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Dieser Vorteil kam erstmals beim US-amerikanischen Automobilhersteller General Motors vor knapp 50 Jahren in Produktionslinien zum Tragen, nachdem Georg Devol einige Jahre zuvor das erste Patent für einen Industrieroboter angemeldet hatte.
Sechs-Achs-Roboter bieten notwendige Flexibillität
Voraussetzung für die hohe Bewegungsflexibilität ist heute die freie Programmierung, die Abläufe aus unterschiedlichsten Bewegungsfolgen und Wegen ermöglicht. Dadurch haben Sechs-Achs-Roboter einen höheren Freiheitsgrad als klassische, kartesische Handlingsysteme. Außerdem werden sie als platzsparende Automationslösung geschätzt.
Diese Vorteile steigern die Arbeitseffizienz. Dazu gehört, dass alle Prozessschritte – Waschen, Hochdruckentgraten, Spülen und Trocknen – zeitgleich ablaufen. Das verkürzt die Taktzeiten im Vergleich zu einer Prozessfolge mit nacheinander ablaufenden Prozessschritten erheblich. Außerdem ist die Ausnutzung der Aggregate bei dieser Anordnung gut gelöst.
Hochdruckpumpen energieeffizient zum Entgraten einsetzen
Eine energetische Betrachtung des Systems zeigt, dass gerade die Hochdruckpumpe eine anspruchsvolle Baugruppe ist. Für eine Standardbearbeitung ist eine Leistungsaufnahme von 75 bis 120 kWh erforderlich.
Um das Leistungspotenzial voll auszuschöpfen, sind diese Hochdruckpumpen ständig im Betrieb. Sie müssen also so integriert sein, dass sie während der gesamten Prozesszeit ihrer Aufgabe – dem Hochdruckentgraten – nachkommen und dafür die zur Verfügung stehende Leistung effektiv nutzen.
Zeitparalleles Waschen und Entgraten möglich
Genau dies wird bei der Anlage Robotakt erreicht. Während zum Beispiel in der ersten Station ein Werkstück im Flutinjektionsverfahren gewaschen wird, läuft parallel dazu in einer zweiten Station das Entgraten mit Roboter, gefolgt von Spülprozessen und der Vakuumtrocknung.
Prozessvariationen sind möglich. Beim Flutinjektionswaschen wird das Werkstück Spritzdrücken um 20 bar ausgesetzt. Beim Hochdruckentgraten beträgt der Wasserstrahldruck bis zu 1000 bar.
Kreisförmige Anordnung von allen Prozessen
Alle Prozesse sind kreisförmig angeordnet – ähnlich der Form des griechischen Buchstabens Omega. Die Werkstücke werden somit auf einer kreisförmigen Bahn durch die Anlage transportiert. Nachdem ein Werkstück bearbeitet wurde, steht jedem Prozessschritt aufgrund des Rundtaktbetriebs direkt das nächste Werkstück zur Verfügung (Bild 2).
Bei einem Ablauf mit nacheinandergeschalteten Prozessschritten entstehen für das Pumpaggregat dagegen wesentlich längere Verlustzeiten, in denen der erzeugte Wasserstrahldruck ungenutzt bleibt. Währenddessen „verpufft“ Energie. Auch die Taktzeiten verlängern sich. Das lässt sich nur mit weiteren Roboterzellen kompensieren.
Wälzkolbenpumpe in der Anlage arbeitet energieeffizient
Im Vergleich dazu nutzt die Anlage Robotakt den energieintensiven Betrieb der Wälzkolbenpumpe effektiv aus. Das heißt: Die Anlage wäscht, entgratet, spült und trocknet eine große Anzahl an Werkstücken pro Zeiteinheit mit optimaler Qualität, zum Beispiel Zylinderköpfe, Kurbelgehäuse, Schaltschieberplatten, Kurbel- und Nockenwellen, Steuergehäuse, ABS-Teile und Getriebeköpfe – auch mit größeren schöpfenden Bereichen.
Somit wird eine weitere Optimierungsstrategie beim Hochdruckentgraten und Reinigen von Werkstücken deutlich: Eine Minimierung der Taktzeit wird durch die zeitgleiche Durchführung der Prozessschritte erreicht.
Werner Meißner ist Geschäftsführer der Meißner Technik Müllenbach GmbH (MTM) in Marienheide. Dr. Thomas Isenburg ist freier Fachjournalist in Bochum
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