Werksentwicklung

Ein Masterplan für Materialfluss und Produktion

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Basierend auf den Quelle-Senke-Beziehungen der Materialströme und der vorhandenen Fixpunkte, wie etwa der Pressen, die nur mit einem erheblichen Kostenaufwand versetzt werden können, wurde das modulare Konzept entwickelt. Im ersten Schritt hat ILS die Transporte des Rohmaterials betrachtet. Die Anlieferung der schweren und sperrigen Coils erfolgt bis dato in einem externen Lager, das sich nicht auf dem Werksgelände befindet. Das verursacht erhebliche Kosten. Die Integration des Lagers für Rohmaterial beziehungsweise die Zwischenpufferung der Coils in der Nähe der Pressen ist deshalb ein Baustein des modularen Konzepts. Nahezu identisch verhält es sich mit der Entsorgung des bei dem Herstellungsprozess anfallenden Schrotts.

Integration der Schrottentsorgung in die Langfristplanung

Auch hier gibt es lange Einzelfahrten für Stapler, da je nach eingesetztem Blech beim Herstellungsprozess unterschiedliche Schrotttypen entstehen. Weil die ursprünglich geplante Fläche für den Schrottplatz zu klein geworden ist, erfolgt derzeit die Zwischenpufferung an dezentralen Standorten. Die Integration der Schrottentsorgung in die Langfristplanung ist ein wesentlicher Baustein für das modulare Konzept. Weitere zentrale Punkte sind die Überdachung des Leergutbereichs und des Schrottplatzes. Eine Erweiterung erfolgt im ersten Schritt unterhalb der vorhandenen Hallen, in den weiteren Schritten wird das Werk zur rechten Seite hin erweitert. Dabei wächst die Logistikfläche mit jeder Hallenerweiterung Schritt für Schritt mit.

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Über Ernst Umformtechnik

Die Ernst-Gruppe beschäftigt derzeit rund 600 Mitarbeiter an mittlerweile vier Standorten in Deutschland, Frankreich, den USA und China. Das 1970 von Egon Ernst gegründete Unternehmen beliefert unter anderen Kunden aus den Bereichen Automobilbau, Haustechnik, Maschinenbau, Medizintechnik, Umwelttechnik, Hausgeräte und Gerätetechnik. Trotz der internationalen Ausrichtung sind Entwicklung und Projektmanagement weiterhin am deutschen Stammsitz in Oberkirch zentralisiert. Mitarbeiter der Auslandsstandorte werden hier mit den standardisierten Ernst-Prozessen vertraut gemacht. So können globale Projekte an allen Standorten mit gleichbleibender Qualität und Effizienz umgesetzt werden.

So können kurze Wege zwischen dem Lagerort des Rohmaterials und den Pressen sichergestellt werden. Das Gleiche gilt für die Schrottentsorgung. Der Veredelungsprozess der Fertigprodukte beziehungsweise zum Teil auch weitere Montageschritte für den Kunden können ebenfalls auf der mitwachsenden Logistikfläche erfolgen. Nach dieser sogenannten Verlesung gehen die Teile im Kundengebinde in das ebenfalls geplante zentrale Hochregallager. Bei der modularen Erweiterung soll darauf geachtet werden, dass in der Endausbaustufe eine Umfahrung des L-Layouts des Werks und somit ein durchgängiger Fluss des Materials möglich ist.

Realisierung des neuen Konzepts soll kurzfristig erfolgen

Auf Grundlage des zu erwartenden Wachstums bei Umsatz und Material sowie der auf Basis der Prognosen durch ILS durchgeführten Flächenhochrechnung und der am Standort vorhandenen Freiflächen empfiehlt ILS eine Erweiterung des Standorts Oberkirch – und keinen Neubau eines Logistikzentrums auf der grünen Wiese. Im ersten Schritt sei die Erweiterung des Standorts in Richtung Süden durch die Halle empfehlenswert. Somit könne sichergestellt werden, dass der Fertigungsprozess nicht negativ beeinflusst wird. Im nächsten Schritt könne dann mit einer Restrukturierung des logistischen Layouts begonnen werden, auch ein Flächentausch sei durch diese Erweiterung möglich.

Ernst will die Realisierung zügig angehen. „Es besteht absoluter Handlungsbedarf“, so Ernst. „Denn mittelfristig wollen wir die Neustrukturierung von Produktion und Logistik weitgehend abgeschlossen haben.“ ILS wurde mit der Ausarbeitung der Feinplanung beauftragt. Die Detailplanungen für den ersten Erweiterungsschritt des modularen Konzepts starteten im Oktober 2014.

* Thomas Wöhrle ist freier Fachjournalist mit Sitz in 76137 Karlsruhe, Tel.: (07 21) 3 50 40-76, woehrle@logistik-presse.de

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