Mitarbeitermotivation Ein Blick in den Spiegel lohnt sich

Redakteur: Ursula Hofmann

Motivation ist das Thema der Führungskräfte. Normalerweise lautet die Frage: „Wie kann ich meine Mitarbeiter besser motivieren?“ Es wird viel Zeit und Geld für Motivation ausgegeben, vor allem, wenn sie sich auf Andere beziehen soll. Aber im Alltag verhalten sich die Mitarbeiter oft nicht so, wie es sich die Aufgabenverantwortlichen vorstellen. Alle guten Vorsätze...

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Motivation ist das Thema der Führungskräfte. Normalerweise lautet die Frage: „Wie kann ich meine Mitarbeiter besser motivieren?“ Es wird viel Zeit und Geld für Motivation ausgegeben, vor allem, wenn sie sich auf Andere beziehen soll. Aber im Alltag verhalten sich die Mitarbeiter oft nicht so, wie es sich die Aufgabenverantwortlichen vorstellen. Alle guten Vorsätze, Mühen und Theorien scheinen umsonst gewesen zu sein. Das ist nicht erstaunlich. Denn bei obiger Fragestellung wird Motivation als Fremdsteuerung interpretiert, nämlich: „Wie bringe ich die Mitarbeiter dazu, sich so zu verhalten und das zu tun, was ich will?“ So wird Motivation von den Mitarbeitern als Manipulation empfunden. Führungskräfte, deren Einstellung dieser Frage entspricht, wundern sich, dass sich auch mit Motivationskonzepten das Mitarbeiterverhalten nicht unbedingt ändert. Warum funktioniert es nicht? Wie gut die Motivation im Unternehmen ist, zeigt sich deutlich, wenn es Veränderungen gibt. Die Angst vor Neuem und Unbekanntem ist zunächst größer, als die Begeisterung für die Chancen. Die betroffenen Personen werden dann motiviert sein und die Veränderungen tatkräftig mittragen, wenn die Voraussetzungen (Können, Wissen, Wertschätzung, Vertrauen, Selbstbewusstsein) dafür stimmen. Das gilt zuerst für die Führungskräfte selbst, da das Verhalten der Mitarbeiter davon bewusst oder unbewusst beeinflusst wird.Es geht auch anders: Motivieren Sie zuerst sich selbst! Der Management-Guru Peter F. Drucker gab, als er in einem Interview gefragt wurde, welchen Tipp er Führungskräften auf Grund seiner Erfahrung geben würde, die Antwort: „Erkenne dich selbst!“ Das stand schon über dem Tempel von Delphi. Selbsterkenntnis führt zur Lösung von Problemen. Ein Blick in den Spiegel (im übertragenen Sinne) ist dafür hilfreich. Der Spiegel ist das alltägliche Umfeld, die Mitarbeiter und Kollegen. Anstatt sich zuerst mit Fragen und Analysen über das scheinbar unmotivierte Verhalten von Mitarbeitern aufzuhalten, ist es viel effektiver, zuerst die eigenen Verhaltensweisen einmal zu betrachten und kennenzulernen. Stellen Sie sich dazu folgende Fragebeispiele:Bin ich selbst motiviert, das zu tun, was jetzt zu tun ist? Was stört mich am Verhalten meiner Mitarbeiter/Kollegen?Bin ich selbst begeistert von meinen Aufgaben/meiner Position?Wie verhalte ich mich?Bin ich offen für Neues?Übernehme ich Verantwortung?Setze ich mich dafür ein, wozu ich mich entschlossen habe? (Commitment?)Was verlange ich von meinen Mitarbeitern/Kollegen?Beantworten Sie sich diese Fragen ehrlich für sich selbst. Vergleichen Sie die Betrachtung mit einem Blick in den physischen Spiegel. Er zeigt nur das, was Sie ohne Spiegel nicht erkennen können. Der Spiegel ist nicht schuld, wenn Ihnen Ihr Spiegelbild nicht gefällt. Im übertragenen Sinne ist es ebenso: Akzeptieren Sie Ihr „Spiegelbild“, ob es Ihnen gleich gefällt oder nicht. Es geht dabei darum, (Selbst-) Erkenntnis zu gewinnen und den Umgang miteinander erfolgreich zu gestalten. Es geht nicht darum, dass oder ob jemand an etwas schuld ist. Am besten können Führungskräfte motivieren, die sich selbst und ihr eigenes Verhalten akzeptieren. Sie können selbstbewusst sein und respektvoll mit Mitarbeitern und Kollegen kommunizieren. So funktioniert Motivation. Diese Betrachtungsweise mag zunächst ungewöhnlich erscheinen. Sie erleichtert aber den Umgang miteinander erheblich. Sie ist ein Erfolgsfaktor für Gewinn und Lebensqualität. Eigenes Verhalten ist ein wesentlicher Baustein des Business + Life-Konzeptes und für ein erfolgreiches Selbstmanagement.MM

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