Maschinenbau diskutiert Energiewende

Ein Bombenräumkommando namens Energiewende

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Konkret fordert er ein Optionenmodell, bei dem auf der einen Seite kleine Genossenschaften und Privatleute mit kleinen Renditeerwartungen beispielsweise in den Neubau von Wind-Onshore-Anlagen investieren. Auf der anderen Seite ein Integrationsmodell, das risikooffen ohne Einspeisevergütung sowie vermehrt im Markt und damit im Wettbewerb stehend größerer Projekte voran bringen sollten. Als Beispiel führt Untersteller kapazitätsvergütete Wind-Offshore-Anlagen an. „Wir haben ambitionierte Ziele und der Maschinenbau ist eine der Schlüsselindustrien, um diese zu erreichen.“, richtet er sein Wort an die Teilnehmer.

Wie soll das Marktdesign aussehen?

Die Frage nach dem künftigen Marktdesign versucht Rainer Baake, Direktor Agora Energiewende, mit einer Forderung an die künftige Bundesregierung zu beantworten: „Das Thema ist hochkomplex, keiner durchschaut es wirklich, daher ist es heute einfach zu früh, sich auf ein Modell festzulegen. Wir brauchen einen Marktdesignprozess von der künftigen Regierung, der unterschiedliche Modelle durchrechnet.“ Investitionen in große konventionelle Kraftwerke zur Grundlastsicherung seien derzeit nicht in Sicht, auch nicht bei weiter sinkenden Rohstoffpreisen, wie durch den Shalegas-Boom in den USA zu erwarten seien.

Brown-out statt Black-out

Alf Henryk Wulf, Vorstandsvorsitzender Alstom Deutschland, erwartet in Süddeutschland eine Lücke bei der Stromversorgung, die aber nicht so dramatisch ausfalle, dass technische Vorsorgemaßnahmen ergriffen werden müssten. Es sei vielmehr auf sehr hohem Niveau notwendig, regelnd in die Netzstabilität einzugreifen. Die Netzbetreiber müssten heute schon sehr nah am Limit operieren und immer wieder einzelne Verbraucher vom Netz nehmen (Brown-out), um einen Zusammenfall des gesamten Netzes zu verhindern (Black-out).

Komplexität der Offshore-Anlagen unterschätzt

Hinderungsgrund für den zügigen Ausbau der Netze und Anschluss weiterer Offshore-Kapazitäten liegen laut einhelliger Meinung weniger an technischen Problemen als vielmehr am Widerstand von Bevölkerungsteilen.

Doch Martin Fuchs, Chef beim Netzbetreiber Tennet TSO, gibt zu dass „alle die Komplexität der Offshore-Anlagen unterschätzt haben“ und ärgert sich über die Berichterstattung, die sich über den fehlenden Anschluss einiger Windparks lustig gemacht habe: „Fakt ist: der Windpark um den es geht, war informiert, dass es Verzögerungen gibt. Es musste 2000 ferromagnetischen Anomalien, davon 1400 mit Unterwasserrobotern nachgegangen werden.

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