Laserteile online LTO

Der Inbegriff von Individualisierung: Blechteile in Losgröße 1

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Gefertigt wird auf zwei CO2-Laseranlagen á 3 und 6 kW von Amada beziehungsweise Trumpf. Letztere wurde erst 2013 angeschafft. Es können Werkstücke aus Aluminium, Edelstahl und Stahl bis zu einer Größe von 1500 x 3000 mm lasergeschnitten werden. Ganz neu in der Halle ist eine Trumpf-Anlage zum Abkanten bis 4 m Länge, sie wurde erst im Februar aufgestellt. Im Stanzbereich ist der Amada-Stanzautomat für mittlere Formate ausgerichtet. Mithilfe von Partnerunternehmen ist außerdem noch eine Oberflächenbearbeitung möglich.

Sonderanfertigungen als Tagesgeschäft

Neben dem Otto Normalverbraucher, der fürs Häuschen eine Hausnummer benötigt oder das Logo seines Fußballvereins vergöttert, wenden sich auch viele Großunternehmen an LTO, die schnell und einfach ein, zwei oder drei Prototypen benötigen – Losgröße 1 und Kleinstserie sind eben kein Problem. „Typischer Fall für uns ist auch der Sondermaschinenbau. Ein Unternehmen baut genau eine Anlage für einen Kunden und braucht dafür genau ein bestimmtes Teil“, schildert Rouven Holz. Darüber hinaus gibt es aber auch viele dauerhafte Großaufträge aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Fördertechnik, aus der Automobilindustrie und aus dem Heizungs- und Sanitärbereich. „Ein typisches Stanzteil in Großserie aus unserem Haus geht zum Beispiel in den Schaltschrankaufbau“, erklärt Rouven Holz. „Neben der reinen Auftragsfertigung helfen wir aber auf Wunsch auch schon bei der Entwicklung.“ Wer sich Losgröße 1 in kürzester Zeit auf die Fahne geschrieben hat, muss natürlich auch viel Material dauerhaft auf Lager haben. Etwa 140 verschiedene Bleche in den Regalen ermöglichen, dass alles, was online konfigurierbar ist, auch sofort gefertigt werden kann.

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Der Familienbetrieb mit 15 Mitarbeitern ist so aufgestellt, dass im Notfall jeder für kurze Zeit die Arbeit eines anderen übernehmen kann. „Bis aufs Schweißgerät kann ich alles bedienen“, lächelt Anna-Theresa Holz, die Betriebswirtschaft studiert hat und dabei aber auch schon immer im väterlichen Betrieb mitgearbeitet hatte. Diese Firmenphilosophie ist die Lehre, die Rouven Holz, gelernter Industriekaufmann, aus dem Jahr 2000 gezogen hat. Damals hatte, noch beim Vater, der wichtigste Mitarbeiter spontan gekündigt und die Produktion stand fast still, weil keiner dessen Aufgaben übernehmen konnte. Da war dann Sohn Rouven gefragt, der es tatsächlich schaffte, sich schnell einzuarbeiten, und so den Facharbeiter ersetzen konnte. „Man wächst mit der Aufgabe“, lächelt Rouven Holz bei dieser Erinnerung. Auch im neu eingeführten Warenwirtschaftssystem ist diese Philosophie verankert: alle können alles sehen. Auftragstaschen hängen an den Wänden der Büroräume, nichts liegt lokal bei einem Mitarbeiter. Das Warenwirtschaftssystem hat aber noch einen anderen Vorteil:„Wir können montags sehen, wie ausgelastet die Maschinen bis Freitag sind. Außerdem ist eine detaillierte Kundenauswertung möglich“, erklärt Anna-Theresa Holz, ihr Bruder ergänzt:„Und wir behalten den Überblick. Wir haben 16.000 verschiedene Teile, die alle eine eigene Lebensnummer haben.“

Eine neue Geschäftsidee, die jetzt vorangetrieben werden soll, ist der wiederverwendbare Messestand für Klein- und Mittelständler, die keine Unsummen für Messeauftritte ausgeben können. Entstanden ist die Idee im Umfeld des eigenen Messeauftritts auf der FMB in Bad Salzuflen. „Ich überlegte mir irgendwann, wir könnten uns eigentlich viel Geld, Zeit und Nerven sparen, wenn wir den Messestand als modulares Baukastensystem hätten und jedes Jahr modifiziert wieder verwenden könnten.“ Dafür und für eine Portfolioerweiterung im Webshop überlegen die Geschwister derzeit auch, in näherer Zukunft eine Laserschweißanlage anzuschaffen. Beim Stichwort Investition in die Zukunft sinniert Rouven Holz auch über den 3D-Druck im Metallbereich:„Die Reife wird erreicht werden, wenn sie nicht sogar schon da ist. Man muss sich nur darauf einlassen.“

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