Nach mehr als 20 Jahren und zahlreichen Stationen im Haus, folgt Helen Blomqvist auf Nadine Crauwels als Präsidentin bei Sandvik Coromant. Themen wie Wachstum, Weiterbildung und Nachhaltigkeit werden durch sie nun noch stärker in den Fokus gerückt.
Sandvik Coromant hat mit Helen Blomqvist eine neue Präsidentin ernannt. Sie ist die Nachfolgerin von Nadine Crauwels.
(Bild: Sandvik)
Frau Blomqvist, wären Sie ein Werkzeug, was wären Sie?
Sicherlich ein Werkzeug von Sandvik Coromant. Vielleicht Prime Turning, eine unserer neuesten Innovationen.
Was war Ihre erste Amtshandlung als neue Sandvik-Coromant-Präsidentin?
Vorab traf ich Vorkehrungen, so viele Teams wie möglich virtuell kennen zu lernen. So konnte ich in den ersten sechs Wochen mit fast 250 Kollegen interagieren und meine Ziele für die Zukunft teilen.
Ihr Job ist es, einen bereits erfolgreichen Unternehmensbereich noch erfolgreicher zu machen. Was werden Sie anders machen?
Ich werde mich noch mehr auf Wachstum, Nachhaltigkeit und die Verbesserung unserer Lernkultur konzentrieren. Sandvik Coromant befindet sich auf einem Wachstumskurs, sowohl organisch als auch durch Übernahmen. Im Vergangenen Jahr wurden einige Akquisitionen abgeschlossen und auch für dieses Jahr werden hoffentlich weitere folgen, worauf ich ebenfalls einen Fokus legen werde. Unsere Bemühungen hinsichtlich Nachhaltigkeit sowie Weiterbildungen werden ebenso weiter vorangetrieben.
Hat man nach fast 2 Jahrzehnten einen Heimvorteil?
Ich bin schon lange im Unternehmen und hatte das Privileg, verschiedene Positionen im Produktmanagement, R&D sowie im Vertrieb zu bekleiden. So konnte ich mein Verständnis für die verschiedenen Bereiche vertiefen und ein großes und wertvolles Netzwerk innerhalb unseres Unternehmens aufbauen. All dies hat mir einen tiefen Einblick in die Bedürfnisse und Herausforderungen unserer Kunden vermittelt und mir gezeigt, wie wir gemeinsam bei Sandvik Coromant unsere Kunden unterstützen und zum Wachstum verhelfen können.
Sandvik Coromant ist bereits nachhaltig unterwegs. Wie schätzen Sie allgemein den Status quo ein?
Nachhaltigkeit wird meiner Meinung nach immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Zukunft liegt in unseren Händen, weshalb dieses Thema so wichtig ist. Allerdings ist die Fertigungsindustrie in ihrer großen Mehrheit noch nicht nachhaltig genug. In Bezug auf die Energie- und Ressourceneffizienz und ihre Umweltauswirkungen hat sie einen weiten Weg zurückgelegt, aber sie ist noch nicht ganz da, wo sie sein müsste.
Wie sehen die eigenen Bemühungen dazu bei Sandvik Coromant aus?
Unsere globale Präsenz bietet uns eine vielschichtige Perspektive auf Nachhaltigkeit und Umweltveränderungen. Wir führen viele Initiativen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit durch. Wir unterstützen alle 17 Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung. Dazu haben wir uns klare Ziele gesetzt: Kreislaufwirtschaft, Halbierung der CO2-Belastung, keine negative Beeinträchtigung unserer Mitarbeiter und Fairplay.
Was heißt das konkret für Sandvik Coromant?
Zum Beispiel werden die meisten unserer Vollhartmetallwerkzeuge aus recyceltem Vollhartmetall hergestellt. Das von uns verwendete Hartmetall stammt von unseren Kunden, die uns ihre abgenutzten Wendeplatten und Vollhartmetallwerkzeuge verkaufen. So verringern wir die Umweltbelastung durch den Abbau von Rohstoffen. Wir betreiben unser Unternehmen auf eine vollständig nachhaltige Art und Weise. Dies wird in Zukunft von produzierenden Unternehmen erwartet und ist ein integraler Bestandteil ihrer Erfolgsstrategien. Die Verringerung von Abfällen und die Verbesserung der Effizienz sind die Hauptantriebskräfte für die Verringerung des ökologischen Fußabdrucks und die Sicherung der Rentabilität.
Was sind denn integrale Bestandteile Ihrer Erfolgsstrategie?
