Esslinger Index-Werke Dokumentation ,,just in time"

Redakteur: MM

Redaktions- und Informationssysteme standen im Mittelpunkt des ,,Forum Maschinenbau 2001", das die Tanner AG, Spezialist für Dokumentation und Informationsmanagement, an ihrem Stammsitz in Lindau...

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Redaktions- und Informationssysteme standen im Mittelpunkt des ,,Forum Maschinenbau 2001", das die Tanner AG, Spezialist für Dokumentation und Informationsmanagement, an ihrem Stammsitz in Lindau veranstaltete. Maschinen- und Anlagenbauer präsentierten ihre individuellen Anforderungen an die Dokumentation.Die Dokumentation ,,just in time" bereitzustellen, stellt viele Betriebe, insbesondere im Sondermaschinenbau, vor große Herausforderungen. Denn für jede Maschine soll termingerecht eine Dokumentation geliefert werden: vollständig, übersichtlich, verständlich. Vielfalt und eine hohe Zahl von Varianten lassen einerseits die konventionelle Herstellung von Dokumentationen an die Grenzen stoßen, andererseits eröffnen sich damit aber Chancen für innovative Systeme. Namhafte Unternehmen zeigen beispielhaft, wie sie an diese Aufgabe herangegangen sind und welche Lösungen sie zusammen mit Tanner realisiert haben: Kundenspezifische Deokumentationen lassen sich mit Methoden des Wissensmanagements und IT-Systemen heutzutage hochgradig automatisiert generieren. Langfristige Prozesse - mehrfach war während des Forums die Rede von mindestens einem Jahr - sind dabei zu bewältigen.Die Esslinger Index-Werke, einer der führenden Drehmaschinenhersteller, haben jüngst ein neues Redaktionssystem implementiert, das Geschäftsführer Dr. Bernd Walker vorstellte. ,,Integrierte Informationserfassung" ist der zentrale Punkt, an dem die Lösung ansetzt. Die Information wird dort erfasst, wo sie entsteht: in der Produktentwicklung. Strukturiert, standardisiert und in funktionale Einheiten zerlegt liegen die Informationen in einer Datenbank und können mit den Stücklisten verknüpft werden. Parallel zur Maschinenkonfiguration sammelt das Redaktionssystem die einzelnen Informationsmodule ein und führt sie über einen Generator mit der Struktur der Dokumentation zusammen. Je nach Zielmedium sorgt eine Formatanweisung dafür, dass das automatisch generierte Dokument im passenden Layout publiziert wird. Die Wiederverwendung der einzelnen Informationsmodule ist so gewährleistet - und dank ihres Aufbaus sind sie einfach und meist automatisiert zu übersetzen. Rund 60 Mitarbeiter sind bei Index am Dokumentationsprozess beteiligt. Dass die Verantwortung für das neue System direkt bei der Geschäftsleitung angesiedelt ist, bringe viele Vorteile, so Walker.,,Online ist zukunftsfähig", fasste Jochen Löhnitz, Leiter der Zentralen Dokumentation bei Coperion Werner & Pfleiderer (CWP), zusammen. Ein Unterlieferantenstandard auf XML-Basis für das problemlose Einbinden von Ersatzteilinformationen in auftragsspezifische Kataloge war die Aufgabe des Anlagenbauers in der Kunststoffindustrie. Dem Aufwand beim Lieferanten stehen Vorteile unter anderem in der Aktualität seiner Daten, der Verwendung seiner originären Teilenummern sowie der Unterstützung bei dessen Dokumentation und dessen eigenem Teilekatalog gegenüber. ,,Die Anforderungen dürfen daher nicht nur für unser Unternehmen spezifisch sein", betonte Löhnitz. Der bei CWP entwickelte Unterlieferantenstandard ging direkt in die neue VDI-Richtlinie 4500/3 ein.Dass technische Dokumentation nicht nur Pflicht ist, sondern auch Spaß machen kann, zeigte Wolfgang Schuwerk, Geschäftsführer bei Voith Paper, mit seinem Vortrag über das multimediale Informationssystem (MI) für Papiermaschinen-Komponenten. ,,Multimedial abgebildet bis ins Detail" informiert eine Anleitung über Funktion und Bedienung, computerbasiertes Training bereitet die Wartungsmannschaft vor und der Lernfortschritt wird mit Tests geprüft. Filme vermitteln realitätsnah, wie die Arbeiten ausgeführt werden. Animationen erlauben einen Blick ins Innere der Komponenten. ,,So macht Dokumentation Spaß", freute sich Schuwerk, als er live durch das ,,Voith-MI" navigierte.