Laserschweißen Die Laser sollte ihrem Charakter treu bleiben

Redakteur: Rüdiger Kroh

Mit der Fokussierung auf die Fertigung versucht die Messe Laser nach Meinung von Peter Leibinger einen Spagat. Wir befragten den stellvertretender Vorsitzenden der Geschäftsführung der Trumpf GmbH + Co. KG und Vorsitzenden des Geschäftsbereichs Lasertechnik/Elektronik nach seiner Messe-einschätzung und der Bedeutung der Automobilindustrie für den Laser.

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MM: Herr Leibinger, welche Bedeutung hat die Laser 2007 für Trumpf und welche Trends erwarten Sie von der Messe?

Leibinger: Die Laser in München ist für Trumpf die wichtigste Messe für Laserstrahlquellen, deren technisches Umfeld und für Komponenten rund um Laserstrahlquellen. Trends, die wir erwarten, sind die weitere Umsetzung der Diodenanregung von Festkörperlasern und die Weiterentwicklung der damit verbundenen Festkörperlaserkonzepte wie Scheibe und Faser.

Die Professionalisierung der Branche und Verbreiterung des Komponentenangebots wird ein weiterer sich fortsetzender Trend sein. Es werden wieder neue Komponentenhersteller präsent sein, einige aus China, und der Reifegrad aller gezeigten Produkte wird wieder höher sein, als dies in der Vergangenheit der Fall war.

MM: Ein Schwerpunkt der diesjährigen Messe sind Laser in der Fertigung. Wie beurteilen Sie diese Fokussierung, auch im Hinblick auf die im März 2008 stattfindende Lasys in Stuttgart?

Leibinger: Der Schwerpunkt, den die Messe München bei der Laser 2007 World of Photonics auf die Fertigung legt, ist ursächlich mit dem Erscheinen der Lasys verbunden. Bisher war die Laser eine eher wissenschaftliche, stark an der Strahlquelle und zugehörigen Komponenten orientierte Messe. Dies hat den Reiz der Messe ausgemacht. Es hat die Klientel bestimmt und hat eine exzellente Fokussierung mit sich gebracht.

Mit dem Fokus auf die Fertigung versucht die Laser einen Spagat, der vermutlich scheitern wird. Der Grundcharakter der Messe ist durch den Laser geprägt und an Entwicklung, Forschung und Wissenschaft orientiert. Die Anlagentechnik und die Anwendung sowie die dafür typische Klientel hat eine andere Ausprägung. Die Messe kann aber nicht beides gleichzeitig sein. Sie sollte daher ihrem Charakter treu bleiben. Sie täte damit sich und den Ausstellern, ihren Kunden, einen Gefallen.

MM: Nach der Laseroffensive von VW für die Fertigung von Golf V und Touran ist es mit Laseranwendungen in der Automobilindustrie etwas ruhiger geworden. Welche Rolle spielt die Automobilindustrie für die Lasertechnik und wie sehen Sie die Perspektiven?

Leibinger: Die Automobilindustrie hat in der Vergangenheit, mit der Ausnahme des Laserschneidens, eine Führungsrolle in der Laseranwendung eingenommen. Dies hat sich nicht abgeschwächt, aber andere Branchen haben aufgeholt. Trotzdem bleibt die Automobilindustrie für die Laseranwendung ein wichtiger Kunde, vor allem bei hohen Leistungen.

Die Zurückhaltung der Branche nach der VW-Offensive beim Golf V ist überwunden. Wir werden durch die erfolgreiche Einführung des Laserschweißens bei der neuen C-Klasse von Daimler-Chrysler nun Nachahmungen in der Breite erleben.

MM: In einer McKinsey-Studie wurde dem Remote- bzw. Scannerschweißen im Karosseriebau eine große Zukunft prognostiziert. Wie weit haben sich Remote-Techniken inzwischen etabliert?

Leibinger: Die Remote-Techniken befinden sich vor dem breiteren Einsatz im Karosseriebau. Sobald Erfolgsgeschichten bekannt werden, wird die Planung für neue Karosserien den Remote-Laserschweißprozess dort berücksichtigen, wo er sinnvoll eingesetzt werden kann. Deshalb rechnen wir in den nächsten Jahren mit einer zunehmenden Bedeutung des Remote-Schweißens im Karosseriebau.

MM: Welche Neuheiten kann der Besucher am Messestand von Trumpf erwarten?

Leibinger: Wir zeigen im gesamten Produktprogramm Neuheiten, die wir mit einem gewissen Überraschungseffekt präsentieren wollen. Daher werde ich an dieser Stelle noch keine Details über Neuheiten verbreiten.

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