Windkrafttechnik Deutsche Windanlagen-Hersteller auf neuen Höhenflügen

Redakteur: Frank Fladerer

Die befürchtete Flaute bei den deutschen Anbietern von Windkrafttechnik ist ausgeblieben. 2007 steigerten die Unternehmen ihren Umsatz um 21% und erwirtschafteten 6,1 Mrd. Euro. Dies gab Jens-Peter Molly, Geschäftsführer des Deutschen Windenergie-Instituts (Dewi), im Rahmen einer Pressekonferenz des VDMA-Fachverbandes Power Systems in Berlin bekannt.

Anbieter zum Thema

Den Zahlen zufolge erzielten die deutschen Hersteller und Zulieferer von Windenergietechnik einen Anteil von 27,7% am weltweiten Umsatzvolumen in der Windkrafttechnik. Die Exportquote stieg von 74 auf 83%. „Im Ausland greift man nicht zuletzt wegen unseres hohen technologischen Niveaus gerne auf deutsche Windkraftkomponenten zurück“, kommentierte Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems. „Das wird auch in der Zukunft so bleiben.“ Vor allem China und die USA werden nach Einschätzung der Experten in diesem Jahr die Wachstumstreiber sein.

Für 2008 wird für die USA ein Ausbau der Windkraftleistung in Höhe von 8000 MW und für China in Höhe von 5000 MW erwartet. In Deutschland werden voraussichtlich 1700 MW neu installiert, das entspricht dem Wert von 2007. Im Jahr 2009 dürften sich nach Einschätzung der Experten auch im Inland wieder deutliche Steigerungen ergeben. Grund dafür ist die Erhöhung der Einspeisevergütung für die Windkraftanlagen an Land, mit der viele Investoren bereits kalkulierten.

Bundesverbandes Windenergie rechnet mit weiterhin kräftigem Marktwachstum

Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie, rechnet auch für die nächsten Jahre mit einem kräftigen Marktwachstum. Einschlägige Prognosen sagen eine Verdoppelung der weltweiten Neuinstallationen von 19,9 GW im Jahr 2007 auf 39,6 GW im Jahr 2010 voraus. „Ein Zuwachs von 100% innerhalb von drei Jahren, das ist ein Aufbruchsignal für die gesamte Branche“, so Albers.

Thorsten Herdan sieht in dem Boom der Windenergie-Branche einen langfristigen Trend, auf den die Unternehmen bei Ausbauplänen vertrauen könnten. „Derzeit muss man 1,5 bis 2 Jahre warten, bis man eine Windturbine geliefert bekommt“, sagt Dewi-Geschäftsführer Jens-Peter Molly. Die Kapazitäten bei Herstellern und Zulieferern seien in den letzten Jahren allerdings spürbar ausgebaut worden. So sind 2007 knapp 31 000 Menschen direkt bei den Windkraft-Herstellern und weitere 54 000 bei den Zulieferern beschäftigt gewesen, was einem Zuwachs von 22% entspricht.

(ID:263351)