generativen Automatisierung
Hersteller auf der ganzen Welt setzen auf fortschrittliche Automatisierungstechnologien, um die Produktivität weiter zu steigern. Interessanterweise planen 58 Prozent der asiatischen Unternehmen, in den nächsten drei Jahren in KI-gestützte oder generative Automatisierung zu investieren, verglichen mit weniger als der Hälfte der Hersteller in Nordamerika (45 Prozent) und EMEA (38 Prozent).
Die Studie wurde von Hexagon in Auftrag gegeben und von Forrester Consulting im Mai 2023 durchgeführt, um herauszufinden, wie Technologie die Strategien der Unternehmen heute und in Zukunft prägt. Der Advanced Manufacturing Report analysiert die gesamte Wertschöpfungskette, vom Produktdesign bis zum fertigen Produkt und den Qualitätsprozessen.