Schachcomputer

Deep Blue gegen Garri Kasparow

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Schachcomputer triumphiert über Kasparow

Der 1997 stattfindende Revanchekampf dauerte mehrere Tage und bestand aus insgesamt sechs Partien. Die Erste konnte Kasparow, der vor dem Match von einer „mörderischen Schlacht“ gesprochen hatte, für sich entscheiden. Dreimal wurde Remis gespielt. Zweimal gewann Deep Blue. Bereits in der zweiten Partie überraschte der Computer Kasparow durch einen Zug, mit dem der Weltmeister so nicht gerechnet hatte. Deep Blue entschied sich gegen den möglichen Gewinn zweier Bauern, um stattdessen Kasparows Stellung weiter einzugrenzen. Ein solches, nicht vorwiegend materialistisch orientiertes Vorgehen hatten Computer bis dato beim Schachspiel nicht gezeigt. Kasparow zeigte sich durch die veränderte Spielweise der Maschine irritiert. Er konnte seinen Gegner nicht mehr einschätzen.

Manipulationsvorwürfe gegen die Entwickler

Die Niederlage in der letzten Partie am 11. Mai stellte eine der Kürzesten in Kasparows Karriere dar. „Mit Wissenschaft hat das nichts zu tun, diese Maschine wurde ausschließlich mit der Motivation weiterentwickelt, mich zu schlagen“, befand Kasparow auf der Pressekonferenz nach dem Duell. Kasparow ging sogar noch einen Schritt weiter und beschuldigte das Entwicklerteam, sich während der Partie in das Spiel des Computers eingemischt zu haben. Die Anschuldigungen des Schachweltmeisters führten dazu, dass es nie zu einem weiteren Revanchekampf kam.

Softwarefehler als „game changer“?

Heute – zwanzig Jahre nach dem historischen Duell – gibt es Schachprogramme, die nicht nur um ein Vielfaches günstiger, sondern auch wesentlich besser als Deep Blue und ihre menschlichen Kontrahenten sind. Maschinen und das Streben nach künstlicher Intelligenz stehen nach wie vor im Fokus der Wissenschaft. Das historische Duell indes sorgt bisweilen immer noch für Schlagzeilen. Ein Fehler in der Software des Computers habe zu dem ungewöhnlichen Zugverhalten geführt, das Kasparow damals so irritierte, äußerte sich 2012 Entwickler Campbell in einem Interview. Der Sieg Deep Blues – am Ende also nur ein glücklicher Zufall?

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