Exportblick nach Westen Deutsche Industrie hinkt China immer stärker hinterher

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Die deutsche Industrie verliert im Wettbewerb mit ihrer erstarkten Konkurrenz aus China kontinuierlich an Boden, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat.

Chinas Unternehmen produzieren auf Teufel (respektive Drachen) komm raus, um Konkurrenten die Luft zu nehmen. Die Überkapazitäten und die geringen Produktionskosten dort drücken aber Europa und Deutschland bereits an die Wand, wie Experten analysiert haben.(Bild:  Muh Shu)
Chinas Unternehmen produzieren auf Teufel (respektive Drachen) komm raus, um Konkurrenten die Luft zu nehmen. Die Überkapazitäten und die geringen Produktionskosten dort drücken aber Europa und Deutschland bereits an die Wand, wie Experten analysiert haben.
(Bild: Muh Shu)

Die deutschen Exporte sind laut Statistischem Bundesamt in 2024 um 1,7 Prozent auf rund 1,65 Billionen Euro gesunken. Die chinesischen Ausfuhren legten dabei nach Pekinger Zahlen um 7,1 Prozent zu (auf über drei Billionen Euro respektive 25,4 Billionen Yuan). Gefährlich für die deutsche Industrie seien nach Einschätzung von Ökonomen und Fachleuten die Preiskämpfe chinesischer Player auf ihrem Heimatmarkt und deren Überkapazitäten. Die aus deutscher Sicht ernüchternden Zahlen sind außerdem alles andere als ein einmaliger Ausreißer, wie die Experten zu bedenken geben. Denn die chinesische Regierung vermeldete ein Exportwachstum im achten Jahr in Folge! Deutschland ging aber bereits 2023 in den Sinkflug über.

Zum 100. Geburtstag will die Volksrepublik die Technikszene beherrschen

Wie sehr sich die Marktlage für die deutsche Industrie verändert habe, ließe sich außerdem gleich an vielen Indikatoren ablesen. Zwei Beispiele: Auf der Hannover Messe waren 2014 nur 500 chinesische Aussteller vertreten. Zehn Jahre später präsentierte sich schon 1.145 in Hannover. Und der VW-Konzern lieferte 2018 weltweit noch 10,1 Millionen Pkw aus. Doch im vergangenen Jahr waren es noch 8,6 Millionen, was ein Rückgang von fast 15 Prozent bedeutet, so die Analysen. Als Hauptursache wird der Misserfolg in China gedeutet, denn dorthin lieferten die Wolfsburger fast 1,3 Millionen Pkw weniger aus als sechs Jahre zuvor. Und das, obwohl der chinesische Automarkt in der Zwischenzeit größer und nicht kleiner geworden ist. Die dortigen Elektroautohersteller haben aber nicht nur VW sondern insgesamt die deutsche Konkurrenz weit hinter sich gelassen. China habe sich also nicht umsonst das Ziel gesteckt, bis 2049 (Chinas Volksrepublik wird dann 100 Jahre) Technologieführer zu sein.

Energieintensive Industriesektoren leiden unter zu hohen Energiepreisen

Insbesondere in Bereichen der Digitalisierung und der generativen künstlichen Intelligenz (KI) hätten es chinesische Unternehmen teilweise schon über die technische Leistungsfähigkeit deutscher Wettbewerber hinaus geschafft. In Deutschland ist die Industrieproduktion bereits seit zehn Jahren rückläufig, wie Experten anmerken. Die Hauptursache sei die im internationalen Vergleich zu teure Energie. Das Problem der höheren Energiepreise werde aber in absehbarer Zeit auch nicht verschwinden, weil diese sich hierzulande generell auf einem Niveau einpendeln, das deutlich über jenem anderer Länder liegt. Und eine Gefahr für die deutsche Industrie sieht man deshalb in erster Linie für energieintensive Branchen, wie die Grundstoffchemie. An zweiter Stelle stehe gleich der Automobilsektor. Und die Elektromobilität wird bereits Anfang der 2030er-Jahre über die Hälfte des Weltmarkts ausmachen. Aber deutsche Hersteller würden nur dann ihre aktuelle Rolle erhalten können, wenn sie bei elektrischen Antrieben eine ähnlich große Rolle spielten wie traditionell bei Verbrennern. Der Maschinenbau und die Elektroindustrie seien zwar nicht so stark unter Druck, aber auch das könne sich ändern.

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