Leben am Limit Deutschland braucht viele Milliarden zur Sanierung der Infrastruktur

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Brücken bröseln (Carolabrücke in Dresden), Straßen haben Schlaglöcher und der Äther Funklöcher. Doch die Reparatur des Ganzen kostet immense Summen ...

Viele Milliarden nötig! Dass die deutsche Infrastruktur am Boden ist, beweist eindrücklich der Einsturz der Carolabrücke in Dresden. Doch nicht nur Straßen und Brücken und Bahn sind am Ende. Auch die Energie- und Kommunikationsnetze seien fällig. Experten empfehlen Privatinvestoren.(Bild:  P. Fellermeier)
Viele Milliarden nötig! Dass die deutsche Infrastruktur am Boden ist, beweist eindrücklich der Einsturz der Carolabrücke in Dresden. Doch nicht nur Straßen und Brücken und Bahn sind am Ende. Auch die Energie- und Kommunikationsnetze seien fällig. Experten empfehlen Privatinvestoren.
(Bild: P. Fellermeier)

Eine neue Studie des renommierten Ökonomen Lars Feld beziffert nun die nötigen Mittel allein für Autobahnen, Eisenbahn und Energieinfrastruktur auf rund 400 Milliarden Euro in den kommenden Jahren, wie die dpa meldet. Der Gesamtbedarf ist aber noch höher, heißt es in der Analyse, die in Frankfurt vorgestellt wurde. Denn Infrastrukturinvestitionen in Deutschland würden nicht systematisch erfasst. Deutschlands Infrastruktur lebt fast nur noch von ihrer Substanz, konstatiert Feld, der an der Universität Freiburg lehrt und Finanzminister Christian Lindner (FDP) berät. Was der Staat investiere, reiche schon langen nicht mehr. Aber ohne solide Infrastruktur gebe es keine Zukunft.

Am teuersten wird die Energiewende

Basierend auf Angaben des Bundesverkehrsministeriums wird in der Studie der Investitionsbedarf allein für die Straßeninfrastruktur des Bundes (Autobahnen und Bundesfernstraßen) für die Jahre 2025 bis 2028 auf über 57 Milliarden Euro geschätzt. Für die Bahn würden 63 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum benötigt. Und für die Energieinfrastruktur liegt der geschätzte langfristige Investitionsbedarf im Zuge der Energiewende bei On- und Offshore-Anlagen bei bis zu 270 Milliarden Euro. Zugleich habe Deutschland Nachholbedarf. Denn 2022 betrug die Investitionsquote von Bund, Ländern und Gemeinden zusammen 2,6 Prozent des realen Bruttoinlandsprodukts. Damit liege Deutschland etwa einen Prozentpunkt unter dem Schnitt der OECD-Länder.

Hoffnungsschimmer Privatinvestoren

Eine Chance könnte sei, private Investoren einzubinden – etwa über Infrastrukturfonds. In Deutschland gibt es schließlich privatrechtlich organisierte Infrastrukturgesellschaften, an denen der Staat beteiligt ist – man denke an die Autobahn GmbH. Würden diese Gesellschaften mit bestimmten Kompetenzen (eigene Einnahme- oder Kreditfähigkeit) ausgestattet, könnten attraktive Geschäftsmodelle entstehen, die sich als Anlageobjekte für entsprechende Fonds anböten. Im Energiebereich schlägt der Experte die Gründung einer Netzinfrastruktur-Gesellschaft vor, die die staatlichen Beteiligungen an den Übertragungsnetzbetreibern bündelt und in welche die Geldgeber dann investieren können. Was auch immer – es sei nach Meinung des Experten unerlässlich, die Finanzierung der Infrastruktur breiter aufzustellen.

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