Robotik

Ein Roboter nimmt sich selbst wahr

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Um zu betrachten, welche Bewusstseinsformen in Hector stecken, stützen sich die beiden Wissenschaftler vor allem auf psychologische und neurobiologische Definitionen. Holk Cruse: „Ein Mensch besitzt demzufolge dann reflexives Bewusstsein, wenn er nicht nur wahrnehmen kann, dass er etwas erlebt, sondern darüber hinaus auch die Eigenschaft besitzt, erleben zu können, dass man gerade etwas erlebt. Reflexives Bewusstsein liegt also vor, wenn sich der Mensch oder ein technisches System sozusagen von außen betrachten kann.“

Roboter Hector beobachtet seine inneren Zustände

In ihrer neuen Untersuchung zeigen die Forscher einen Weg, wie reflexives Bewusstsein entstehen könnte. „Mit der neuen Software könnte Hector seine inneren Zustände, also gewissermaßen seine Stimmungen, beobachten und mit diesen Informationen sein Verhalten steuern“, sagt Malte Schilling. „Das Besondere ist aber, dass der Roboter durch unsere Software-Erweiterung auch die Fähigkeit besitzen wird, eine Annahme über psychische Zustände von anderen vorzunehmen. Er wird dann Absichten oder Erwartungen von Personen vermuten und dementsprechend handeln können.“ Das bedeutet laut Holk Cruse: „Er kann dann also überlegen: Was erwartet mein Gegenüber von mir? Und er kann sein Handeln danach ausrichten.“

Die Studie von Cruse und Schilling ist Teil der Online-Publikation „Open Mind“. Die Sammlung mit rund 2000 Seiten ist zum zehnjährigen Bestehen der Mind-Group erschienen und umfasst 39 Originalaufsätze von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Philosophie, Psychologie und Neuroforschung. Initiator und Mitherausgeber ist der Philosoph Professor Dr. Thomas Metzinger von der Universität Mainz. Die Edition ist frei verfügbar unter www.open-mind.net und erscheint zusätzlich als Buch.

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