Streikbereit Der Tarifstreit bei Volkswagen spitzt sich zu

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Mit flächendeckenden Warnstreiks macht die IG Metall gegen die milliardenschweren Sparpläne des Autobauers mobil.

Der Zank zwischen den Volkswagen-Entscheidern und der Gewerkschaft zieht sich hin. Gestern gab es flächendeckende, temporäre Warnstreiks und Proteste in fast allen VW-Werken (Symbolbild). Leider ist zu befürchten, dass die Lage noch ernster werden könnte ...(Bild:  IG Metall)
Der Zank zwischen den Volkswagen-Entscheidern und der Gewerkschaft zieht sich hin. Gestern gab es flächendeckende, temporäre Warnstreiks und Proteste in fast allen VW-Werken (Symbolbild). Leider ist zu befürchten, dass die Lage noch ernster werden könnte ...
(Bild: IG Metall)

An neun der zehn deutschen VW-Standorte legten mehrere Zehntausend Mitarbeiter zeitweise die Arbeit nieder und brachten damit die Bänder zum Stehen. Bis zum gestrigen Nachmittag zählte die IG Metall insgesamt rund 66.000 Teilnehmer an dem Ausstand, davon allein 35.000 in Wolfsburg. Tausende zogen dabei mit einem lautstarken Demonstrationszug durch das Stammwerk und versammelten sich zu einer Kundgebung direkt vor dem Vorstandshochhaus. „Streikbereit! Bundesweit!“, skandierten sie in Sprechchören, und: „Wir haben die Schnauze voll!“ klang es in Zwickau. In Braunschweig schritten über tausend Beschäftigte durch die Stadt. In Hannover forderten Mitarbeiter: „Vorstand raus!“ In Kassel-Baunatal machten Beschäftigte des Komponentenwerks mit Trillerpfeifen, Trommeln und Hupkonzerten ihrem Unmut Luft.

Das sind die Streitpunkte in Sachen VW

Für alle, die es noch nicht wissen: Es geht um die Bezahlung der rund 120.000 Beschäftigten in den Werken der Volkswagen AG, wo ein eigener Haustarif gilt. Hinzu kommen über 10.000 Mitarbeiter bei VW Sachsen, für die 2021 eine Angleichung an den Haustarif vereinbart wurde. VW fordert wegen der schwierigen Lage des Konzerns aber zehn Prozent Lohnkürzung. Auch denkt man über Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen nach. Die IG Metall will das verhindern und fordert stattdessen eine Zukunft für alle Standorte, bei der es keine Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen geben soll.

Gewerkschaft denkt an weitere Eskalation

In dem Streit erhöht die IG Metall nun den Druck. „Aber das ist nur eine Warnung“, so der IG-Metall-Verhandlungsführer Thorsten Gröger in Wolfsburg. Sollte Volkswagen weiter auf seinen Maximalforderungen bestehen, drohe aber eine Zuspitzung. „Wer die Belegschaft ignoriert, spielt mit dem Feuer! Und wir wissen, wie man Funken in Flammen verwandelt“, drückt es Gröger aus. In Emden forderte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste, die Konzernspitze auf, die massiven Sparpläne vom Tisch zu nehmen. „Ansonsten brennt Weihnachten nicht nur der Baum, sonst brennt jedes einzelne Werk“, so Friedrich symbolisch. In Zwickau drohte der dortige IG-Metall-Bezirksleiter Dirk Schulze bereits mit weiteren

Arbeitsniederlegungen: „Sollte der Vorstand nicht zur Vernunft kommen, wird das nicht der letzte Warnstreik sein!“ Die nächste Verhandlungsrunde in einer Woche werde hier eine Weichenstellung bringen, sagte Betriebsratschefin Daniela Cavallo. Entweder komme es dann zu einer Annäherung, oder zu einer weiteren Eskalation. Auch droht nach Meinung von Experten ein Imageschaden für die Wolfsburger, wenn sich die Lage verschlimmert.

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