Unter ferner liefen Deutsche Solarmodulhersteller im Schatten Chinas

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der globale Ausbau der Sonnenenergie schreitet rasant voran, doch, so die dpa, deutsche und europäische Solarmodulhersteller spielen dabei kaum noch eine Rolle.

Chance verpasst! Weltweit boomt der Ausbau der Photovoltaik. Das spült den Herstellern von Solarmodulen viel Geld in die Kassen. Leider nützt das den europäischen und deutschen Herstellern nicht viel, weil China die billigsten Module anbieten kann ...(Bild:  Voltarix)
Chance verpasst! Weltweit boomt der Ausbau der Photovoltaik. Das spült den Herstellern von Solarmodulen viel Geld in die Kassen. Leider nützt das den europäischen und deutschen Herstellern nicht viel, weil China die billigsten Module anbieten kann ...
(Bild: Voltarix)

In diesem Jahr wird der weltweite Zubau an installierter Solarstromleistung voraussichtlich erstmals die Schwelle von 500 Gigawatt überschreiten, erwartet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW). Diese Prognose basiert auf internationalen Marktstudien. Im letzten Jahr waren es weltweit 444 Gigawatt, davon nach Schätzung des Verbands 15 Gigawatt in Deutschland. Die Bundesrepublik läge damit weltweit auf Platz vier hinter China, den USA und Brasilien. Wärmere europäische Länder wie Spanien und Italien rangierten mit neun beziehungsweise gut 5 Gigawatt aber sogar noch hinter Deutschland.

China dominiert den weltweiten Solarmodulbau

In 2022 kamen laut Statistischem Bundesamt 87 Prozent der importierten Photovoltaikanlagen aus China. Eine für Käufer erfreuliche Folge ist ein flächendeckender Preisverfall bei Solarmodulen. Deutsche Modulhersteller waren Anfang der 2000er-Jahre noch international führend, wie BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig anmerkt. Doch viele heimische Hersteller gaben angesichts der chinesischen Konkurrenz schon im vergangenen Jahrzehnt auf. Und 2023 wurden laut dem europäischen Dachverband Solar Power Europe in der Volksrepublik allein 253 Gigawatt Solarstromleistung zugebaut und damit 60 Prozent des weltweiten Ausbaus.

Viele deutsche Mittelständler wollen Photovoltaik

In Deutschland ist laut Körnig mittlerweile das Interesse von Industrie und Gewerbe an der Solarenergie groß, auch wenn private Hausbesitzer nach wie vor in Summe am schnellsten ausbauen. 2023 wurden demnach rund 760.000 neue private Solaranlagen mit 7,6 Gigawatt Leistung neu installiert. Das sei im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 140 Prozent. Solaranlagen auf Firmendächern sind allerdings sehr viel größer. Deren Zahl stieg zwar nur um vergleichsweise bescheidene 17.000 Stück, doch die neu installierte Leistung verdoppelte sich wegen der Größe auf fast 2,7 Gigawatt. Bei einer vom BSW in Auftrag gegebenen Umfrage unter rund 500 Mittelständlern sagte über die Hälfte, dass sie in den nächsten drei Jahren eine Solaranlage auf ihrem Werksdach installieren will. Dazu ist zu sagen, dass im zweiten Halbjahr 2023 zwar die Zahl der installierten Anlagen im Vergleich Jahresvergleich etwas gesunken ist, die installierte Leistung aber stieg erheblich. Der Bundesverband für Energiewirtschaft (BDEW) sieht das als Indiz, dass die Anlagen im Schnitt größer werden.

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