Krisenzeit Drama um VW macht Tarifverhandlungen schwieriger

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Forderung der IG Metall für die Beschäftigten aus der Metall- und Elektroindustrie ist heuer simpel wie selten. Leider trifft das Ganze auf schwierige wirtschaftliche Verhältnisse ...

In der Metall- und Elektroindustrie steht die nächste Tarifrund an. Was die Gewerkschaft IG Metall fordert, stößt den Unternehmen allerdings in diesen Zeiten sauer auf. Das wird die Verhandlungen nicht einfacher machen, was auch durch die VW-Pläne befeuert wird.(Bild:  Volkswagen)
In der Metall- und Elektroindustrie steht die nächste Tarifrund an. Was die Gewerkschaft IG Metall fordert, stößt den Unternehmen allerdings in diesen Zeiten sauer auf. Das wird die Verhandlungen nicht einfacher machen, was auch durch die VW-Pläne befeuert wird.
(Bild: Volkswagen)

Die IG Metall fordert aktuell rund sieben Prozent mehr Lohn für die Mitarbeiter und 170 Euro mehr für Azubis aus der Metall- und Elektroindustrie. Verbände und Arbeitgeber verstehen jedoch die Welt nicht mehr, denn diese Forderungen werden vor dem Hintergrund einer drohenden Rezession gestellt. Nicht zuletzt kriselt es bei vielen Automobilherstellern damit auch bei den Zulieferern. Das prominenteste Beispiel ist derzeit Volkswagen, wo Stellenstreichungen und Werksschließungen drohen. Doch die Gewerkschaft hat im Autosektor die stärkste Fraktion, um massiv zu streiken. Auf die oben genannten Mehrforderungen hat sich die Gewerkschaft nicht zuletzt nach monatelangen Abstimmungen, Konferenzen und Beratungen geeinigt. Die dritthöchste Forderung seit 30 Jahren wurde vor allem mit den Kaufkraftverlusten begründet, welche die Mitglieder in den zurückliegenden Hochinflationsjahren erlitten haben. Doch spätestens seit dem Beben in Wolfsburg werde überdeutlich, dass es auch – und womöglich zuallererst – um sichere Arbeitsplätze im Hochlohnland Deutschland gehen sollte.

Schwacher E-Mobil-Absatz plagt Unternehmen

Die Arbeitgeber verweisen darauf, dass ihre Produktion im Schnitt immer noch 14 Prozent unter Vorkrisenniveau liegt. Die Produktivität ihrer Werke hat in den vergangenen Jahren deutlich nachgelassen. Auch die Neuaufträge kommen nur schleppend in die Bücher. Gefährlich hoch sei in dieser Lage die Forderung nach sieben Prozent mehr Geld. Andere Arbeitgebervertreter haben deshalb sogar Nullrunden verlangt. Kirchhoff sagte dem Tagesspiegel, dass die Kurzarbeitszahlen steigen und die Arbeitslosenzahlen auch. Die Gewinne schrumpfen, viele machen Verluste. Auch die Nachfrage nach Investitionsgütern ist schwach und die Kapazitäten sind eben bei weitem nicht ausgelastet. Seit 2015 gebe es im Schnitt kein Produktivitätswachstum mehr. Die Produktivität ist aber nun mal der Maßstab für Tariferhöhungen. Kirchhoff betonte: „Wir haben massiv investiert, wie etwa in die Elektromobilität. Aber die Nachfrage ist nicht da, um Umsatz und Gewinne zu machen.“

Neue VW-Pläne wird die IG Metall nicht hinnehmen

In der Gewerkschaft haben vor diesem Szenario auch schon viele gemutmaßt, dass VW-Chef Oliver Blume nicht zufällig kurz vor der Tarifrunde die Tabus beim größten deutschen Autokonzern gebrochen hat. Aber Werkschließungen und der drohende Verlust der vor 30 Jahren eingeführten Jobgarantie, könne die mächtigste Gewerkschaft Deutschlands nicht einfach ignorieren.

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