Unsere Strategie basiert auf der engen Zusammenarbeit mit unseren Kunden, um ihre Bedürfnisse wirklich zu verstehen. Nachhaltigkeit ist eines der Themen, mit denen sich unsere Kunden beschäftigen und wir entwickeln neue Produkte und Lösungen, um diese neuen Anforderungen zu erfüllen. Wir sehen aber auch den Bedarf an Unterstützung bei der Digitalisierung der Produktion und der Entwicklung neuer Fähigkeiten, um mit den Daten arbeiten zu können. Um dem zu begegnen, haben wir einen starken Wachstumsplan und dazu unlängst Unternehmen wie die Softwarefirmen CGTech und ICAM sowie ein Unternehmen für Vollhartmetallwerkzeuge erworben.
Welches Thema liegt Ihnen neben Nachhaltigkeit noch besonders am Herzen?
Meine Leidenschaft liegt bei den Themen Lernen und dem ständigen Weiterbilden. Ich nehme mir jede Woche 90 Minuten Zeit für meine eigene Weiterbildung und ermutige jeden bei Sandvik Coromant, sich ebenfalls Zeit für die Entwicklung zu nehmen. Wir haben einen starken Fokus und ein großes Engagement für dieses Thema und ich möchte diese Lernkultur weiter aufbauen und stärken.
Gibt es einen Trend, den Sie in Ihrer Zeit bei Sandvik Coromant unterschätzt haben?
Nicht wirklich. Aber das Tempo der Digitalisierung war doch schneller als erwartet und auch die Elektrifizierung hat sich beschleunigt. Dies ist vor allem auf die anhaltende globale Pandemie zurückzuführen und hat gezeigt, dass unsere Kunden, Partner und Händler bereit sind für neue, digitalere Arbeitsmethoden. Wir haben zudem eine erhöhte Nachfrage nach unseren digitalen Werkzeugen und Lösungen festgestellt. Auch die Anfragen nach unseren Online-Schulungen und virtuellen Digital-Live-Bearbeitungen in unseren Sandvik Coromant Centern haben sich deutlich gesteigert.
Stand: 08.12.2025
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Negativtrends beherrschen ebenfalls Ihre Branche. Beispiel Fachkräftemangel. Wie begegnet man diesem bei Sandvik Coromant?
Ich denke, wir alle in der Branche haben die Verantwortung, der jungen Generation zu zeigen, dass die Fertigung Spaß macht. Sie wird zunehmend digital und datengesteuert und hat eine spannende Zukunft. Wir bieten u. a. in der Sandvik Coromant Academy kostenlose Online-Schulungen, die jedem offen stehen. Wir arbeiten auch aktiv mit Universitäten zusammen. Sandvik betreibt in Schweden eine eigene technische Oberschule, in der Schüler eine solide Allgemeinbildung erhalten, kombiniert mit Kursen aus den Bereichen Zerspanung und Automatisierung.
Welchen Stellenwert hat Deutschland für Sandvik Coromant?
Deutschland ist für uns ein echter Heimatmarkt. Wir sind seit vielen Jahren in Deutschland präsent und haben erst kürzlich in neue Büros und ein Sandvik Coromant Center in Renningen investiert. Wir pflegen eine enge Zusammenarbeit mit unseren wichtigen deutschen Kunden, die wir sehr schätzen.
Worauf legt die deutsche Wirtschaft besonderen Wert?
Wir haben viele Kunden in der Automobilindustrie, und da unser Angebot in diesem Segment sehr stark ist, verfolgen wir die Trends und entwickeln neue Produkte und Lösungen, die auf die Automobilindustrie zugeschnitten sind. Dank unserer engen Partnerschaft mit den Automobilherstellern können wir Werkzeuge und Lösungen zusammen mit fundiertem Anwendungs-Know-how für die meisten Komponenten in allen Fahrzeuggrößen anbieten.
Wovor haben Sie in Ihrer neuen Aufgabe den größten Respekt?
Seit 1942 liefert Sandvik Coromant Fertigungslösungen. Im Kern unserer DNA liegt die Leidenschaft für Technik und das Überschreiten von Grenzen, immer in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Wir dürfen niemals aufhören, die Bedürfnisse unserer Kunden zu verstehen, denn die Fertigungsindustrie entwickelt sich ständig weiter und wir wollen uns mit ihr weiterentwickeln.
Wichtigste Frage zum Schluss: Warum wären Sie die Werkzeug-Innovation Prime Turning?
Ich bin von Prime Turning wirklich sehr beeindruckt. Es ist ein völlig neues Drehkonzept, bei dem wir eine Produktivitätssteigerung von über 50 Prozent und eine Flexibilität beim Drehen in alle Richtungen erreichen. Es ist einfach und doch gleichzeitig revolutionär.
Empfehlung der Redaktion
Victoria Sonnenberg, Redakteurin Ressort Produktion & Fertigung