Seit über 75 Jahren fertigt Georg Martin in Dietzenbach bei Frankfurt Passelemente (engl. Shims) sowie andere Kundenzeichnungsteile aus Metall- und Kunststofffolien. Darüber hinaus produziert das Unternehmen komplexe Dünnblechprodukte und Baugruppen.
Martin hat mit dem Bereich der schälbaren Passscheiben, dem sogenannten Laminum, ein Alleinstellungsmerkmal.
(Bild: Martin)
Christoph Martin ist seit 2016 in dritter Generation Geschäftsführer und Eigentümer der Georg Martin GmbH. „Mitten im Chaos des Kriegsendes formierten sich Kräfte und Erwartungen, deren Dynamik auch die Gründung unseres Unternehmens am 1. September 1945 durch den Werkzeugmachermeister Georg Martin zur Folge hatte“, sagte der Sohn des Gründers und Vater von Christoph Martin, Herbert Martin, in einer Festrede anlässlich des Firmenjubiläums 1995. September 1945 – das Datum beeindruckt.
Heute ist Martin Auftragsfertiger mit erweiterten Kompetenzen, die das Unternehmen mit rund 100 Mitarbeitern vom reinen Lohnfertiger unterscheiden. „Das Schöne an unserem Angebot ist, dass wir eine weite Palette an Produkten und Dienstleistungen haben. Und den dazugehörigen Maschinenpark und zwar oft mit redundanten Maschinen zur Absicherung“, erklärt Christoph Martin.
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Christoph Martin
Geschäftsführer der Georg Martin GmbH: „Wir gehen mit der Zeit und stellen uns proaktiv negativen Trends, wie zum Beispiel bei der Mitarbeiter- oder Azubisuche. Bei Georg Martin GmbH sind wir stolz darauf eine erfolgreiche Mannschaft zu haben, die einen hohen Anteil an Menschen hat, die sowohl seit Generationen in Deutschland leben, aber auch viele aus anderen Ländern zu uns fanden. Nicht zuletzt Flüchtlinge aus dem Iran oder aus Ländern im Osten Europas. Dass zusammen Arbeiten und Leben funktioniert ist lebendiger Beweis eines Zukunftsmodells an das ich und die Belegschaft glauben.“
Schälblech als Alleinstellungsmerkmal
Die Basis der Produkte stellt dabei ein deutschlandweites Alleinstellungsmerkmal im Bereich der schälbaren Passscheiben dar, das sogenannte Laminum, vielen auch bekannt als Schälblech. „Wobei man mittlerweile sagen muss, dass es das auch in Kunststoffausführung gibt“, so Martin.
Der Auftragsfertiger aus dem hessischen Dietzenbach hat einen eigenen Werkzeugbau für die Zieh- und Stanzteile und Christoph Martin ist zu Recht besonders stolz auf das Knowhow beim Stanzen und Schneiden von dünnsten Metallfolien. „Hinzu kommt, dass wir uns in allen Produktbereichen bei großen und kleinsten Mengen sehr wohl fühlen. Unsere Blechstärken gehen in den Standards bei 5 Mikrometer in rostfreier Folie los bis 15 Millimeter Stahl“, schildert der Geschäftsführer.
Die Auftragsbücher sind voll, in drei Schichten an teilweise sechs Tagen in der Woche wird getrennt, gefügt, gestanzt und umgeformt. Natürlich kann man auch ganze Baugruppen. So werden zum Beispiel Greiferfinger für den Papiertransport in Bogenoffset-Maschinen mit bis zu 26 Arbeitsschritten gefertigt. „Bei der Produkterstellung schöpfen wir intern aus einer Vielzahl an unterschiedlichen Verfahren. Wir untersuchen für und gemeinsam mit dem Kunden welche Fertigungsart kostenoptimal ist. Darüber hinaus verstehen wir uns als Partner der Kunden und Berater für die Abstimmprozesse in der Montage. Im Vordergrund steht der Toleranzausgleich mit einer Vielzahl von Produktlösungen, wobei wir dem Kunden Vor- und Nachteile für seine gesamte Prozesskette aufzeigen“, erklärt Martin.
Im Umformteile- und Baugruppenbereich teilt das Unternehmen mit dem Kunden die Entwicklungstätigkeiten und unterstützt in der Konstruktion, zum Beispiel, um Kostenvorteile oder Gewichtseinsparungen zu erzielen. „Darüber hinaus unterstützen wir die Lieferkette des Kunden, um die Abwicklung einfacher zu machen. Sei es, dass wir in speziellen Endkundenverpackungen verpacken, Kitting übernehmen, VMI oder EDI anbieten“, fährt der Chef fort.
Losgröße 1 und Millionen Bauteile
Martin ist breit aufgestellt. Rund ein Viertel der Kunden kommen aus dem Automotiv-Bereich, außerdem Luft- und Raumfahrt, Maschinen- und Analgenbau, Schienenfahrzeuge sowie Energiegewinnungsmaschinen mittels Gas, Luft oder Wasser, dazu Mess- und Automatisierungstechnik. Kundennamen sind dabei unter anderem Airbus, Rolls-Royce oder Liebherr.
Manche Teile werden in Losgröße 1 gefertigt, andere laufen jahrelang. „Bei uns laufen manche Teile, wie zum Beispiel mechanische Baugruppen, oder auch einzelne Stanzteile über Jahre. Auf der anderen Seite verzeichnen wir auch viele Einmalaufträge, die dann ohne kundenspezifische Werkzeuge bearbeitet werden“, erklärt Martin.
Außerdem gibt es zwei für Martin typische Produkte, die zum Bereich Passelemente gehören. Einmal sind es Halbzeuge, sprich Laminattafeln, aus denen dann nach Kundenzeichnung einbaufertige Shims herstellt. Es handelt sich dabei um Laminum-Tafeln. Die daraus entstehenden Teile sind Schicht um Schicht von Hand aufs Hundertstel genau abschälbar. „Außerdem ist Lamivario ein Eigenprodukt im Bereich der Passelemente. Die vielen Einzelschichten des Passelementes sind am Rand wiederlösbar verschweißt oder verklebt. Die Einzellagen können extrem dünn sein, zum Beispiel fünf Mikrometer aus rostfreier Folie. Auch hier nimmt man bei der Abstimmarbeit für Montagearbeiten die Folien ab bis das Passmass erreicht ist. Lamivario-Teile lassen sich hierfür am schnellsten einsetzen“, führt der Geschäftsführer aus und ergänzt:„Abschließend muss noch erwähnt werden, dass wir eine eigene Produktreihe im Sinne von Passplatten in Koffern und Nachfüllpacks verkaufen. Kunden können ihr eigenes Logo wählen oder den Martin-Standard kaufen.
Stand: 08.12.2025
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