Go für Linienflüge Neuer Lieferservice per Drohnen in Lüdenscheid gestartet

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Deutschland-Premiere! Ein voll automatisierter Drohnenlieferservice für Unternehmen ist gestern in Lüdenscheid gestartet, wie die dpa meldet.

Was haben die Dame und die Drohne gemeinsam? Richtig! Den Namen. Jacqueline Auriol war eine begnadete Fliegerin und die Drohne ist es auch, so Third Element Aviation. Nicht zuletzt fußt auf dem smarten Flugsystem nun der erste offizielle Lieferservice per Drohne in Lüdenscheid.(Bild:  Third Element Aviation)
Was haben die Dame und die Drohne gemeinsam? Richtig! Den Namen. Jacqueline Auriol war eine begnadete Fliegerin und die Drohne ist es auch, so Third Element Aviation. Nicht zuletzt fußt auf dem smarten Flugsystem nun der erste offizielle Lieferservice per Drohne in Lüdenscheid.
(Bild: Third Element Aviation)

Ein Satz Schraubendreher und eine Kneifzange kommen jetzt aus der Luft. Oder auch ein paar Kleinteile für eine Industriemaschine. Denn mit dem bundesweit ersten kommerziellen Linienflugbetrieb und der eigens entwickelten Transportdrohne Auriol wird nun der Weg für eine schelle und umweltfreundliche Alltagslogistik aus der Luft frei, meinen der Drohnenhersteller Third Element Aviation (3EA), die Lüdenscheider Koerschulte Group und der Software-Entwickler HHLA Sky. Nach gut zweieinhalb Jahren Testbetrieb im Sauerland hebt Auriol zum also Jungfernflug ab. Die Drohne fliegt über Staus und Verkehrschaos hinweg und kann bis zu 80 Pakete täglich ausliefern. Es gehe aber nicht um Zementsäcke für die Baustelle, sondern um wichtige Teile, die unmittelbar in den Betrieben fehlten.

Eine Person steuert bis zu einem Dutzend Drohnen

Die Mitarbeiter des Serviceanbieters Koerschulte beobachten die Flüge dabei lediglich und greifen nur bei Abweichungen ein, wie es weiter heißt. Das Besondere sei, dass nur eine Person 10 bis 12 Drohnen gleichzeitig im Blick behalten könne. Der Projektpartner HHLA Sky hat den Leitstand – eine Art Kontrollzentrum – ausgetüftelt. Das sei ein gewaltiger Fortschritt im Vergleich zum bisher üblichen Verfahren mit jeweils einem Piloten pro Drohne. Auriol kann mithilfe eines Greifers Pakete zentimetergenau absetzen oder auch aufnehmen. Das Luftfahrbundesamt (LBA) habe erstmals in Deutschland eine Genehmigung für einen derartigen Logistiklinienflugbetrieb erteilt, betonen die Projektpartner. Sie wollen schnell weitere Transportdrohnen bauen und peilten längere Flugrouten in Deutschland und Europa an. Nachdem Technik und Sicherheit nun vom LBA gründlich geprüft worden seien, rechneten die drei Unternehmen damit, dass sie für die nächsten anvisierten Strecken zügig weitere Genehmigungen bekämen. Örtlich sei ein solcher Liefereinsatz überall von Langeoog bis Oslo möglich.

Das kann die Transportdrohne Auriol leisten

Die neue Transportdrohne kann den Angaben zufolge ein Lastgewicht von bis zu 6,5 Kilogramm tragen und maximal 45 Minuten fliegen. Ein Tempo von maximal 65 Kilometern pro Stunde sei machbar. Zur Sicherheit ist aber ein Fallschirm eingebaut. Die Akkus können mit Ökostrom betrieben werden. Die Luftlinie sei immer der kürzeste Weg, das Ganze besonders effizient, zeit-, kosten- und personalsparend zu transportieren. Genaue Angaben zu Lieferpreisen machten die Unternehmen zunächst nicht. Notfallservices für eilige Teile sind aber teurer als regelmäßig vereinbarte Lieferungen, heißt es. Viele Experten sehen außerdem grundsätzlich große Chancen und Einsatzmöglichkeiten für Lieferdrohnen in Deutschland für viele Bereiche. Der Verband für unbenannte Luftfahrt, UAV DACH, spricht von einem wichtigen Meilenstein.

Warum ausgerechnet Lüdenscheid als Startort?

Die Stadt liegt inmitten von Südwestfalen, einer der wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands, erklären die Beteiligten. Und Lüdenscheid sei drastisch vom Rahmenbrückendesaster an der A45 betroffen. Wegen der Autobahnunterbrechung gehörten Verkehrschaos und Lieferverzögerungen zum Alltag, was hohe Umsatzeinbußen mit sich bringe. Die Zukunft der Logistik liege folglich in der Luft. Probleme werden einfach überflogen, sagt Geschäftsführer Norman Koerschulte. Für die erste Route von gut einem Kilometer habe Auriol nur zwei Minuten gebraucht. Die Koerschulte Group will den Luftservice nun möglichst vielen seiner rund 3.000 Kunden aus Industrie und Handwerk anbieten – und dann auch darüber hinaus.

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