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Aufgabenerzeugung durch CAD-Partitionierung
Im nächsten Schritt wurde nun die Formfläche als zu teilendes Objekt ausgewählt, die Skizze mit den Teilungskurven als Teilungsskizze und die meisten anderen Objekte in dieser CAD-Datei als zu löschen markiert, da sie unter Umständen Unternehmens-Know-how offenbaren würden, oftmals aber gar nicht nötig beziehungsweise sogar irritierend für die Ausführung der Konstruktionsarbeit durch die Auftragnehmer ist. Die Teilungskurven sind vom Auftraggeber nach technologischer Expertise gezielt gelegt. Entlang dieser wurde anschließend durch den Algorithmus eine rekursive Teilung der Gesamtfläche in insgesamt zehn Teile vollzogen.
Wie in der Abbildung zu sehen ist, wurde jede Aufgabe dann um einen Detailbeschreibungstext, der die Aufgabendefinition enthält, sowie Vergütung und folgende Dateien ergänzt und mit einem Dokumenttypen zur sinnvollen Verwaltung im PDM-System der Clous.Platform versehen.

Diese Aufgaben wurden dann dem Auftrag „Konstruktion BF-Stahleinsatz Catia“ zugeordnet, alle Daten auf die Clous.Platform hochgeladen und dort zur Bearbeitung durch die Clous.Community, in diesem Falle also die vier Meissner-Konstrukteure, freigegeben.


Projektüberwachung und -steuerung sowie Zugriff per Webbrowser
Der Auftraggeber konnte sowohl über die Clous.Engine als auch die Clous.Platform per Webbrowser jederzeit seine Projektdaten und vor allem die Verlaufsanzeige nutzen, also wusste auch von unterwegs jederzeit, wo sein Konstruktionsprojekt steht.

Die Clous.Platform erfüllt die Aufgabe der Auftragsvermittlung und Vertragsabschluss zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer, der Datenhaltung und Verteilung, der Kommunikation mit dem Auftraggeber sowie später auch dem Payment. Die Clous.Community-Konstrukteure benötigten für den Zugriff auf die Daten und auch den späteren Upload ihrer Arbeitsergebnisse lediglich den Webbrowser.

In der Abbildung links ist eine letzte verfügbare Aufgabe (von insgesamt zehn) angezeigt, bevor der Auftragnehmer diese Aufgabe angenommen hat. Dazu wählte er die Aufgabe einfach aus und setzte den Status auf Umsetzung. Dadurch entsteht im Regelfall der Vertrag und der Auftragnehmer ist nun in der Pflicht, die Arbeit zu leisten. Gleichzeitig erhält er somit den Zugriff auf die angehängten Aufgabendateien. Über das Dokumentenobjekt im Browser kann der Auftragnehmer die zur Verfügung gestellten Dateien herunterladen, bearbeiten und dorthin auch die Ergebnisdateien, also in der Regel CAD-Konstruktionsdateien, wieder hochladen. Abschließend setzt der Auftragnehmer den Status auf Fertig, wodurch dem Auftraggeber signalisiert wird, dass die Aufgabe aus Sicht des Auftragnehmers erledigt ist und er das Ergebnis prüfen kann.

Zusammenfügen aller Teilkonstruktionsergebnisse
Nach Einzelteilprüfung jedes Teilergebnisses durch den auftraggebenden Konstrukteur bei Meissner wurden nach Statuserreichen 100% des Auftrages dann mithilfe der eingebauten Synthesefunktion der Clous.Engine alle Teilergebnisse in das Gesamtwerkzeug-CAD-Modell (im Bild ist der Rest des Werkzeuges aus Geheimhaltungsgründen nicht angezeigt) in Sekundenschnelle eingebaut.
Konstruktionsrichtlinien sind kompliziert und nicht immer aktuell
Obwohl das Unternehmen sog. Konstruktionsrichtliniendokumente pflegt, aus denen hervorgeht, wie in den Domänen Konstruktionen auszuführen sind, bedurfte es hier der Unterstützung durch die Clous GmbH. Der Auftraggeber kennt sich in der Materie Blasformwerkzeugbau bestens aus und weiß im Schlaf, wie die Stahleinsätze auszulegen und zu konstruieren sind. Ein Teil dieses Wissens ist verschriftlicht – aber eben nicht alles. Darüber hinaus schien es nicht so leicht, das Konstruktionsrichtliniendokument für Stahleinsätze aus den vielen vorliegenden Dokumenten heraus zu erstellen bzw. eine umfangreiche Richtlinie gezielt einzukürzen, um nur so viel Wissen an den Auftraggeber preiszugeben, wie nötig war, aber wiederum genügend, um auch einen CAD-Konstrukteur ohne spezielles Vorwissen zu Blasformen und Stahleinsätzen zu befähigen, die Konstruktionsleistung zu erbringen.

Danksagung
Die Meissner AG hat bei der Entwicklung der Prozessschritte als zukünftiger Anwender wichtige Eingaben und Hinweise zur Gestaltung des Workflows geliefert und die Teilergebnisse evaluiert, um die Schritte abzusichern. Darüber hinaus hat sie mit dem Startmodell der Stahlschneidkante ein intelligentes Modell bereitgestellt, dass die Schnittstellen an der Übergabe von Kühlfluiden zwischen zwei Stahleinsätzen und die Platzierung der Stahlschneidkanten im Raum abbildet. Last but not least haben die Konstrukteure der Meissner AG freundlicherweise Werkzeugdaten bereitgestellt und Startmodelle geliefert, sodass dieser Pilot überhaupt erst möglich wurde. Wir bedanken uns bei der Meissner AG für die Zusammenarbeit und die Erlaubnis, die Daten hier zu publizieren.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal www.konstruktionspraxis.de
* Thomas Vorsatz und Claas Blume sind Geschäftsführer der Clous GmbH
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