So ist die Lage! Deutsche Wirtschaft entkommt Krise nur im Schneckentempo

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung des Münchener Ifo-Instituts in den kommenden Jahren nur langsam aus der Krise finden ...

Der Wirtschaftsstandort Deutschland hängt zwar noch nicht in Fetzen, aber angeknabbert ist er deutlich, sagen die Forscher vom Ifo-Institut. Hier einige Prognosen und Forderungen für die kommenden Jahre ...(Bild:  German Flaggs)
Der Wirtschaftsstandort Deutschland hängt zwar noch nicht in Fetzen, aber angeknabbert ist er deutlich, sagen die Forscher vom Ifo-Institut. Hier einige Prognosen und Forderungen für die kommenden Jahre ...
(Bild: German Flaggs)

Die deutsche Wirtschaft steckt tief in der Krise. Schon in den beiden vergangenen Jahren war Europas größte Volkswirtschaft geschrumpft. Mit Blick auf 2026 und 2027 schrauben die Ifo-Wirtschaftsforscher ihre Prognose jetzt doch deutlich herunter. Als Gründe nennen sie die Belastungen durch die Zollpolitik der USA, aber auch eigene strukturelle Schwächen und das maue China-Geschäft. Der Arbeitsmarkt dürfte sich hingegen vergleichsweise robust halten, wie man glaubt. Auch die Inflation bleibe moderat mit einer Rate von 2,2 Prozent in diesem Jahr und nächstem Jahr sowie 2,3 Prozent in 2027. So dürften die Energiepreise weiter sinken. Für die kommenden zwei Jahre erwartet das einflussreichste deutsche Wirtschaftsforschungsinstitut demnach nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts zwischen 0,8 und 1,1 Prozent – das sind je 0,5 Prozentpunkte weniger, als noch im Herbst vorhergesagt. Das Jahr 2025 dürfte mit einem Plus von 0,1 Prozent (zuvor 0,2 Prozent) de facto stagnierend enden.

Wirtschaftsforscher pessimistischer als Politik

Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel durch Innovationen und neue Geschäftsmodelle nur langsam an und das sei auch noch teuer erkauft. Zusätzlich würden Unternehmen – und Neugründungen im Besonderen – durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Mit dieser Einschätzung ist man am Ifo außerdem deutlich düsterer gestimmt als es die Bundesregierung ist. Denn jene erwartet für 2026 ein Wachstum von 1,3 Prozent und für 2027 1,4 Prozent. Das Bedenklichste sei aber, dass die Weltwirtschaft bis 2027 um etwa 2,5 Prozentpunkte wachsen dürfte, aber Deutschland in keinster Weise davon profitiere.

Ohne strukturelle Reformen erodiert der Standort Deutschland

Zwar will die Bundesregierung Milliarden für Verteidigung und Infrastruktur ausgeben. Die geplanten staatlichen Investitionen sowie weitere Entlastungen wirken aber nur verzögert, wie das Ifo-Institut anmerkt. Für 2026 erwarten die Forscher nun einen Wachstumseffekt von 0,3 Prozentpunkten und für 2027 sind es 0,7 Prozentpunkte. Die Maßnahmen der Bundesregierung würden zwar kurzfristig helfen, aber genügten nicht, um auch langfristig die Produktionskapazitäten der Wirtschaft auszuweiten. Wegen der staatlichen Milliardenausgaben erwarten sowohl Ifo als auch andere Forschungsinstitute also immerhin eine Belebung der deutschen Wirtschaft. Doch ohne Reformen könnte das 500-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur ein kurzes Strohfeuer bleiben. Das liege an den strukturellen Problemen Deutschlands. Gemeint sind etwa die hohen Energiekosten und Sozialabgaben sowie die überbordende Bürokratie. Volkswirte kritisieren dabei auch, dass viele Gelder nicht in neue Investitionen fließen, sondern in Konsumausgaben. Zu allem Übel verliere Deutschland an Dynamik, weil das Arbeitskräftepotenzial und die Investitionen aus den Unternehmen zurückgingen.

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