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Mit einer Stückzahl von 20000 Einheiten beträgt der Anteil der Roboter für Verteidigung, Rettung und Sicherheit etwa 30% des Gesamtabsatzes. 23% entfallen auf sogenannte Agrobots (vorwiegend Melkroboter) und 9% auf Reinigungsroboter.
Medizintechnik verspricht Wachstum für Service-Roboter
„Ich denke, dass auch der Medizintechnikbereich sehr vielversprechend ist und auch kurzfristig Lösungen zeigen wird“, ist Thilo Brodtmann, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Robotik + Automation, überzeugt. Mehr zum Robotereinsatz in der Medizin lesen Sie in dieser Ausgabe ab Seite 22.
Gefragt sind außerdem Inspektions- und Wartungsroboter, die schwer zugängliche Orte erkunden oder den Menschen Arbeiten in Gefahrenbereichen abnehmen. Als „Klassiker“ unter den Inspektionsrobotern wäre der teilautonome Kamerafahrwagen Rovver zu nennen, der speziell zur Untersuchung von Rohrsystemen konstruiert wurde.
Jüngstes Mitglied der Gattung dürfte der Wartungsroboter C3PO des Stuttgarter Fraunhofer-IPA sein – eine Weiterentwicklung des 2006 vorgestellten mobilen Offshore-Inspektionsroboters Mimorex, der auch in explosiver Atmosphäre betrieben werden kann. Der C3PO ist nun in der Lage, zusätzlich Handhabungsaufgaben wie das Öffnen und Schließen von Ventilen auszuführen.
Service-Roboter soll Menschen pflegen
Sogar Verrichtungen, die bisher ohne menschliches Zutun kaum denkbar schienen, stehen an der Schwelle zur „Roboterisierung“. Assistent, ja Freund pflegebedürftiger Menschen soll der Roboter werden. Ein Ziel der Robotik ist, wie Thilo Brodtmann vom Maschinenbauverband VDMA betont, „die Bedürfnisse der älteren Menschen abzudecken“.
Schließlich werde es wegen der demografischen Entwicklung immer schwieriger, die alternde Gesellschaft adäquat zu versorgen. Brodtmann: „Technologisch werden wir relativ bald in der Lage sein, in dieser Hinsicht die passende Technik anzubieten.“
Die ersten Schritte dazu sind schon getan. Mit dem Care-o-bot, der ursprünglich als „interaktiver Butler“ für den Haushalt gedacht war, laufen im Rahmen eines Forschungsprojekts der Universität Duisburg-Essen seit Jahresbeginn Feldversuche in einem Seniorenheim. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen den Wissenstransfer zwischen Pflegebedürftigen, Dienstleistern und Roboterindustrie verbessern.
Pflegeroboter brauchen gesellschaftliche Akzeptanz
Mobile Assistenzroboter wie der Care-o-bot oder der Transportroboter Casero können schon heute Getränke holen oder Mülleimer leeren. Doch Machbarkeit allein genügt nicht. Zunächst „einmal muss für die nötige Akzeptanz gesorgt werden, dass ein alter Mensch von einem Roboter unterstützt und gepflegt wird“, weiß Brodtmann.
Kaum Akzeptanzprobleme haben Service-Roboter dagegen in der Industrie. Der Einsatz von Handhabungs- oder Transportrobotern ist Stand der Technik. Im Montagebereich sieht Wilfried Eberhard, Marketingdirektor bei Kuka Roboter, aber noch reichlich Potenzial. Dort werde viel zu wenig automatisiert, obwohl die Voraussetzungen für eine direkte Mensch-Maschine-Interaktion dank moderner Safety-Konzepte gegeben seien.
Neuer Leichtbau-Roboter von Kuka
Für Schwung will Kuka mit seinem neuen CFK-Leichtbau-Roboter sorgen. Seit März 2009 fädeln diese 14 kg leichten Gesellen bei Mercedes-Benz Tellerräder und Lagerschalen in Getriebegehäuse ein. Anders als die schwergewichtigen Verwandten, die hinter Gittern stupide Schraubarbeiten erledigen, zeigen sich die Fliegengewichte flexibel.
„Industrieroboter erledigen eine Aufgabe 1000 Mal, die neue Robotergeneration 1000 Aufgaben, wenn es sein muss nur einmal“, so Kuka-Manager Manfred Gundel. Dass der agile CFK-Roboter einmal Modell stehen könnte für einen mobilen Assistenzroboter, ist nicht unwahrscheinlich.
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