Aero Enterprise Drohnen inspizieren Windenergieanlagen
Das österreichische Unternehmen Aero Enterprise will mit seiner Drohne Sensor-Copter die Wartung von Windenergieanlagen vereinfachen und kostengünstiger gestalten. Hochauflösende Kameras und Sensoren sollen Risse, Lackabplatzer, fehlende Teile, Kratzer oder Löcher an den Rotorblättern dokumentieren. Ab 2018 ist auch die Inspektion von Offshore-Windparks geplant.
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Windenergieanlagen sind starken äußeren Einflüssen ausgesetzt. Um die Lebensdauer der Giganten auszureizen, ist eine regelmäßige Wartung unabdingbar. Der Einsatz von Industriekletterern zu diesem Zweck ist gefährlich und teuer. Das österreichische Unternehmen Aero Enterprise will die Inspektion von Windrädern vereinfachen und kostengünstiger gestalten: Es hat mit dem Sensor-Copter einen unbemannten, halbautomatischen Helikopter konstruiert mit einer Rotorspannweite von über zwei Metern, der mit Kameras und Sensoren Brücken, Staumauern und eben auch Windenergieanlagen inspizieren kann.
Datenauswertung gemeinsam mit dem Kunden
Dank einer selbstentwickelten Software wollen die Österreicher in der Lage sein, die während des Präzisionsflugs gesammelten Bild- und Geodaten zusammen mit den Kunden auszuwerten. „Die Windkraftbetreiber können die möglicherweise notwendigen Reparaturen nicht nur davon abhängig machen, wie groß die Schäden sind, ob Ersatzteile und Fachpersonal verfügbar sind, sondern dabei auch Wetter und Temperatur berücksichtigen“, erklärt Geschäftsführer Robert Hörmann.
Hörmann verspricht seinen Kunden mit dem Einsatz des Sensor-Copters Geld und Zeit zu sparen: „Industriekletterer hängen für die Inspektion von Rotorblätter bis zu sechs Stunden in den Seilen, dafür müssen die Anlagen abgeschaltet sein, sprich da kein Strom produziert wird, gibt es auch keine Vergütung. Der Einsatz unseres Minihubschrauber dauert maximal zweieinhalb Stunden inklusive des 25-minütigen Inspektionsfluges.“ Die dabei ermittelten Daten über den Zustand der Windenergieanlage beziehungsweise deren Rotorblätter machen für Hörmann die Planung von Inspektionen und die dann folgenden Reparaturen einfacher. „Außerdem dürften wir nicht vergessen, dass bei unseren fliegenden Inspektionen kein Menschenleben gefährdet wird“, so Hörmann.
Inspektion von Offshore-Winkparks in Planung
Bei den Inspektionen von Windenergieanlagen an Land will es Aero Enterprise nicht belassen. Für das kommende Frühjahr ist der erstmalige Einsatz der Drohne in einem Offshore-Windpark in der deutschen Nordsee geplant. „Angesichts von Wetter und Wellengang sind die Windkraftlagen auf dem Meer nur etwa an einem Drittel aller Tage im Jahr für Inspektionen zugänglich. Wenn wir diese Quote auf 50 % erhöhen können, dann können die Betreiber bei möglichen Schäden wesentlich schneller reagieren“, beschreibt Hörmann die Vorteile.
Potenziale von Drohnen in Deutschland noch lange nicht ausgeschöpft
Dass der Einsatz von Drohnen in immer mehr Wirtschaftszweigen und auch in der Windbranche zunehmen wird, ist für Professor Martin Maslaton keine Frage. Der Energiejurist, der seit Jahren in Verbänden der Windenergie engagiert ist, gehört auch dem Vorstand des 2016 gegründeten Bundesverbandes Zivile Drohnen an: „Die Einsatzmöglichkeiten, die Drohnen für die Logistik, Digitalisierung und Mobilität bieten, sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft.“ Hierzulande werden nach seiner Einschätzung die Einsatzmöglichkeiten von Drohnen durch administrative Hemmnisse ausgebremst: „Die vom Bundesverkehrsministerium vorgelegte Verordnung für den Drohneneinsatz überlässt den Behörden die Entscheidung, ob und wann Drohnen aufsteigen können.“ Nach dieser „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“ (so die offizielle Bezeichnung) muss die zuständige Luftfahrtbehörde auch weiterhin jeden Aufstieg einer Drohne mit einem Gewicht von mehr als 5 kg genehmigen. „Damit sind die Behörden personell überfordert“, betont Maslaton.
9. Branchentag der Windenergie NRW
Auf dem 9. Branchentag Windenergie NRW am 28. und 29. Juni 2017 in Düsseldorf gibt es mehrere Vorträge zu den Möglichkeiten und rechtlichen Rahmenbedingungen, Drohnen in der Windbranche einzusetzen: weitere Informationen.
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