Schälen Drehmaschinengestützte Komplettbearbeitung kurzer Hydraulikzylinder

Redakteur: Peter Königsreuther

In der Regel werden zur Fertigbearbeitung von Hydraulikzylindern Tiefbohrmaschinen, ausgerüstet mit kombinierten Schäl- und Glattwalzwerkzeugen, eingesetzt: Für kurze Zylinder gibt es eine Alternative.

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Mit diesem patentierten Schälkopf nach dem Omega-System, wird der Zylinder zunächst schälend vorbearbeitet. (Bild: Ecoroll)
Mit diesem patentierten Schälkopf nach dem Omega-System, wird der Zylinder zunächst schälend vorbearbeitet. (Bild: Ecoroll)

Ecoroll hat jetzt ein Verfahren zu bieten, um kurze Hydraulikzylinder mit einem Längen/Durchmesserverhältnis von L/D ≤ 5 noch effizienter zu bearbeiten, so die Informationen. Die Ecoroll-Omega-Schälwerkzeuge vom Typ Skoic, erlaubten nun die Komplettbearbeitung direkt auf der Drehmaschine.

Dabei wird der Zylinder zunächst mit einem Schälkopf vorbearbeitet. Die Schälköpfe sind nach dem patentierten und in der Praxis erprobten Omega-System gestaltet, berichtet der Hersteller. Sie werden mit drei Schälmessern mit Tandemschneiden ausgerüstet.

Schälen verursacht keine Schäden durch Späne

Die Schneidengeometrie sei so ausgelegt, dass Wendelspäne mit einem Durchmesser von circa 4-6 mm entstehen, die durch den Kühlschmierstoff leicht ausgetragen werden können. Die Schälmesser sind schwimmend angeordnet, heißt es weiter.

Der Schäldurchmesser wird im eingebauten Zustand der Schälmesser zentral über eine Einstellschraube in der Stirnseite des Werkzeugs eingestellt. Die dort angebrachte Skala ist in Schritten von 5 µm eingeteilt und erlaube so eine einfache und übersichtliche Einstellung des Schäldurchmessers.

Drei Führungsleisten am Umfang sorgen für eine spielfreie Führung und Dämpfung des Werkzeugs. Im Ruhezustand sind die Schälmesser um circa 1 bis 2 mm im Durchmesser eingefahren. Dadurch sollen Rückzugsriefen beim Eilrückzug des Werkzeugs nach dem Schälen vermieden werden.

Kühlung beim Schälen direkt an der Schneide

Im Gegensatz zu der Werkzeuganordnung auf Tiefbohrmaschinen wird der Kühlschmierstoff durch die Bohrung der Bohrstange zugeführt und tritt durch Düsen in die Spankammern des Werkzeugs. Da auf CNC-Drehmaschinen wesentlich geringere Durchflussmengen des Kühlschmierstoffssystems bereitstehen, wird der KSS-Strahl in jeder Spankammer direkt auf die Schneidplatten gerichtet um das auszugleichen.

Nun kann das Werkzeug aktiviert werden: Hierbei wird der Druck des Kühlschmierstoffs zur zum Ausfahren der Schälmesser genutzt. Am Ende der Bearbeitung wird der Kühlschmierstoff abgeschaltet. Dadurch fahren die Schälmesser automatisch in ihre Ruhestellung zurück. Einfach trennbare Schnellkupplungen verbinden Bohrstangen und Werkzeuge.

Verfahren auch für Kleinbetriebe erschwinglich

Die Feinbearbeitung erfolgt nach dem automatischen Werkzeugwechsel mit einem separaten, mehrrolligen Glattwalzwerkzeug vom Typ GZ. Um eine intensive Spanabfuhr und Reinigung der Oberfläche sicherzustellen ist auch das Glattwalzwerkzeug mit einer inneren KSS (Kühlschmierstoff)-Zufuhr ausgestattet. Diese ist so ausgelegt, dass jeder KSS-Strahl direkt auf die Bohrungswand gerichtet ist. Damit wird sichergestellt, dass eventuell vom Schälprozess herrührende Späne oder Metallpartikel vor dem Glattwalzen ausgespült werden.

Durch dieses, von der Ecoroll AG neu entwickelte Verfahren zur Komplettbearbeitung von Zylinderrohren auf CNC-Drehmaschinen wird eine erhebliche Reduzierung der Nebenzeiten ermöglicht, sagt der Hersteller. Die Bearbeitung auf der Tiefbohrmaschine erübrige sich. So entfallen die hohen Investitionskosten für eine Tieflochbohrmaschine, was auch Klein- und Mittelserienfertiger in die Lage versetzt, selber eine günstige Komplettbearbeitungsmöglichkeit für Zylinderrohre zu nutzen.

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