Betriebliche Mitbestimmung Der Betriebsrat wird zum Auslaufmodell
Zunehmend ersetzen „runde Tische“ und ähnliche Einrichtungen den klassischen Betriebsrat im Sinne des Betriebsverfassungsgesetzes. Das zeigt eine Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln (Betriebsräte und alternative Formen der Mitbestimmung – Ergebnisse aus dem Panel).
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Danach existiert nur in knapp jedem neunten deutschen Industrieunternehmen ein offizieller Betriebsrat. Weiter verbreitet sind dagegen freiwillige Mitarbeitervertretungen. Ein von Arbeitgeber und Mitarbeitern gemeinsam eingerichtetes und besetztes Entscheidungs- und Beratungsgremium findet sich in gut 15% der Unternehmen, reine Belegschaftsvertretungen trifft man in 10% der Firmen an. Vor allem in mittelständischen Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern erfreuen sich so genannte Belegschafts- und Betriebsausschüsse und „runde Tische“ großer Beliebtheit.
Firmen, die einen partizipativen Führungsstil pflegen, haben Mitarbeiter häufig größeren Handlungs- und Entscheidungsspielraum: In mehr als einem Drittel der Betriebe mit einer freiwilligen Mitarbeitervertretung wird Teamarbeit praktiziert. Dagegen gibt es nur in jedem fünften Unternehmen mit Betriebsrat autonome Arbeitsgruppen. Firmen, die auf freiwillige Mitbestimmungsstrukturen setzen, bieten ihren Beschäftigten deutlich häufiger Gewinnbeteiligungen oder leistungsorientierte Vergütungselemente an als Unternehmen, in denen ein Betriebsrat als Mitarbeitervertretung existiert.
Allerdings stoßen laut IW-Umfrage flexible Entlohnungsformen nicht nur bei Betriebräten auf vergleichweise wenig Gegenliebe. Auch in Unternehmen, in denen keine Interessenvertretung der Beschäftigten vorhanden ist, werden die Mitarbeiter ähnlich selten – nämlich in nicht mal 10% aller Fälle – nach Leistung bezahlt oder am Unternehmenserfolg beteiligt. Welche Formen der Mitsprache sich in einem Betrieb entwickeln, hat auch mit dem Unternehmenstyp und der Firmengröße zu tun. Informelle Strukturen eignen sich besser für kleine Unternehmen mit einfacher Organisationsstruktur. So finden sich mehr drei Viertel der freiwilligen Mitarbeitergremien in eigentümergeführten Unternehmen.
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