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Ein klassischer Anwendungsfall ist die Integration einer Anlage in eine Fabrikhalle mit bereits vorhandenen Einbauten. Nicht selten stimmen die Pläne des Gebäudes mit der aktuellen Situation nicht mehr überein, da kleinere Umbauten oder Verrohrungen an der Wand nicht verzeichnet wurden. Doch genau diese Details können dazu führen, dass die geplante Anlage nicht mehr an den vorgesehenen Ort passt. Ein Laserscan der Fabrikhalle nimmt genau auf, wo sich welche Einbauten befinden, sodass sich die Anlagenbauer bei der Planung daran orientieren können.
Die aus den Scans gewonnenen Daten lassen sich anschließend in Konstruktionssoftware wie Autocad oder Autodesk Navisworks einlesen und weiterverwenden (Bild 1).
Informationen in Autocad als Konstruktionsgrundlage
In Autocad können diese Informationen als Grundlage für die Konstruktion von Ebenen und 2D-Zeichnungen dienen. Auch Autodesk Inventor kann seit der aktuellen 2013er Version Punktwolken verarbeiten. Die Autodesk-Lösungen unterstützen dabei die Dateiformate aller gängigen Laserscanner, aber auch allgemeine ASCII-Laserscan-Dateien.
In Autodesk Inventor passt sich die Auflösung, also die Menge der Messpunkte, an die jeweiligen Anforderungen an. Dabei gilt der Grundsatz „So wenig wie möglich, so viel wie nötig“: Je mehr Punkte ein Laserscan nämlich erzeugt, desto größer wird die Konstruktionsdatei. Reicht also eine geringere Auflösung für die jeweiligen Zwecke aus, lässt sich die Anzahl der Messpunkte verringern.
Die Punktwolke kann außerdem zugeschnitten werden, sodass nur die relevanten Bereiche der gescannten Oberflächen herausgefiltert werden. Sie dient dann als Grundlage für die weitere Konstruktion.
Konstruktionen passgenau in bestehende Strukturen einfügen
So lassen sich beispielsweise einzelne Maße identifizieren, indem einzelne Punkte miteinander verbunden werden und ihr Abstand angegeben wird. Bei der Planung einer Anlage haben die Ingenieure so alle notwendigen Informationen und können passgenau in die bestehenden Strukturen „hineinkonstruieren“, da die Punktwolke die reale Umgebung der Konstruktion repräsentiert. Mit Autodesk Navisworks, einer Software zur Projektüberprüfung, können Laserscans und weitere 3D-Konstruktionsdateien zu einem Gesamtmodell kombiniert werden. Punktwolken und Konstruktionszeichnungen in 2D und 3D verbinden sich und decken Kollisionen zwischen den verschiedenen Einheiten auf. Bei der Anlagenkonstruktion lässt sich so das endgültige Layout der Fabrikhalle verifizieren.
Doch Navisworks bietet noch weitere Vorteile: Mit den integrierten Werkzeugen zur Ablaufplanung können die Projektbeteiligten genau festlegen, in welcher Reihenfolge die einzelnen Komponenten der Anlage optimalerweise in die Fabrikhalle eingebaut werden sollen. Beispielsweise wird aufgezeigt, ob einzelne Elemente in kleinere Teile zerlegt werden müssen, um durch Türen oder Tore zu passen, oder ob es Alternativen dazu gibt. Virtuelle Rundgänge in Navisworks visualisieren außerdem die geplanten Anlagen für Kunden oder Projektbeteiligte (Bild 3).
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