Industrie 4.0

Durchgängige Datenhaltung schafft Wettbewerbsvorteil

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Das in der Clip-X-Anlage hergestellte Produkt lässt sich auf verschiedene Arten individualisieren. Dies betrifft zum einen die Beschriftung auf den Klemmen, denn die Schilder werden erst an einem Handarbeitsplatz bedarfsgerecht bedruckt. Außerdem können die unterschiedlichen auf der Tragschiene aufgerasteten Reihenklemmen nahezu beliebig kombiniert werden. Die Wandlungsfähigkeit der Anlage ergibt sich durch zwei Eigenschaften. So verfügt der Clip-X-Loader über wechselbare Magazine, in denen sich die aufzurastenden Reihenklemmen befinden. Aufgrund dieser Austauschbarkeit kann der Anwender einfach auf neue Produkte umstellen, die zum Zeitpunkt der Anlagenplanung noch nicht vorgesehen waren.

Produktbeschreibungen sind für alle Softwaretools eindeutig festgelegt

Der zweite Aspekt der Wandlungsfähigkeit resultiert aus der Modularität der Anlage. Während der Clip-X-Loader immer die erste Zelle der Fertigungskette darstellt, lassen sich die nachfolgenden Zellen auswechseln, in ihrer Reihenfolge verändern und beliebig ergänzen. Es ist möglich, eine Zelle für die Vorverdrahtung von Klemmenleisten hinzuzufügen. Denkbar wäre auch eine Erweiterung der Anlage um eine Zelle für ein alternatives Beschriftungsverfahren parallel zum bestehenden Ansatz. Die neuen Zellen ergänzen die vorhandene Anlage nach dem Plug-and-play-Prinzip. Die nötige Neukonfiguration erfolgt automatisiert. Sie basiert auf einer Zellenselbstbeschreibung, die beim Anbinden der neuen Zelle automatisch an das Fertigungsleitsystem übertragen wird.

Zur Planung von Schaltschränken nutzen viele Anwender das Softwaretool Eplan. Mit dem Werkzeug lassen sich ebenfalls einzelne Klemmenleisten entwerfen und mit den jeweiligen Produkten bestücken, was jedoch nicht seine originäre Aufgabe ist. Eplan dient vielmehr der Elektroplanung. Deshalb hat Phoenix Contact mit der Software Clip Project eine Lösung geschaffen, um die Auswahl passender Produkte aus dem eigenen Portfolio zu automatisieren. Clip Project lässt sich aus Eplan heraus starten, übernimmt dann die Schaltpläne des CAE-Tools und erstellt daraus Vorschläge hinsichtlich geeigneter Reihenklemmen für die in den Schaltplänen aufgeführten Klemmstellen.

XML-basiertes Beschreibungsformat für Fertigungsanlagen

Die Beschriftung der Klemmen wird ebenso aus Eplan kopiert, kann aber durch Clip Project nachträglich verändert werden. Als Ergebnis dieser Softwarekette erhält der Anwender eine projektierte Klemmenleiste, die bereits so in der Clip-X-Anlage produzierbar ist. Die Projektierung wird in Form des erwähnten digitalen Artikels übertragen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um eine Kombination aus den Standards Automation ML und E-Class.

Automation ML ist ein XML-basiertes Beschreibungsformat für Fertigungsanlagen. Die Vorteile des Standards liegen in der Beschreibung von Zusammenhängen, indem auf existierende Datenformate wie PLC-Open-XML oder Collada zurückgegriffen wird. Zu diesem Zweck stellt Automation ML dar, wie einzelne Anlagenteile miteinander verbunden sind, welche Geometrien sie haben, wie sie interagieren und welche Kinematiken es gibt. Das Beschreibungsformat gründet auf der Idee, dass verschiedene Engineeringwerkzeuge, die im Engineeringprozess einer Anlage zum Einsatz kommen, mit einer einheitlichen Datenbasis und dem gleichen Datenformat arbeiten.

Konzept lässt sich auch für Beschreibung von Produkten anwenden

Dieses Konzept und die detaillierte Beschreibung lassen sich auch für die Beschreibung von Produkten anwenden. Wichtig ist allerdings, dass alle Engineering-Tools über ein gemeinsames Verständnis der aufgeführten Aspekte sowie eine einheitlich definierte Semantik verfügen. So muss zum Beispiel der Begriff „Klemmstelle“ im ECAD-Werkzeug die gleiche Bedeutung haben wie im MCAD-Tool. Um dies sicherzustellen, bietet sich das Klassifizierungsformat E-Class an. Sämtliche Details, die Bestandteil einer Produktbeschreibung gemäß Automation ML sind, werden anhand von E-Class klassifiziert. Auf diese Weise ist die Bedeutung der Produktaspekte für alle Softwarewerkzeuge eindeutig festgelegt, was unterschiedliche Interpretationen ausschließt.

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