Jobverlustlawine Deutsche Industrie hat über 100.000 Arbeitsplätze abgebaut

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Innerhalb der letzten 365 Tage sind in der deutschen Industrielandschaft über 100.000 Jobs verschwunden, wie die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY ermittelt hat.

Innerhalb eines Jahres hat die deutsche Industrie über 100.000 Arbeitsplätze aufgegeben. Leider ist noch kein Ende abzusehen. Hier Details ...(Bild:  Crazy Force)
Innerhalb eines Jahres hat die deutsche Industrie über 100.000 Arbeitsplätze aufgegeben. Leider ist noch kein Ende abzusehen. Hier Details ...
(Bild: Crazy Force)

Im Rahmen des Stellenabbaus innerhalb der letzten 12 Monate hat es demnach die deutsche Autobranche am härtesten getroffen, so EY. Alleine in dieser Branche wurden demnach netto rund 45.400 Jobs abgebaut. Zum Ende des ersten Quartals 2025 beschäftigte die deutsche Industrie 5,46 Millionen Menschen. Das sind rund 1,8 Prozent oder 101.000 weniger als ein Jahr zuvor, heißt es in der Studie, die im Übrigen auf Daten des Statistischen Bundesamts basiert. Seit dem Vor-Corona-Jahr 2019 sei die Zahl der Beschäftigten unterm dem Strich sogar um rund 217.000 gesunken, was ein Rückgang um 3,8 Prozent bedeute. Noch 2018 hatte es einen Rekord mit rund 5,7 Millionen Industriebeschäftigten gegeben, wie sie EY erinnert. Industrieunternehmen stünden demnach gewaltig unter Druck. Denn aggressive Wettbewerber etwa aus China drückten die Preise, wichtige Absatzmärkte schwächelten, in Europa stagniere die Nachfrage auf niedrigem Niveau und hinter dem gesamten US-Markt stehe ein großes Fragezeichen, wie es damit weitergehe.

Bis Jahresende könnten es fast 200.000 Stellen sein ...

Gleichzeitig kämpfen die Unternehmen mit hohen Kosten, was etwa für Energie und Personal gilt, wie es weiter heißt. Der Umsatz der deutschen Industrie sei auch nach einem Einbruch 2024 zu Jahresbeginn weiter leicht gesunken. Ein Ende des Stellenabbaus sei noch nicht in Sicht, befürchten die EY-Experten. Sie rechnen deshalb mit weiteren Jobverlusten von mindestens 70.000 bis Jahresende. Vor allem im Maschinen- und Autobau habe die Unternehmen ja bereits Sparprogramme initiiert. Der Industriestandort Deutschland wurde jedoch schon oft totgesagt, merkt EY an. Doch hat er sich immer wieder aufgrund einer sehr starken Substanz als bemerkenswert widerstandsfähig erwiesen, wie es weiter heißt. Jedoch müssten sich die Bedingungen verbessern. Das heißt, dass außer niedrigeren Kosten und weniger Bürokratie es nötig ist, die Binnennachfrage zu stärken, um die Wirtschaft weniger exportabhängig zu machen. Dabei könne das Milliardeninvestitionspaket der Bundesregierung Impulse setzen. EY schließt mit der Prognose, dass vorerst noch viele schlechte Nachrichten zu hören sein werden, bevor es wieder aufwärts geht.

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