Herbstdepression! Die deutsche Wirtschaft fühlt Krisenstimmung

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Wie Experten sagen, verstärken sich in der deutschen Wirtschaft die Signale für eine kommende Krise. Auch was den Konsum angeht, sieht es flautig aus.

Manche mögen leere Seiten in einem Buch! Die deutsche Industrie mag diesen Anblick aber gar nicht, wenn es um die Auftragslage geht. Und die, so Wirtschaftsexperten, sieht alles andere als rosig aus. Gleichzeitig schwächelt der Konsum im Land ...(Bild:  Geigenkasten)
Manche mögen leere Seiten in einem Buch! Die deutsche Industrie mag diesen Anblick aber gar nicht, wenn es um die Auftragslage geht. Und die, so Wirtschaftsexperten, sieht alles andere als rosig aus. Gleichzeitig schwächelt der Konsum im Land ...
(Bild: Geigenkasten)

Die deutsche Industrie blickt auf ein deutlich hinkendes Neugeschäft und auf einen stärkeren Auftragsrückgang als erwartet. Auch vom Privatkonsum sind aktuell kaum Wachstumsimpulse zu erwarten, da dürften auch Lohnerhöhungen, wie sie derzeit gefordert werden, nicht viel daran ändern. Wirtschaftsminister Robert Habeck bezeichnet die wirtschaftliche Lage im Land deshalb als nicht zufriedenstellend und gab durch die Blume zu, dass auch die Regierung die Prognose nach unten schraubt. Eine nicht näher erläuterte Wachstumsinitative soll demnach für Investitionsimpulse sorgen. Denn in der Industrie ist nach zwei Anstiegen in Folge der Auftragseingang im August unerwartet abgesunken. Die Zahl der Bestellungen fiel im Monatsvergleich nämlich gleich um 5,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt analysiert hat. Subtrahiere man die Großprojekte, hätten die Unternehmen 3,4 Prozent weniger Bestellungen erhalten. Allerdings wurde der Auftragseingang im Vormonat Juli nach oben revidiert. Er ist demnach um 3,9 Prozent im Monatsvergleich gestiegen, nachdem zuvor nur ein Anstieg um 2,9 Prozent gemeldet wurde. Analysten hatten aber nach den Anstiegen im Juni und Juli einen Dämpfer beim Auftragseingang erwartet. Sie waren im Schnitt aber nur von einem Rückgang um zwei Prozent im Monatsvergleich ausgegangen, wie es weiter heißt. Vor allem der Automobilbau drücke das Gesamtergebnis. Ein Jahr zuvor scheffelte die Branche allerdings auch Rekordsummen wegen gestiegener Preise (282,2 Milliarden Euro – jetzt 269,5 Milliarden).

Verbraucher wollen lieber sparen als kaufen

Im deutschen Einzelhandel hat sich die Stimmung nach Angaben des Ifo-Instituts weiter verschlechtert. Vor allem wieder die Autohändler, aber auch die Möbelverkäufer sehen ihre Geschäftslage laut der Septembererhebung der Münchener Wirtschaftswissenschaftler ungünstig. Der Geschäftsklimaindex für den Einzelhandel insgesamt sank deshalb von minus 23,1 Punkten im August auf minus 25,6. Die Verbraucher seien offensichtlich verunsichert, was das wirtschaftspolitische Umfeld angehe. Und das ließe für das restliche Jahr 2024 keine dynamische Entwicklung bei den privaten Konsumausgaben mehr erwarten. Dementsprechend deutet die monatliche Umfrage darauf hin, dass die Preise im Einzelhandel in den kommenden Monaten nicht allzu stark steigen werden. Und der Einzelhandelsverband HDE verweist darauf, dass sich die seit Monaten anhaltende Abwärtsbewegung der Verbraucherstimmung im Oktober fortgesetzt hat. Das aktuelle Konsumbarometer sei deshalb den vierten Monat in Folge zurückgegangen. In den letzten Monaten des Jahres werde vom privaten Konsum voraussichtlich kein Wachstumsimpuls ausgehen. Weil die Neigung der Verbraucher für Neuanschaffungen im Vergleich zum Vormonat steige, sei aus Sicht des HDE in den kommenden Wochen und Monaten nur mit einer minimalen Konsumausweitung zu rechnen. Gleichzeitig denken die Verbraucher aber auch daran, mehr zu sparen, heißt es.

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