Sicherer zuliefern Drei Tipps für eine festere Lieferkette im Automobilsektor

Quelle: Pressemitteilung von Aimtec 4 min Lesedauer

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Die letzten Jahre haben schmerzlich spüren lassen, wie labil internationale Lieferketten sind, wenn es Probleme gibt. Aimtec verrät hier, wie man sich besser wappnen kann.

Der auf Fertigung und Logistik ausgerichtete Digitalisierungsspezialist Aimtec verrät hier, wie man als Automobilzulieferer in Zukunft resilienter werden kann. Dazu muss man nur drei Tipps beherzigen ...(Bild:  Aimtec)
Der auf Fertigung und Logistik ausgerichtete Digitalisierungsspezialist Aimtec verrät hier, wie man als Automobilzulieferer in Zukunft resilienter werden kann. Dazu muss man nur drei Tipps beherzigen ...
(Bild: Aimtec)

Eine zentrale Schwachstelle der Automobilzulieferkette besteht laut Aimtec in den unterschiedlichen Reifegraden der Digitalisierung bei den einzelnen Playern in der Supply Chain. Die Unterschiede machten eine extreme Vielfalt an Tools, Systemen und Schnittstellen nötig. Und je tiefer man in die Lieferkette vordringe, desto statischer würden diese Systeme. Unter Datensilos aufgrund von heterogenen Systemen leidet aber die End-to-End-Transparenz in der gesamten Lieferkette, wie Aimtec betont. Das Risiko von Fehlern und Verzögerungen wächst dabei. Eine durchgängige Digitalisierung mit standardisierten Prozessen und Schnittstellen – und somit ein ununterbrochener Datenfluss – ist aber der zentrale Hebel, damit sich die betreffenden Unternehmen schneller von Disruptionen erholen (Bounce Back) und in Zukunft Störungen verhindern können (Bounce Forward). Beherzigt man folgende drei Regeln, ist man auf der sicheren Seite, versprechen die Experten in Sachen Optimierung der Fertigung und Logistik.

1. Tipp: Durchgängige Datenbasis schaffen

Vollständige, aktuell gepflegte und dabei stimmige Daten sind laut Aimtec der Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen in der Zulieferkette des Automobilbaus – und aus zweierlei Hinsicht. Denn zum einen ist eine solide Datenbasis die Voraussetzung für reibungslose Prozesse und eine saubere Kommunikation. Zum anderen benötigen Automobilzulieferer diese Basis, wenn sie von fortschrittlichen Möglichkeiten wie künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning profitieren möchten. Das steht etwa in Form einer automatisierten Entscheidungsfindung zur Verfügung.

Data Mining ist dafür ein klassischer Anwendungsfall für Machine Learning und KI. Es automatisiert nämlich den Prozess des Extrahierens von Daten aus verschiedenen Dokumenten in allen möglichen Formaten – sei es aus PDFs, Excel-Tabellen, E-Mails oder anderen Quellen. Im nächsten Schritt bringen Algorithmen die Daten in ein einheitliches Format, das die unterschiedlichen Systeme entlang der Supply Chain nutzen können, wie Aimtec erklärt.

Dieses Streben nach einer einheitlichen Datenbasis im gesamten Ökosystems ist aber mit den Bedenken und Interessen der Zulieferer im Bereich Data Governance in Einklang zu bringen. Das ist nicht so einfach, wie es klingt. Jeder Lieferant könne dabei einen anderen Messaging-Standard oder andere Wege der Kommunikation nutzen. Das Vereinheitlichen und Anpassen von Standards bedarf aber eines tiefgreifenden internen Know-hows oder eines externen Partners, der sich dieses Wissen aneignen und es dann einsetzen kann.

Bei den Kommunikationskanälen werde die Sache noch schwieriger, speziell dann, wenn On-Premises-Systeme im Einsatz seien. Neue Kommunikationskanäle benötigen möglicherweise komplett neue Lizenzen, heißt es weiter. In manchen Fällen läuft die neue Software vielleicht gar nicht auf den standortgebundenen Legacy-Systemen.

