Handtmann Dynamisches Wachstum
Die Spezialisierung auf HSC-Zentren hat sich beim Maschinenbauer Handtmann in hohen Wachstumsraten niedergeschlagen. Handtmann-Geschäftsführer Podiebrad macht dafür die hohe Akzeptanz der PBZ- und Gantry-Baureihe verantwortlich.
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MM: Welche technischen Eigenentwicklungen haben Ihr Unternehmen geprägt?
Podiebrad: Mit der Premiere der Maschine PBZ NT im Jahr 1996 konnten wir Maßstäbe in der wirtschaftlichen Profilbearbeitung setzten. Erstmals war es möglich, direkt vom Rohstab alle sechs Seiten zu bearbeiten und dies bei extrem hoher Genauigkeit. Grundlage dafür war ein eigens entwickeltes flexibles Spannsystem. Ein zweiter Meilenstein war mit Sicherheit die Entwicklung der Gantry-Baureihe. Die erste Gantry-CS-Maschine wurde 2003 verkauft. Heute erwirtschaften wir mit dieser Baureihe mehr als 30% unseres Gesamtumsatzes.
MM: Wie sehen Sie heute die Position von Handtmann als Hersteller von HSC–Bearbeitungsmaschinen für den Weltmarkt?
Podiebrad: Wir sehen uns selbst als ein sehr innovatives und kundenorientiertes Unternehmen. Entgegen dem Trend konnten wir auch während der letzten Jahre ein konstant hohes Wachstum verzeichnen. Dies zeigt auch die mehrfache Erweiterung unserer Produktionsfläche in nur fünf Jahren. Besonders im Export konnten wir unsere Aktivitäten ausweiten und so zählen heute die USA und Russland zu unseren bedeutendsten Exportländern.
MM: Wie beurteilen Sie die allgemeine Marktentwicklung bei Werkzeugmaschinen für die HSC-Bearbeitung?
Podiebrad: Die Bedeutung der HSC-Bearbeitung bei Werkzeugmaschinen wird auch in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Im Aluminiumbereich gehen wir davon aus, dass dies bald Standard sein wird.
MM: Welche technischen Trends stellen Sie bei Werkzeugmaschinen für die HSC-Bearbeitung fest?
Podiebrad: Der Trend geht eindeutig hin zu immer wirtschaftlicheren Bearbeitungszentren, wobei der gesamte Produktionsprozess betrachtet werden muss. Nicht nur die Hauptzeiten, auch die Nebenzeiten zählen. Besonders wichtig ist auch der Service und Support der Zentren. Keiner unserer Kunden kann sich längere Ausfallzeiten leisten, bei einem Problem mit dem Zentrum wird eine sofortige und kompetente Hilfe erwartet und auch von Handtmann geliefert.
MM: Auf den letzten „Aerospace Days“ hieß es, die Zentren Gantry TS und PBZ HD würden eine „neue Dimension in der Fertigung“ setzen. Was ist bei den beiden Maschinen anders?
Podiebrad: Das Gantry TS mit einer Gesamtlänge von über 50 m und mehr als 500 t Gesamtgewicht verfügt über einen Bearbeitungstisch von 37 m Länge und 5,4 m Breite. Neben der Dimension verfügt dieses Zentrum zudem über zwei Bearbeitungseinheiten, die in vier Achsen frei agieren können. Dies erlaubt die Bearbeitung von zwei identischen wie auch zwei gespiegelten Bauteilen in einem Arbeitsgang. Das PBZ HD kann Vollmaterialprofile bis zu 22 m Länge bearbeiten. Es wurde nach der Veranstaltung an einen First-Tier-Lieferanten in den USA geliefert.
MM: Wird von dieser Maschine eine Trendwirkung in der Fertigungstechnik für die Luftfahrtindustrie ausgehen?
Podiebrad: Wir sind uns sicher, mit dem PBZ HD einen Trend in der Bearbeitung von profilartigen Strukturbauteilen ausgelöst zu haben. Für kürzere Bauteile ist dieser Maschinentyp bereits seit ein paar Jahren in den USA sehr erfolgreich im Einsatz, unter anderem auch bei Boeing. Auf den Aerospace Days wurde sie nun auch in unserem Heimmarkt präsentiert. Auch mit dem Gantry TS haben wir ein erfolgreiches Zentrum präsentiert, das als solches natürlich ein Nischenprodukt ist, durch die Möglichkeiten der Doppelspindlerbearbeitung allerdings gerade in der Luftfahrt enormes Potenzial hat.