Abgeschlagen Deutsche Autohersteller verlieren den Anschluss

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Deutschen Autobauer haben 2025 bei wichtigen Finanzkennzahlen teils deutlich schlechter abgeschnitten als die internationale Konkurrenz ...

Die deutschen Autohersteller blicken im internationalen Vergleich, was die wichtigsten Kennzahlen betrifft, vor allem auf Rückleuchten. Im letzten Jahr, so hat EY analysiert, gerieten sie nämlich deutlich ins Hintertreffen ...(Bild:  Autophotos)
Die deutschen Autohersteller blicken im internationalen Vergleich, was die wichtigsten Kennzahlen betrifft, vor allem auf Rückleuchten. Im letzten Jahr, so hat EY analysiert, gerieten sie nämlich deutlich ins Hintertreffen ...
(Bild: Autophotos)

Die Konzerne BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen hinken sowohl beim Umsatz, beim operativen Ergebnis als auch beim Absatz den internationalen Mitbewerbern weitgehend hinterher. Das geht zumindest aus einer Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hervor. Die Umsätze der dazu unter die Lupe genommenen 19 größten Autokonzerne weltweit stiegen demnach 2025 insgesamt um 0,6 Prozent. Die Deutschen schnitten gemeinsam betrachtet aber mit einem Minus von 4,1 Prozent ab. Zum Vergleich: Japanische Hersteller legten um drei Prozent zu, chinesische Autohersteller sogar um 9,3 Prozent. Rückgänge gab es aber auch bei den US-Hersteller – und zwar um 0,6 Prozent, so das Ergebnis. Beim operativen Gewinn (Ebit) schlug für die deutschen Hersteller zusammen ein Minus von rund 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr in die Bücher, für die US-Hersteller (-40,4 Prozent), für Japaner (-23,2 Prozent) und für die Chinesen (-12,9 Prozent). Deutlich schlechter lief es allerdings für die beiden europäischen Konzerne Stellantis und Renault, die tiefrote Zahlen in Milliardenhöhe zu beklagen haben. Die Autoindustrie steckt aber bekanntlich auch in einer tiefen – für einige Unternehmen sogar potenziell existenzbedrohenden Krise, wie der EY-Autoexperte Constantin Gall erklärt.

Es wird wohl besser, aber die Kosten in Deutschland sind zu hoch

Viele Konzerne haben nämlich ihre Investitionen auf wachsende Absatzmärkte und einen dynamischen Hochlauf der Elektromobilität hin ausgerichtet. Tatsächlich hat sich dann die Nachfrage nach Elektroautos insbesondere in den USA und Europa aber deutlich schwächer als prognostiziert entwickelt. Zusätzliche Belastungen resultierten aus der US-Zollpolitik. Jetzt folgt der Strategieschwenk, was aber zum Beispiel auch Milliardenabschreibungen auf Batterie-„Joint Ventures“, eingestellte E-Modelle und neue Investitionen in Verbrennerautos zur Folge hat. Im Endeffekt kommt es dann zum Gewinneinbruch, so Gall. Die Milliarden an Abschreibungen markierten Gall zufolge aber weniger eine Abkehr von der Elektromobilität als mehr eine Korrektur völlig überzogener Annahmen. Und, ergänzt Gall: „Das beispiellose bilanzielle Reinemachen, das hoffentlich im Geschäftsjahr 2026 abgeschlossen sein wird, könnte helfen, zukünftig wieder bessere Margen zu erzielen.“ Hinzu kämen Kostensenkungsprogramme, deren Wirkung sich verzögert in den Ergebnissen niederschlagen würden. Aber eins muss auch noch gesagt werden: Die Kosten am Standort Deutschland sind immer noch viel zu hoch im Vergleich zu anderen Ländern. Das muss anders werden, sonst löst sich das Thema Autostandort Deutschland in nichts auf.

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