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Kurzschlussschaltung der Motorwicklungen
Als optimale Variante stellte sich in Versuchsreihen die Kurzschlussschaltung der Motorwicklungen heraus. Allerdings können dabei anfangs bei hoher Drehzahl durch die Induktion sehr große Ströme auftreten. Das bedeutet, dass die Wicklungen kurzfristig eine hohe Wärmebelastung aushalten und die Steuerungstransistoren für diese Impulsströme ausgelegt werden müssen. Zusätzlich erzeugen hohe Ströme in Spulen immer ein starkes (Gegen-)Magnetfeld. Es besteht also die Gefahr, die Magnete im Rotor zu entmagnetisieren. Diese Probleme sind durch geeignete Bauteilauswahl und Auslegung der Magnete gelöst. Der Bremslüfter arbeitet daher so zuverlässig und langlebig wie gewohnt.
Elektronik wird vom geladenen Glättungskondensator versorgt
Wird die Betriebsspannung ausgeschaltet, geht die Elektronik in den Bremsmodus. Sie zehrt dabei von dem geladenen Glättungskondensator ihrer Stromversorgung. Um die Funktion, also die Ansteuerung der Kurzschlusstransistoren der Elektronik, bis zum Stillstand des Rotors aufrechterhalten zu können, wird der Kondensator bei nachlassender Spannung durch kurze Ladeimpulse aus dem Bremsgenerator wieder aufgeladen. Dazu wird der Bremskurzschluss kurzzeitig aufgehoben. Bei einem typischen Lüfter sind so Bremszeiten von unter drei Sekunden möglich. Aus der inneren Wärmekapazität der Bauteile und der maximalen Bremsenergie ergibt sich dann ein Temperaturniveau, das sicher unter der maximalen Betriebstemperatur der eingesetzten Komponenten liegt. So ist ein langjähriger, störungs- und wartungsfreier Betrieb sichergestellt.
Die aktive Bremsung beim Abschalten der Stromversorgung am Lüfter lässt für den Anwender neue Möglichkeiten zu. Kurz gesagt, der Bremslüfter bringt gleich eine ganze Reihe von Vorteilen auf einmal:
- Verzicht auf Schutzgitter;
- weniger Geräusch;
- bessere Leistung;
- geringere Kosten durch geringeren Stromverbrauch.
Auch bei der Logistik macht sich die geringere Teilezahl bemerkbar. Die neuen Bremslüfter sparen bei gleichbleibendem Sicherheitsniveau also Zeit und Geld. MM
* Dipl. Ing. (FH) Frank Heller ist Entwicklungsingenieur für Hardware, Grundlagen- und Technologieentwicklung bei der EBM-Papst St. Georgen GmbH & Co. KG in 78112 St. Georgen, Tel. (0 77 24) 81-0; Dipl. Chem. Andreas Zeiff ist Redakteur.
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