Ventilatoren

Der Buckelwal als Vorbild

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Zweijährige Entwicklung

Etwa zwei Jahre haben sich die Experten bei Ziehl-Abegg mit dem neuen Radiallaufrad für Klimazentralgeräte und Industriebelüftung beschäftigt. Eine bionische Profilierung hat sich als sehr effektiv für Effizienz und Schallarmut herausgestellt. Bei der bionisch profilierten Schaufel gibt es zu derzeit marktüblichen Hohlschaufeln keine Zwischenräume, in die Schmutz oder Kondenswasser eindringen kann, was dann neben Korrosion auch zur Unwucht führen würde. Daher wird der Stahl mit einer 600-Tonnen-Presse in Wellenform gebracht, was die bionische Profilierung ergibt – „dadurch erhalten wir zusätzliche Festigkeit und können das Gewicht optimieren“, betont Angelis. Weniger Gewicht schont die Lager in den Motoren.

„Unsere Ingenieure haben damit ihre Spitzenstellung in der Bionik und als Technologieführer in der Ventilatorentechnik deutlich unterstrichen“, freut sich Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl.

Das neue Radiallaufrad weist Merkmale von zwei völlig unterschiedlich bionischen Ansätzen auf: sowohl von der Aerodynamik (Vogelkunde) als auch von der Hydrodynamik (Meeresbiologie). So sind die Hinterkanten der Ventilatorschaufeln dem Eulenflügel nachempfunden. „Die Eule als leisester Raubvogel ist bei uns schon für mehrere Designs Vorbild gewesen“, sagt Fenkl. Mittlerweile gelten gezackte Hinterkanten von Ventilatoren als ein Markenzeichen von Ziehl-Abegg. Bei dem neuen Ventilator wurden die Zacken allerdings etwas angepasst und weicher gezeichnet.

Nicht nur beim Design, sondern auch bei der Fertigung sind neue Wege beschritten worden. „Wenn es notwendig war, haben wir Metallbearbeitungsexperten von renommierten deutschen Hochschulen hinzu gezogen“, so der Technische Leiter. Zusammen mit externen Fachleuten wurden Werkzeuge entwickelt, mit denen ab Herbst 2016 die neuen Laufräder komplett bei Ziehl-Abegg gefertigt werden können.

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