Ventile Edelstahl-Schlauchventile erfüllen hohe Anforderungen an Hygiene

Autor / Redakteur: Barbara Schulz / Barbara Schulz

Möchte man kritische Fördermedien in der Lebensmittelindustrie oder im Labor steuern und absperren, müssen die Ventile hohen Hygieneanforderungen genügen. Edelstahl-Schlauchventile erfüllen diese Forderungen und können für komplexere Regel- und Dosieraufgaben auch mit einem digitalen Stellungsregler kombiniert werden. Wahlweise kann dieser über AS-Interface angebunden werden.

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Im Labor, Technikum oder der Prozessindustrie werden häufig hohe Anforderungen an Hygiene und Sterilität gestellt. Um auch extrem kritische Fördermedien in diesem Bereich problemlos absperren und steuern zu können, hat Schubert & Salzer-Control-Systems das Edelstahl-Schlauchventil 7077 entwickelt (Bild 1). Schlauchventile haben systembedingt keine Toträume und Hinterschneidungen und sind somit hinsichtlich Hygiene und Sterilität kaum zu übertreffen.

Die Schlauchventile von Schubert & Salzer sind dampf- und heißluft-sterilisierbar. Wenn dies für den mediumdurchströmten Schlauch nicht genügt, wird einfach der komplette Schlauch gewechselt und mit der Verwendung von sterilen Einmal-Schläuchen ein Höchstmaß an Reinheit erreicht.

Befestigung des Ventils fast überall möglich

Befestigt werden kann das Ventil an jeder beliebigen Stelle eines Endlosschlauches. Die Fixierung des Schlauches im Ventil ist einfach zugänglich, so dass sowohl der Schlauch schnell und problemlos gewechselt wie auch das Schlauchventil rasch an einer anderen Stelle eingesetzt werden kann. Mit Fixierstücken werden diese Endlos-Schlauchventile auf Schläuche unterschiedlicher Außendurchmesser auf einfache Weise angepasst. Diese Fixierstücke erlauben das Absperren und Stellen von Schläuchen mit Außendurchmessern von 10 bis 18 mm (DN 6 bis DN 14).

Ganz im Gegensatz zu den traditionell eingesetzten Schlauchklemmen lässt sich laut Anbieter mit diesem Edelstahl-Schlauchventil der Durchfluss im Schlauch sehr fein von Hand oder über einen pneumatischen Stellantrieb steuern und zuverlässig absperren, ohne das Medium selbst zu beeinflussen. Es lassen sich aber auch komplexere Regel- und Dosieraufgaben in Sterilprozessen lösen. Dazu wird das Edelstahl-Schlauchventil mit dem neuen digitalen Stellungsregler 8049 kombiniert. Er gibt den Schlauchquerschnitt dem Stellsignal folgend kontinuierlich frei.

Digitaler Stellungsregler drei Ausführungen

Bei Schlauchventilen ist der Durchfluss nicht proportional zum Öffnungsgrad des Schlauchquerschnitts. Bereits ab einem gewissen Öffnungsgrad des Schlauches geht der Durchflusskoeffizient in Sättigung. Das bedeutet, dass sich beim Einsatz normaler Stellungsregler ab einem gewissen Öffnungsgrad trotz weiter steigendem Stellsignal keine Mengenänderung mehr einstellt. In diesem Bereich wäre keine Regelung mehr möglich. Eine Reduktion des Hubes auf zirka 40% schafft hier Abhilfe und man erhält über den gesamten Stellsignalbereich eine näherungsweise lineare Kennlinie (Bild 2).

Diese individuell auf das jeweilige Schlauchmaterial und den verwendeten Schlauchdurchmesser einstellbare Hubreduktion ist über eine Parametrierung des digitalen Stellungsreglers 8049 möglich. Über eine PC-Schnittstelle und eine benutzerfreundliche grafische Oberfläche erfolgen die Parametereinstellungen und die Anpassungen an den jeweiligen Einsatzfall. Abhängig von der Wahl der internen Aktorik werden drei Ausführungen des digitalen Stellungsreglers angeboten: mit konventionellen Magnetventilen in 4-Leiter-Technik, in innovativer AS-i Technologie und mit leistungsarmen Piezo-Ventilen in 2-Leiter-Technik.

Piezo-Version wurde für Verfahrenstechnik entwickelt

Speziell für die Anforderungen der Verfahrens- und Prozesstechnik wurde die Piezo-Variante entwickelt. Sie wird in reiner 2-Leiter-Technik betrieben. Der Stellungsregler wird ausschließlich durch das 4-20-mA-Stellsignal energetisch versorgt. Durch die extrem geringe Leistungsaufnahme sind diese Stellungsregler auch in explosionsgefährdeten Betriebsstätten in der Schutzart „eigensicher“ (Atex II 2 G EEx ia IIC T6) einsetzbar.

Der digitale Stellungsregler 8049 ist aber auch mit AS-Interface lieferbar und bietet so eine interessante Alternative zur konventionellen Verkabelung. Hauptkriterien bei der Entwicklung des AS-Interface waren eine schnelle, sichere und günstige Montage sowie niedrige Anschlusskosten. Das Bussystem für die Aktor-/Sensor-Ebene eignet sich laut Schubert & Salzer besonders für die Getränketechnik, denn mit AS-i lassen sich gerade modular aufgebaute Anlagen einfach installieren, in Betrieb nehmen und überwachen.

Ein Kabel für Energieversorgung und Kommunikation

Über das charakteristisch gelbe, zweiadrige AS-i-Kabel werden Regelventile mit Stellungsregler an den Master angeschlossen (Bild 3). Das AS-i-Kabel dient sowohl der Energieversorgung wie auch der gleichzeitigen Datenkommunikation. Weil der AS-i-Stellantrieb 8049 als so genannte „Top-Mounted“-Ausführung entwickelt wurde, die zentrisch auf dem Ventilantrieb sitzt und nicht über Stellhebel seitlich angelenkt wird, bietet er die hohen Hygienestandards.

Die Vor-Ort-Bedienbarkeit des Stellungsreglers ist aus Gründen der Betriebssicherheit und Hygiene auf ein Minimum reduziert und beschränkt sich auf Selbstabgleich sowie die Möglichkeit, die Stellgröße lokal zu erzeugen. Mehr ist auch nicht nötig, da der digitale Stellungsregler 8049 über die AS-i-Anbindung, eine PC-Schnittstelle und eine benutzerfreundliche grafische Oberfläche einfach für die Aufgabenstellung parametriert wird. AS-i erlaubt zudem den Einsatz von Ferndiagnose-Tools zur Abfrage des Gerätestatus am Regelventil und etwaiger Fehlermeldungen. Die Diagnose kann auch über das Internet erfolgen. Auch können AS-i-Strukturen durch entspre-chende Gateways problemlos in andere Busstrukturen eingebettet werden.MM

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