Halbjahresabsatz Deutsche Autohersteller im Rückwärtsgang

Quelle: dpa / jr 3 min Lesedauer

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Die drei großen deutschen Autobauer haben in den ersten sechs Monaten des Jahres weltweit weniger Autos verkauft als im selben Zeitraum 2023. BMW kam dabei noch einigermaßen glimpflich davon.

(Bild:  BMW)
(Bild: BMW)

Der Münchner Hersteller BMW verlor im globalen Verkauf im ersten Halbjahr ein minimales Volumen von 0,1 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Der VW-Konzern musste ein Minus von 0,6 Prozent hinnehmen. Bei Mercedes-Benz waren die Rückgänge dagegen deutlicher: Das Absatzvolumen schrumpfte um 6 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2023.

Die Stuttgarter blieben mit 1,17 Millionen verkaufter Neuwagen von Januar bis Juni hinter BMW zurück (1,21 Mio.). Dabei lief es bei den Vans (+3 % im zweiten Quartal) zuletzt besser als bei den Pkw (-4 %). Im obersten Produktsegment, zu dem unter anderem die S-Klasse gehört, sanken die Verkaufszahlen um 17 Prozent.

Das sei auch auf ein gedämpftes Marktumfeld in Asien zurückzuführen. Im wichtigen Markt China sanken die Verkäufe von April bis Juni um 6 Prozent. Mit 172.600 Fahrzeugen verkaufte Mercedes aber immer noch rund 29 Prozent seiner Autos dort. Durch die volle Produktverfügbarkeit und der Einführung von Modellen wie der neuen G-Klasse erwartet der Autobauer in der zweiten Jahreshälfte aber wieder mehr Verkäufe.

Bei den batterieelektrischen Fahrzeugen (BEVs) verzeichnete Mercedes ebenfalls einen Rückgang. Mit 45.800 Einheiten gingen die Verkäufe in diesem Bereich um ein Viertel zurück. Gut jeder dreizehnte verkaufte Pkw war somit im zweiten Quartal ein reines E-Auto. Von Januar bis März war fast jedes zehnte verkaufte Auto eines mit vollelektrischem Antrieb.

BMW: Wachstum bei der Kernmarke

Bei BMW stagnierte der Absatz. Die Kernmarke schnitt mit 1,1 Millionen Neuwagen und einem Wachstum von 2,3 Prozent etwas besser ab, die Töchter Mini und Rolls-Royce schwächelten dagegen mit Rückgängen um 18,7 Prozent auf 114.000 Fahrzeuge und 11,4 Prozent auf 2.819. Bei Mini machten sich laufende Modellwechsel bemerkbar.

Auf den ersten Blick deutlich besser lief es im BEV-Bereich, wo der weltweite Absatz im ersten Halbjahr konzernweit um knapp ein Viertel auf mehr als 190.000 Einheiten zulegte. Bei der Kernmarke war es sogar gut ein Drittel. Allerdings fällt das Wachstum damit deutlich schwächer aus als noch im vergangenen Gesamtjahr. 2023 hatte BMW ein Wachstum von fast drei Vierteln bei reinen Stromern vermeldet.

Volkswagen: Acht Prozent Minus bei Audi

Vor allem Audi und China belasten die jüngsten Absatzzahlen in Wolfsburg. Im ersten Halbjahr lieferte der VW-Konzern weltweit 4,35 Millionen Einheiten aller Marken aus – 0,6 Prozent weniger im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die Ingolstädter Premiumtochter verkaufte in der ersten Jahreshälfte nur noch 833.000 Autos, gut 8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Kernmarke VW konnte ihre Verkäufe zwar fast halten (-0,2 % auf 2,22 Mio. Einheiten). Im zweiten Quartal musste das Fabrikat allerdings ein Minus von 5,2 Prozent verkraften. Zulegen konnten hingegen die Töchter Skoda und Seat/Cupra.

In China konnte Volkswagen in den ersten sechs Monaten 2024 nur noch knapp 1,35 Millionen Einheiten absetzen – 7,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch in Bezug auf die BEVs ging es bergab: Im ersten Halbjahr lieferte der Konzern weltweit 317.200 E-Modelle aus, 4.400 weniger als im selben Vorjahreszeitraum. Schuld war vor allem die schwache Nachfrage in Europa und den USA, wo jeweils 15 Prozent weniger BEVs ausgeliefert wurden.

„Wie angekündigt haben wir im sehr intensiven Wettbewerbsumfeld in China bewusst nachhaltiger Wertschöpfung den Vorrang vor höheren Volumen gegeben, um unsere langfristigen strategischen Ziele zu erreichen“, sagte Audi-Vertriebschefin Hildegard Wortmann, die auch im Gesamtkonzern für das Ressort zuständig ist.

In Westeuropa zogen die VW-Verkäufe dagegen um 5,1 Prozent an, in Nordamerika um 10,8 Prozent. Das konnte den Einbruch in China aber nicht ausgleichen. Für den Rest des Jahres zeigte sich Wortmann dennoch optimistisch. „Für das Gesamtjahr 2024 rechnen wir aufgrund des An- und Hochlaufs zahlreicher wichtiger Modelle im zweiten Halbjahr weiter mit einem leichten Anstieg der weltweiten Auslieferungen gegenüber dem Vorjahr.“

Der Konzern hatte erst am Vorabend seine Prognose fürs Gesamtjahr nach unten korrigiert. Vor allem Audi belastet. Wegen der schwachen Nachfrage nach dem E-Modell Q8 E-Tron erwägt die VW-Tochter nun, die Produktion des Modells in Brüssel vorzeitig einzustellen.

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