Elektromobilität Deutschland fährt aus vielerlei Gründen nur hinterher

Quelle: Pressemitteilung von sp-x 2 min Lesedauer

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Hohe Preise, mageres Angebot, zu kleine Ladeinfrastruktur: Eine Unternehmensberatung findet, Deutschland ist bei der E-Mobilität nicht gut aufgestellt.

In China prägen E-Autos längst das Straßenbild.(Bild:  SP-X/Mario Hommen)
In China prägen E-Autos längst das Straßenbild.
(Bild: SP-X/Mario Hommen)

Der Markt für Elektromobilität ist in Deutschland und anderen europäischen Ländern inzwischen deutlich weniger entwickelt als in China, findet die Unternehmensberatung Deloitte. Sie sieht in ihrem aktuellen EV-Index (Q1/2025) speziell für Deutschland schlechtere Rahmenbedingungen, ein geringes Fahrzeugangebot und hohe Preise für E-Autos.

Entscheidend ist für die Deloitte-Analysten, dass E-Autos hierzulande deutlich teurer sind als Verbrenner und das Angebot über alle Segmente viel geringer ausfällt. Ein Elektroauto ist in Deutschland durchschnittlich 10.200 Euro teurer als ein vergleichbarer Verbrenner. Bei den Kleinwagen (B-Segment) kostet ein Stromer im Durchschnitt 37.000, während der Preis für einen Verbrenner bei 25.000 Euro liegt. In der Kompaktklasse (C-Segment), die mit 36 Prozent den größten Marktanteil hat, liegt der Preis für ein E-Auto bei 50.000 Euro, für ein Auto mit Ottomotor dagegen bei 36.000 Euro.

Dazu kommt, dass die Elektroauto-Auswahl oft hinter dem Verbrenner-Programm zurückliegt. Auf dem deutschen Markt sind im Kompaktsegment aktuell 19 Modelle mit Verbrennungsmotor verfügbar – bei den E-Autos sind es dagegen nur sechs. Bei den Kleinwagen ist das Verhältnis 15:6, in der Mittelklasse 12:5.

Sorge um den Elektro-Restwert

Hinzu kommen hierzulande Unsicherheiten bezüglich des Restwertes von Elektroautos. Wie der EV-Index zeigt, haben BEVs einen um 60 Prozent höheren Wertverlust als Verbrenner. Nach 10.000 Kilometern liegt die Wertminderung bei Elektroautos bei 6,8 Prozent, bei Verbrennern sind es derzeit für dieselbe Laufleistung 4,2 Prozent. „Zwar sind die Betriebskosten für Stromer niedriger, jedoch wird das von den Verbrauchern nicht als Ausgleich für die hohen Anschaffungskosten wahrgenommen", sagte Deloitte-Experte Dr. Harald Proff. Die hohe Wertminderung verschärfe die Unlust auf E-Autos, ebenso wie die Sorge um eine ungenügende Ladeinfrastruktur.

Denn die hat aus Sicht der Unternehmensberatung noch klaren Nachholbedarf: 18 öffentliche Ladepunkte pro 10.000 Einwohner stehen in Deutschland zur Verfügung. In China liegt der Wert bei 23. Allerdings verfügen die chinesischen Haushalte kaum über private Lademöglichkeiten. Diese werden aber in Deutschland von den Verbrauchern bevorzugt. In einer von Deloitte-Umfrage gaben 71 Prozent der deutschen Konsumenten an, dass sie zu Hause laden möchten. Aber gut die Hälfte der Befragten hat dort bislang keinen Zugang zu einer Ladestation.

Wesentlich sind die hohen Strompreise. Wer hierzulande an der heimischen Steckdose tankt, zahlt 67 Euro für 1.000 Kilometer. Zum Vergleich: In Italien sind es 51 Euro, in Spanien rund 40 Euro. In China kosten 1.000 elektrisch gefahrene Kilometer umgerechnet 7,50 bis 12,50 Euro.

Der Abstand zu den Treibstoffkosten eines Verbrenners ist in China deutlich größer. Der Liter Benzin kostet dort rund einen Euro, so dass sich bei einem Durchschnittsverbrauch von 7 Litern Kosten von rund 70 Euro je 1.000 Kilometer ergeben. In Deutschland sind bei gleichem Verbrauch rund 130 Euro für diese Strecke fällig.

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