Composites im Maschinenbau

Die Schlankheitspille für Autos und Maschinen

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Etablierte Fertigungsverfahren dafür gibt es laut Lang zur Genüge, doch die Varianz der Stückzahlen von eins bis zu mehreren Tausend verlangt zusätzliche Prozesse, die noch entwickelt werden müssen. Maschinenbauer könnten demnach sowohl durch die Entwicklung einzelner Komponenten für spezielle Anwendungen als auch mittels neuartiger Fertigungsverfahren durch spezielle Maschinen- und Anlagenkonzepte positive Impulse für die gesamte Industrie auslösen. Lang unterstrich seine Thesen anhand mehrerer Beispiele für gelungene CKF-Konstruktionen, wie einer abrasionsfesten Schaberklinge für die Reinigung von Walzen und der diversen Vorteile, die der Einsatz einer CFK-Brustwalze für eine Voith Duoshake TM zur Papierherstellung gebracht hat. Tilmann Richers von Karl Mayer ergänzte diese Praxisbeispiele mit Ausführungen zu einem Carbonprofil, das mittels Schlauchblasen wirtschaftlich hergestellt wird, und eines Carbonhebels für die eigenen Wirkmaschinen, mit dem die Produktivität der Anlagen um 15 % gesteigert werden konnte. Richers schloss sich den Ausführungen von Schürmann an, dass der Erfolg davon abhänge, dass man es schaffe, von herkömmlichen Werkstoffen auf Composites umzudenken.

Vor dem technischen Mehrwert steht die konstruktive Hürde

Die Potenziale von FVK vor allem für den Werkzeugmaschinenbau hatte Dr.-Ing. Christian Koerber von Trumpf im Visier. Die Vorteile lägen zwar klar auf der Hand, die Implementierung von FVK in bestehende Systeme könne aber doch gewisse Zielkonflikte auslösen, so Koerber. Trumpf untersuchte die Möglichkeiten zum Einsatz von FVK in den existierenden Anlagen deshalb gut und kam zu dem Schluss, dass vor allem dann ein technischer Mehrwert bestehen kann, wenn konstruktive Hürden gemeistert werden.

Hybride Strukturen, bei denen die Anisotropie von FVK gezielt genutzt wird, scheinen nach heutigem Stand der Dinge die beste Lösung zu sein, um keine „Verschlimmbesserungen“ zu verursachen. Allerdings muss im Vorfeld geklärt werden, wie die Strukturen an die Maschine angebunden werden können und wie die Schnittstellen zur Anbindung prozesssicher an die FVK-Struktur montiert werden können, bevor man einfach mal ein bewährtes Bauteil ersetzt, so Koerber. Denn meist offenbarten sich die Nachteile erst im Betrieb.

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