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Aufgrund der Erfahrungen mit dem Bau von Pressen für pharmazeutische Anwendungen beherrscht Wickert die reinraumtechnischen Anforderungen. Die Hydraulik der für das ZLP konzipierten Presse ist 100 % ölnebelfrei und verhindert zuverlässig die Kontamination der CFK-Bauteile durch Öl. Wie alle Wickert-Pressen bietet die WKP 4400 S Composite ergonomische Bedienhöhe durch Oberkolbenausführung, Zykluszeitoptimierung durch Oberkolbenausführung, intuitives Steuerungspaket „Press-easy“ und„5-fache Sicherheit“ aller mechanischen Komponenten.
Composite-Presse nach individueller Anforderung
Die komplette Forschungszelle zur effizienten Composite-Produktion wird in der Technikhalle des ZLP in Augsburg implementiert. Dabei sind vorhandene bauliche Gegebenheiten zu berücksichtigen. So muss ein vorhandener Infrarot-Ofen in die Anlage integriert werden. Im Rahmen der Anpassung an das Pressensystem baut Wickert diese vorhandene Infrarot-Anlage um und erweitert sie entsprechend der Anforderungen, die die künftigen Fertigungsaufgaben stellen. Bei dieser Gelegenheit wird der Infrarot-Ofen via Profibusschnittstelle komplett in das Produktionssteuerungssystem übernommen und über Win CC-Flex visualisiert. Die Programmierung sowie Visualisierung erfolgt individuell für das DLR. Prozessbilder und Programmabläufe werden in enger Absprache mit den Verantwortlichen definiert.
Zusätzlich wird ein Signalaustausch mit einem im ZLP bereits vorhandenem Linear-Achsroboter ermöglicht, um die Prozesse voll automatisiert realisieren zu können. Eine Roboterschnittstelle für den Signalaustausch zwischen Pressen-PLC und Roboter wird seitens Wickert vorbereitet. Die SPS-Steuerung ermöglicht programmierbare Fx-Funktionen, um größtmögliche Flexibilität in den Abläufen der Prozesse zu erreichen. Per Wahlschalter sind die Funktionen Handbetrieb, Automatikbetrieb oder Einrichten wählbar. Für das Eingreifen des Roboters in den Sicherheitsbereich wird die Presse mit einer Lichtschranke als Bereichsabsicherung ausgestattet. Um den Roboterbetrieb aufnehmen zu können, nimmt Wickert eine entsprechende Softwareüberarbeitung im Bereich Sicherheitstechnik vor. Damit ist auch der Bauteiletransfer vom Infrarotofen zur Presse im Leistungspaket von Wickert. Generell wird die Anlage eigensicher nach EN 289 inkl. Infrarot-Ofen projektiert. Entsprechend dem Forschungsauftrag des DLR ist auch die Möglichkeit zur Energieverbrauchsmessung für die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung unterschiedlicher Prozessabläufe vorgesehen. Stromaufnahme pro Zyklus beziehungsweise Gesamtstromaufnahme lassen sich erfassen und protokollieren.
Schulung und Service darüber hinaus inklusive
Um eine reibungslos-schnelle Inbetriebnahme der Presse zu sichern, werden Mitarbeiter des ZLP gleich während der Inbetriebnahme unter produktionsähnlichen Bedingungen eine Schulung erhalten. Eine zweite Schulung nach Abschluss der Inbetriebnahme in Augsburg wird die vermittelten Kenntnisse festigen und vertiefen.
Am DLR-Standort Augsburg entwickeln Wissenschaft und Industrie gemeinsam neue Verfahren und Produktionstechnologien, damit Innovationen leichter den Weg in die industrielle Umsetzung finden. Als Forschungspartner offeriert Wickert den Telefonservice inklusive Ferndiagnose mit festen Ansprechpartnern, um Prozesse und Maschineneinstellungen für komplexe Aufgaben schnell realisieren zu können. Auch Fehleinstellungen, die während des Hochlaufens einer derartigen Anlage üblich sind, lassen sich auf diese Weise sofort korrigieren. Das „Werkzeug“ für diese Leistung, die Hilfestellung bei Bedienerführung, Prozessoptimierung und Fehlersuche umfasst, ist die Fernwartungsfunktion via Hochleistungs-Netzwerkverbindung und der damit verbundene Datenaustausch zwischen der WKP 4400 S Composite und dem Wickert-Diagnosecomputer. Dipl. Ing. Stefan Herzinger, Geschäftsführer Wickert, sagt: „Wir sind stolz, für das ZLP des DLR diese Presse entwickeln und bauen zu dürfen. Dies zeigt nach den Erfolgen unserer Pressen im Flugzeug- und Fahrzeugbau, dass wir höchsten Ansprüchen genügen und zur künftigen Fertigung ganz neuer Composite-Bauteile mit die Grundlagen schaffen. Der Bedarf an Leichtbaustrukturen wird weiter steigen und Wickert bietet schon heute innovative und doch bewährte Fertigungslösungen dazu.“
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