Giftiger Problemcocktail Der Standort Deutschland ist stark gefährdet

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Die Industrie sieht sich mit Blick auf den Standort Deutschland mehr als je zuvor unter Druck gesetzt, wie die dpa meldet ...

Der BDI-Präsident Siegfried Russwurm sieht den Standort Deutschland als gefährdet an. Den Beweis liefert eine aktuelle Studie zum Stand der deutschen Industrie. Das Gespenst von der De-Industrialisierung spukt demnach immernoch herum.(Bild:  BDI)
Der BDI-Präsident Siegfried Russwurm sieht den Standort Deutschland als gefährdet an. Den Beweis liefert eine aktuelle Studie zum Stand der deutschen Industrie. Das Gespenst von der De-Industrialisierung spukt demnach immernoch herum.
(Bild: BDI)

Rund ein Fünftel der industriellen Wertschöpfung in Deutschland ist derzeit von diversen Problemen bedroht, heißt es in einer Studie der Strategieberatung Boston Consulting Group und dem Institut der deutschen Wirtschaft im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Der BDI-Präsident Siegfried Russwurm sprach gestern in Berlin von einem lauten Weckruf seitens der Industrie, um für dringend notwendige Veränderungen in Deutschland zu plädieren. Speziell das Risiko einer De-Industrialisierung durch die stille Abwanderung und Aufgabe vieler Mittelständler nehme demnach kontinuierlich zu und sei teilweise schon am Laufen. Es sei vor allem die Summe struktureller Probleme, die den Wirtschaftsstandort ausbremse. Schnelle Konjunkturprogramme würden das nicht aufhalten. Bemängelt werden bekanntlich die hohen Energiepreise, aufwändige bürokratische Berichtspflichten, Defizite im Glasfaserausbau, beim Bildungsniveau und in Sachen Verkehrsinfrastruktur. Russwurm: „Politisches Mikromanagement und fehlender marktwirtschaftlicher Reformwillen lähmen die Unternehmen.“

Deutsche Wirtschaft kämpft mit Wachstumsschwäche

Um auch in Zukunft international wettbewerbsfähig zu sein, sind laut Studie private und öffentliche Mehrinvestitionen in Höhe von 1,4 Billionen Euro bis 2030 nötig. Gut zwei Drittel davon seien private Investitionen, die aber zum ganz überwiegenden Teil noch nicht beziehungsweise nicht ausreichend angereizt seien. Russwurm forderte deshalb einen großen Wurf, um Deutschland im internationalen Wettbewerb wieder nach vorne zu bringen. Auch sollten die Ziele bei der klimafreundlichen Transformation der Wirtschaft erreichbar bleiben. Der Industriestandort Deutschland stehe am Scheideweg und vor Jahren der Entscheidung.Deutschland müsse sich als Industrienation quasi neu erfinden. Die Bundesregierung plant derzeit zum Beispiel Verbesserungen bei Abschreibungen von Investitionen und bei der Forschungszulage. Außerdem will die Ampel Bürokratie abbauen. Der BDI hält die Pläne aber für nicht ausreichend.

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