Unrentable Zeiten Deutsche Stahlproduktion erneut unter 40-Tonnen-Marke

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Deutschland erzeugt in Europa den meisten Stahl, doch Player wie Thyssenkrupp Steel und HKM Stahl stecken in der Krise. Das spiegeln generell auch die Produktionszahlen wider ...

Die deutschen Stahlkocher bleiben immer länger kalt, weshalb man Bilder wie dieses im letzten Jahr relativ selten geboten bekam. Nach neuesten Analysen blieb die Stahlherstellung nämlich auch 2025 wieder unter der magischen 40-Tonnen-Marke ... (Bild:  Steelmaestro)
Die deutschen Stahlkocher bleiben immer länger kalt, weshalb man Bilder wie dieses im letzten Jahr relativ selten geboten bekam. Nach neuesten Analysen blieb die Stahlherstellung nämlich auch 2025 wieder unter der magischen 40-Tonnen-Marke ...
(Bild: Steelmaestro)

Die Krise der deutschen Stahlindustrie hat sich 2025 noch verschärft, wie sich zeigt. Denn nur noch 34,1 Millionen Tonnen Rohstahl wurden erzeugt. Das ist der niedrigste Wert seit dem Finanzkrisenjahr 2009, als 32,7 Millionen Tonnen produziert wurden. Der Rückgang im Vergleich zu 2024 lag demnach bei 8,6 Prozent, wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl in ihrer Jahresbilanz berichtete. Die Kapazitätsauslastung sei aber zugleich unter den kritischen Wert von 70 Prozent gefallen. Die Produktion ist damit bereits zum vierten Mal in Folge deutlich unter der Marke von 40 Millionen Tonnen geblieben. Diese Menge gilt übrigens für die Branche als Schwelle für eine auskömmliche Kapazitätsauslastung. Seit 2018 wurde diese Grenze insgesamt sechsmal unterschritten. Die Stahlbranche verharre damit auf Rezessionsniveau. Auch die Stahlnachfrage auf dem deutschen Markt ist 2025 demnach außergewöhnlich schwach ausgefallen. Mit auf das Jahr hochgerechneten rund 30 Millionen Tonnen lag auch die Marktversorgung nochmals unter dem schon niedrigen Durchschnitt der vergangenen vier Jahre.

2026 muss das Jahr der Standortsicherung werden

Als Hauptgründe für die Einbrüche sieht Kerstin Maria Rippel, die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes, strukturelle Belastungen: „Für die Branche kommt derzeit vieles zusammen. Das sind eine historisch schwache Nachfrage, ein ungebremst wachsender Importdruck und international nicht wettbewerbsfähige Energiepreise.“ So stamme inzwischen rund jede dritte in der EU eingesetzte Tonne Stahl aus Ländern, die nicht in der EU sind. Globale Überkapazitäten sowie die immer aggressivere US-Zollpolitik verschärfen die Lage noch. Bundesregierung und EU-Kommission haben 2025 zwar begonnen, gegenzusteuern, doch umgesetzt ist laut Rippel noch lange nichts. Druck und Tempo müssten erhöht werden. Das Jahr 2026 muss das Jahr der Standortsicherung werden. Zentral bleibe außer einem Außenhandelsschutz vor allem eine entspannende Antwort auf die Frage, wie man mit den hohen Energiepreisen umgehen soll. „Die derzeit nicht wettbewerbsfähigen Strompreise belasten nämlich stark, und zugleich sind sie ein zentraler Hemmschuh für den Umbau der gesamten Stahlindustrie zur Klimaneutralität“, so Rippel abschließend.

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