Unbehagen Deutsche Unternehmen in China immer pessimistischer

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Deutsche Firmen, die in China agieren, blicken wegen der Wirtschaftsprobleme im Land und vieler Hürden so pessimistisch wie noch nie in die nähere Zukunft, so die dpa.

Vielen deutschen Unternemen, die in China agieren, weht der wirtschaftliche Wind dort schärfer ins Gesicht als üblich. Das zumindest belegen die Umfrageergebnisse der AHK ...(Bild:  Flaggenfritz)
Vielen deutschen Unternemen, die in China agieren, weht der wirtschaftliche Wind dort schärfer ins Gesicht als üblich. Das zumindest belegen die Umfrageergebnisse der AHK ...
(Bild: Flaggenfritz)

Wie aus der aktuellen Geschäftsklimaumfrage der Deutschen Auslandshandelskammer (AHK) hervorgeht, erwartet nur knapp ein Drittel der befragten Unternehmen, die auch in China aktiv sind, positive Entwicklungen in ihrer Branche für das kommende Jahr. Das sei ein historischer Tiefstand. Rund 29 Prozent gehen laut der Interessenvertretung gar von einem Rückgang aus. Wie es weiter heißt, wollen einige davon nun die Finger von Investitionen lassen.

Das allgemeine Motto lautet „In China für China“

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist für viele deutsche Unternehmer nicht zuletzt ein sehr wichtiger Absatzmarkt, in dem sie trotz wachsenden Konkurrenzdrucks jahrelang gute Geschäfte machten. Für 56 Prozent der Befragten stellt die schwache Nachfrage in China allerdings nun das größte Problem dar, gefolgt vom Thema Preisdruck (52 Prozent). Ein neuer Trend ist laut AHK, die eigene Wettbewerbsfähigkeit durch verstärkte Lokalisierung zu sichern. Mit 40 Prozent gaben diesmal deutlich mehr an, unabhängiger von ihren deutschen Zentralen zu operieren. Das Prinzip lautet, „in China für China“ zu produzieren und damit auf Anforderungen im chinesischen Markt zu reagieren. Konkret gab man an, mit chinesischen Playern zusammenarbeiten sowie Forschung und Entwicklung in China ausbauen zu wollen.

China will konsumgetriebene Wirtschaft erreichen

Das von der kommunistischen Partei regierte Land erlebt seit Jahren eine schwere Immobilienkrise, die den Nachfragerückgang zusätzlich befeuert. Das liege daran, dass dort viele Menschen ihr Erspartes in Immobilien anlegten, die im Zuge der Krise an Wert verloren. Das drückte auch die Konsumlaune nach unten. China versucht dabei, sich von einer durch Angebot getriebenen zu einer durch Konsum angetriebenen Wirtschaft zu wandeln, bemerken Experten. Doch dafür fehle eben derzeit das Konsumentenvertrauen. China habe noch keinen guten Weg gefunden, um diese Probleme zu lösen. Auch die 546 Unternehmen, die sich von rund 2.100 AHK-Mitgliedern in China an der Umfrage im Herbst beteiligt hatten, bekommen das zu spüren. Insgesamt sind laut AHK übrigens rund 5.000 deutsche Firmen in der Volksrepublik tätig.

China und deutsche Unternehmen dort haben Probleme

Obendrein droht China ein Handelskonflikt mit der neuen US-Regierung von Präsident Donald Trump, was sich auch schon zu zeigen beginnt. Und mit der EU verhandelt Peking, um Zusatzzölle auf Elektroautos abzuwenden. Chinas Hersteller produzieren in einem erbitterten Preiskampf mehr Fahrzeuge, als der Markt verträgt. Sie machen damit aber so gut wie keinen Gewinn und wollen auch deshalb ins Ausland expandieren. China legt außerdem immer mehr Wert auf Produkte heimischer Hersteller. Erstmals registriere fast ein Drittel der Befragten den Trend, dass eher von chinesischen Unternehmen gekauft werde. Parallel beklagen die Unternehmer seit Jahren bekannte Probleme, wie die Verletzung von geistigen Eigentumsrechten, die Bevorzugung chinesischer Firmen und einen erschwerten Zugang bei öffentlichen Ausschreibungen.

Die meisten Deutschen Unternehmen wollen durchhalten

Doch die Deutschen wollen nicht aufgeben, wie man erfahren hat. Denn 92 Prozent der Befragten denken laut AHK nicht über einen Rückzug aus China nach. Etwas mehr als ein Drittel will allerdings, wie schon gesagt, vorerst nicht weiter in China investieren. Laut Befragungsergebnis liegt das daran, dass diese Gruppe in den Vorjahren bereits viele Investments getätigt hat. Mit 51 Prozent wollen zwar mehr als die Hälfte der Unternehmen weiter Geld in den Standort stecken, doch auch dieser Anteil sank im Vergleich mit den Vorjahren.

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