SKF Die Solaranlage hat auch eine Signalwirkung

Redakteur: Stéphane Itasse

Schon 2008 hat SKF mit der Solaranlage auf dem Logistikzentrum Schweinfurt Zeichen gesetzt. Über die Erfahrungen und Pläne berichten Otto Wieber, Leiter SKF Logistics Services Deutschland, Hans-Jürgen Senger, Manager Environment/Factory Planning/Security, und Matthias Ennulat, Electric Power Supply/Energy Management and Service.

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Mit der Solaranlage auf dem Dach des Logistikzentrums in Schweinfurt setzt SKF vor allem auf Photovoltaik, aber auch auf Solarthermie.
Mit der Solaranlage auf dem Dach des Logistikzentrums in Schweinfurt setzt SKF vor allem auf Photovoltaik, aber auch auf Solarthermie.
(Bild: Itasse)

Ihre Solaranlage war bei der Einweihung die größte in der Region. Welche Bilanz ziehen Sie nach dreieinhalb Jahren Betrieb?

Ennulat: In den vergangenen drei Jahren war der Energieertrag um 15 bis 20 % höher als geplant. Auch mit der Wartung hatten wir fast keinen Aufwand. Die Qualität des erzeugten Stroms ist gut, weil wir ihn für unser Mittelspannungsnetz auf 20 kV hochtransformieren und der Transformator die Oberwellen herausfiltert. Durch die Photovoltaikanlage ergibt sich also keine Beeinträchtigung der Netzqualität.

Wieber: Für uns als Logistics Services ist es ein Beitrag zum Ziel „Beyond Zero“ der gesamten SKF-Gruppe. Dadurch, dass wir die Installation mit Energieeinsparungen im Logistikzentrum vorbereitet haben, halten sich jetzt Energiegewinnung und -verbrauch etwa in Waage.

Senger: Wir haben die Gelegenheit zum Bau der Solaranlage bei der ohnehin fälligen Dachsanierung des Logistikzentrums genutzt. Das komplette Gebäude wurde bei Lüftung, Warmwasser oder Wärmetauschern auf den neuesten technischen Stand gebracht.

Wieber: Der Bau der Solaranlage hatte außerdem eine Signalwirkung, die man nicht unterschätzen darf. Immerhin ist Schweinfurt der größte Produktionsstandort von SKF in der ganzen Welt.

Wie haben die Mitarbeiter reagiert?

Wieber: Anhand dieses Projektes haben wir das Thema Nachhaltigkeit in die Belegschaft getragen. Von den Mitarbeitern kommen jetzt über unser KVP-System viele Ideen zur Energieeinsparung zurück. Es ist ja nicht selbstverständlich, dass ein betriebswirtschaftlich sinnvoll handelndes Unternehmen in solche Projekte investiert, in denen die Rückgewinnungszeiten deutlich länger sind als beispielsweise bei Investitionen in der Fertigung. Dass ein Unternehmen auf diese Weise in Nachhaltigkeit investiert, hat einen nachhaltigen Effekt auf die Mitarbeiter, auch in ihrer Privatsphäre.

Senger: Wir haben bei dem gesamten Investitionsprojekt großen Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Beispielsweise enthalten unsere Solarmodule kein Cadmium. Es hätte zwar billigere gegeben, aber man unterschätzt die Entsorgungskosten, wenn die Anlage in 30 Jahren wieder abgebaut werden muss. Auch unsere Zentrale in Göteborg hat uns darin ganz klar unterstützt.

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