Paketabwicklung Ein kleiner Roboter bekämpft erfolgreich die Paketflut

Redakteur: Peter Königsreuther

Cleveron ist eigentlich ein estnischer Automatisierungsspezialist für große Einzelhändler. Doch mit einem platzsparenden Paketroboter will man nun auch auf kleine Betreiber zugehen.

Ein leistungsfähiger aber kompakter Paketroboter kommt aus Estland! Er heißt Cleveron 405 und gilt als Bezwinger der coronabedingten Paketfluten. Mit ihm steigen abe auch die Geschäftsmöglichkeiten.
Ein leistungsfähiger aber kompakter Paketroboter kommt aus Estland! Er heißt Cleveron 405 und gilt als Bezwinger der coronabedingten Paketfluten. Mit ihm steigen abe auch die Geschäftsmöglichkeiten.
(Bild: Cleveron)

Der neue Roboter namens Cleveron 405 kann bis zu 170 Pakete auf 1 m² Standfläche lagern, betont der Hersteller. Er ist ein echtes Self-Service-Gerät, das die Pakete in weniger als 10 s ausgibt, heißt es weiter. Der kleine robotische „Este“ sei aufgrund von Unternehmensanfragen entwickelt worden. Diese fungierten zwar schon als Paketübergabestellen für Logistikunternehmen und andere Einzelhändler, doch bisher sollen sie Schwierigkeiten gehabt haben, um die rekordverdächtigen Paketmengen in ihren kleinen Lagerräumen zu bewältigen. Das ist jetzt vorbei, verspricht Cleveron. „Wir sind zwar als Partner großer Einzelhändler bekannt, der Paketroboter für hohe Umschlagmengen anbietet“, macht Mihkel Ilp, COO des Unternehmens, klar. Doch nachdem das Coronavirus sich verbreitet habe, habe es immer öfter Anfragen bezüglich einer kleineren Alternative gegeben, die aber die gleichen Vorteile wie die größeren Roboter bieten soll.

Smartes Einlagerungssystem nutzt Lagerplatz bis auf den letzten Zentimeter

Paketübergabestellen, erklärt Ilp, verfügen in der Regel nur über einen kleinen Lagerraum. Als das Paketvolumen aufgrund des Online-Bestell-Booms rapide anstieg, war es platztechnisch bei vielen vorbei. „Wir sahen Bilder von Läden, die fast komplett mit Paketen vollgestopft waren. An das eigentliche Tagesgeschäft war so nicht mehr zu denken“, erinnert sich Ilp. Eine Lösung für das Dilemma musste her. Die Cleveron-Spezialisten begannen nachzudenken – mit Erfolg, wie man heute sieht.

Der Cleveron 405 wird, wie es weiter heißt, in vier Größen mit Grundflächen von 1,3 bis 1,8 m² erhältlich sein. Das größte Modell „schluckt“ bis zu 315 Pakete. Ilp erläutert, dass sich der erstaunliche, platzsparende Effekt durch das intelligente Lagersystem entfaltet, welches jedes Paket beim Einlegen vermisst. Die Pakete werden danach auf beweglichen Fächern gelagert, die sich der Pakethöhe anpassen können. So kann man jeden Zentimeter Platz nutzen. Das, so der COO, ist also nicht wie bei anderen Robotern mit festen Fächern, bei denen die Raumausnutzung schon mal suboptimal sein kann. Per Scanner werden die codierten Pakete einfach an einer Bedienkonsole eingelesen. Der Kunde kann seine Bestellung aber auch selbstständig abholen, indem er den Code auf seinem Smartphone scannt. Der Roboter gibt die gewünschte Bestellung über die Konsole in weniger als 10 s, betont Ilp.

Das erste Pilotprojekt läuft bereits in Europa

Der Cleveron 405 eignet sich für alle Unternehmen, die ihren Kunden etwas aushändigen müssen und dafür eine platz- sowie zeitsparendes System benötigen. Man denke an Paketübergabestellen, Tankstellen, kleine Verbrauchermärkte und Lager mit hochwertigen Artikeln. „Unser kleinster Roboter ist dafür die beste Unterstützung, um die Paketfluten effektiv in den Griff zu bekommen. Durch ihn rückt übrigens die Chance zu einer Geschäftserweiterung in greifbare Nähe, weil man neue Dienstleistungen anbieten kann, oder selbst zur Paketübergabestelle wird“, macht Ilp abschließend klar.

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