2. Tipp: EDI-Excellence ist gefragt

In der Lieferkette in puncto Automobilsektor ist EDI (Electronic Data Interchange) der Goldstandard für eine standardisierte Datenkommunikation. Doch EDI-Readiness ist kein statischer Zustand, wie Aimtec anmerkt. Einmal etabliert, sei nämlich jedes Unternehmen angehalten, seine bestehende EDI-Infrastruktur regelmäßig zu hinterfragen und bei Bedarf an die aktuellen und der Lieferkette als Gesamtes anzupassen. Es gilt zu überlegen, ob On-Premise-Systeme noch zeitgemäß sind, oder die Umstellung auf eine Cloud-basierte EDI-Infrastruktur besser ist, um entscheidende Vorteile in Sachen Skalierbarkeit und Flexibilität zu genießen.

Sollte sich ein Unternehmen gegen eine Migration der EDI in die Cloud entscheiden, werde es einige Hürden nehmen müssen. Abgesehen vom End-of-Life oder End-of-Service des existierenden Systems besteht nach Erfahrung von Aimtec nämlich immer das Risiko von Sicherheitslücken. Und sicherheitsrelevante Updates laufen auf dem System möglicherweise gar nicht. Außerdem ist es in komplexen EDI-Szenarien durchaus möglich, dass mehr als ein Software-System gewartet werden muss, merken die Experten an. So kann es vorkommen, dass eine Sicherheitslücke in einem System besteht. Dann wird aufgrund bestimmter Funktionalitäten eine neue Version in einer anderen Anwendung nötig. Ein drittes System kann dann einen Patch benötigen, weil der Lieferant der Software sich sonst weigert, die Wartung durchzuführen.

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3. Tipp: Standards gemeinsam erarbeiten

Im Hinblick auf EDI-Nachrichten, Etikettierung und Lieferscheine arbeitet jeder OEM und jeder Lieferant bekanntlich etwas unterschiedlich, was die übergreifende Kommunikation und Verarbeitung erschwert. Es gibt bereits große Unterschiede zwischen ASNs, Call-Offs und JIT/JIS-Prozessen. Außerdem setzt in Europa jeder OEM herstellerabhängig seine eigenen Prozesse ein. Koreanische Hersteller haben etwa ihren eigenen Ansatz zu Callo-Off-Prozessen. In den USA sieht es wieder anders aus. Einheitliche Standards können aber eine Menge zusätzliche Arbeit ersparen, so Aimtec. Und tatsächlich existieren diese Standards bereits. Allerdings entwickeln sie sich ständig weiter und die OEMs ändern sie zum Teil so weit, dass man nicht mehr von Standards sprechen kann.

Standardisierung ist aber keine Einbahnstraße. Denn alle Beteiligten im Ökosystem müssten sich auf gemeinsame Workflows verständigen und diese konsequent einhalten. Für dieses Commitment muss jeder Stakeholder erkennen können, welche Vorteile das für sein Unternehmen bringt. So etwas gelingt nur durch einen Austausch auf Augenhöhe und indem Bedenken – etwa im Bereich Data Governance – respektvoll diskutiert und adressiert werden können, rät Aimtec. Ein zu starkes Gefälle zwischen den Interessen der OEMs und der Zulieferer dürfe es dabei nicht geben. Eine Plattform für den Austausch auf Augenhöhe kann zum Beispiel Catena-X bieten, empfiehlt Aimtec. Offenheit bei der Kollaboration ist aber nicht nur zwischen den einzelnen Unternehmen entlang der automobilen Lieferkette gefragt, sondern auch zwischen Unternehmen und potenziellen Partnern.

Experten begleiten den Weg zur Digitalisierung

Erfahrene Digitalisierungspartner wie Aimtec mit seinen über 26 Jahren Expertise in der Digitalisierung von Prozessen entlang der Automobilzulieferkette, sind dabei in der Lage, gemeinsam mit Unternehmen unterschiedlicher Reifegrade einen gangbaren, pragmatischen und nachhaltigen Weg in die digitale Transformation zu erarbeiten, damit die Zulieferer mehr Resilienz und Zukunftsfähigkeit erhalten.

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