Schmierstoffe

Die Lebensdauer von Maschinenteilen hängt von der Auswahl des Schmierstoffs ab

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Drehzahlkennwert als Größe für Schwerlastfette

In Schwerlastfetten, die großdimensionierte Lager schmieren, mit niedrigen Drehzahlen betrieben werden, jedoch hohe Drücke aufnehmen müssen, findet ein Grundöl mit einer Viskosität von 1000 mm2/s bei 40 °C Verwendung, das die Bezeichnung KPF2N-20 trägt.

Der sogenannte Drehzahlkennwert dk ist eine in diesem Zusammenhang wichtige Größe. Er gibt Aufschluss darüber, für welche maximale Drehzahl eines Lagers ein Schmierfett geeignet ist. Zwischen dem Drehzahlkennwert und der Grundölviskosität besteht ein kausaler Zusammenhang. Berechnet wird er nach der Formel:

dk = dm · nd

dm = (da – di) : 2

Dabei ist nd die Betriebsdrehzahl in min-1; da der Lageraußendurchmesser [mm]; di der Lagerinnendurchmesser [mm].

Um ein Schmierfett zu definieren, müssen verschiedene Einflussfaktoren berücksichtigt werden:

  • Lagerart (zum Beispiel Wälz- oder Gleitlager),
  • Lagerdimension,
  • Art der Reibung (bedingt durch Wälzkörper wie Rollen, Zylinder, Kugeln),
  • Betriebsbedingungen (Staub, Temperatur, Feuchtigkeit, Chemie) sowie
  • die mechanische Belastung (Stöße, Rütteln, Vibrationen, Drehzahl).

Komplexe Anforderungen bei Schmierstoffen für Windkraftanlagen

Je nach Aggregat beziehungsweise Einsatz des Schmierfettes definiert sich der Schwerpunkt von Einflussfaktoren (Tabelle – siehe Bildergalerie). So spielen in den verschiedenen Lagern von Windkraftanlagen stark schwankende Betriebstemperaturen eine große Rolle. Die Betriebstemperaturen der Generatorlager bewegen sich beispielsweise zwischen –30 und 100 °C.

Insgesamt sind die Anforderungen an ein Fett in diesem Anwendungsfall sehr komplex. Aufgrund der extrem hohen Drehmomente wird ein entsprechend hohes Lasttragevermögen ndm< 30000 gefordert. Eine gute Walkstabilität ist Grundvoraussetzung. Das heißt. Das Fett darf seine Konsistenz während des Betriebes nicht wesentlich verändern, zumal es in vielen Fällen über Zentralschmieranlagen gefördert wird.

Hochtemperaturfette auf Polyharnstoffbasis als Windkraftanlagen-Schmierstoffe bewährt

Bewährte Schmierstoffe für die Schmierung an Bauteilen von Windkraftanlagen sind Hochtemperaturfette auf Polyharnstoffbasis. Solche Fette besitzen in der Regel eine wirksame Additivierung gegen Umwelteinflüsse sowie Verschleiß und gewährleisten somit lange Ermüdungszeiten, sind also sehr scherstabil. Sie zeigen eine exzellente Alterungsstabilität und sind gegen Heiß- und Kaltwasser weitestgehend beständig.

Die Einsatzbereiche für Schmierfette beziehen sich auf zahlreiche technische Aggregate: in der Großindustrie, Bauindustrie, dem allgemeinen Maschinenbau, der Kraftfahrzeugtechnik und der Lebensmitteltechnik, die wiederum ein besonderes Feld darstellt.

Gerd Ludwig ist Vertriebsleiter bei der Meguin GmbH & Co. KG, 66740 Saarlouis. Wolfgang Gruss ist Key Accounter Schmierfette im selben Unternehmen.

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