Automation EAB-Gruppe übernimmt Vermögen der insolventen Rudolf Fritz GmbH

Redakteur: Stéphane Itasse

Kurz vor Weihnachten können 285 Beschäftigte des insolventen Elektronikunternehmens Rudolf Fritz GmbH & Co. KG, Rüsselsheim, aufatmen: Insolvenzverwalter Markus Ernestus hat die Vermögenswerte an die EAB-Gruppe aus Dietzenbach verkauft. Damit werden laut Mitteilung der Kanzlei rund 285 der insgesamt 325 Arbeitsplätze bei der Rudolf Fritz GmbH gesichert.

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Die Vermögenswerte des insolventen Elektronikunternehmens Rudolf Fitz sind in neue Hände übergegangen.
Die Vermögenswerte des insolventen Elektronikunternehmens Rudolf Fitz sind in neue Hände übergegangen.
(Bild: Rudolf Fritz)

Etwa 40 Beschäftigte haben das Angebot erhalten, für bis zu sechs Monate in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft zu wechseln, von der sie 80 % ihrer Löhne und Gehälter erhalten und auf neue berufliche Aufgaben vorbereitet werden, heißt es weiter. Rund 30 Beschäftigte hätten dieses Angebot bereits angenommen.

Neuer Investor vor Jahresende sichert Zukunft von Rudolf Fritz

Die Standorte Rüsselsheim und Eisenach-Stedtfeld sowie die Außenbüros blieben erhalten. Einen entsprechenden Kaufvertrag hätten beide Seiten unterzeichnet. Über den Kaufpreis und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben beide Seiten laut Mitteilung Stillschweigen vereinbart.

Insolvenzverwalter Ernestus, der das Unternehmen seit Insolvenzantrag uneingeschränkt fortführte und den Geschäftsbetrieb in dieser Zeit stabilisieren konnte, ist über die Sanierungslösung sehr zufrieden: „Ich freue mich, dass wir in nur kurzer Zeit einen Investor für Rudolf Fritz und für die Beschäftigten eine gute Lösung gefunden haben“. Ein erfolgreiches Ergebnis noch im diesem Jahr sei unbedingt erforderlich gewesen, um Rudolf Fritz eine Zukunftsperspektive zu geben. „Verschiedene Aufträge laufen im Dezember aus. Die Kunden sagten uns zwar eine Verlängerung zu, aber nur, wenn wir bis dahin einen neuen Investor haben“, sagt Ernestus.

EAB-Gruppe kann mit der Übernahme von Rudolf Fritz Umsatz deutlich ausweiten

Die EAB-Gruppe hat sich im Bieterverfahren eines geordneten Investorenprozesses gegen verschiedene Interessenten durchgesetzt, wie es heißt. „Das auf Langfristigkeit ausgelegte Konzept der Gruppe hat uns überzeugt und bietet die bestmögliche Lösung für alle Beteiligten“, sagt Ernestus. Die Geschäftsführung von Rudolf Fritz hatte am 1. Oktober 2012 beim Amtsgericht in Darmstadt Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt. Das Gericht hat daraufhin den Rechtsanwalt und Betriebswirt Markus Ernestus zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Das Verfahren wurde am 14. Dezember vom Amtsgericht eröffnet.

Die EAB-Gruppe kann mit der Übernahmen ihren Umsatz auf rund 120 Mio. Euro pro Jahr ausbauen und steigt damit laut Mitteilung zu den größten Anbietern von elektrotechnischen Dienstleistungen in Deutschland auf. Für die Kunden des Unternehmens soll die Transaktion einen positiven Effekt durch ein erweitertes Produktangebot und eine breitere geographische Abdeckung im EAB-Verbund haben. „Die Rudolf Fritz Elektrotechnik GmbH mit Ihren Schwerpunkten in der Elektro‐ & Kommunikationstechnik, Automation, Luftfahrttechnik & Antriebstechnik ist eine große Bereicherung für unsere Gruppe. Wir begrüßen sehr herzlich alle neuen Mitarbeiter und Kunden und freuen uns auf die Zusammenarbeit“, sagte Lars Eberlein, CEO der EAB-Gruppe, nach der Unterzeichnung des Vertrages.

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