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Bevor sich Feldbusse durchsetzten, wurde die dezentrale Peripherie bei Simatic S5 über Erweiterungsgeräte angesteuert, die an ein Zentralgerät angeschlossen waren. Aus einem Zentralgerät und mehreren Erweiterungsgeräten wurden so ganze Netzwerke aufgebaut. Die Migration eines solchen Netzwerks ist kostenintensiv, weil im Normalfall neben dem Zentralgerät auch die Erweiterungsgeräte getauscht werden müssen.
Alte Erweiterungsgeräte ohne zusätzliche DP-Slave-Anschaltungen anschließen
Simatic S7 bietet dazu eine interessante Alternative: Das Interface Module IM463-2 (Bild 2 – siehe Bildergalerie) wird im Zentralgerät der S7-400 betrieben, sodass existierende S5-Erweiterungsgeräte ohne zusätzliche DP-Slave-Anschaltungen an ein S7-400-Zentralgerät angebunden werden können. Über die Module lassen sich somit die vorhandenen Erweiterungsgeräte der Simatic S5 anbinden.
Mithilfe von Medienkonvertern können existierende Triaxialkabel-Netzwerke wie Sinec H1 an moderne Netze auf Basis von Industrial Ethernet/Profinet angebunden werden. Dafür sind im Produktportfolio der industriellen Kommunikationstechnik Simatic Net Medienkonverter der Scalance-Familie erhältlich, die zur kompatiblen Anbindung von elektrischen beziehungsweise optischen Netzwerken (Bild 3) dienen.
Die entsprechenden Kommunikationsdienste und Protokolle werden von Simatic S7 mithilfe von Kommunikationsprozessoren und von integrierten Ethernet-Schnittstellen unterstützt. Für Industrial Ethernet werden die ISO- und TCP/IP-Dienste basierend auf Ebene 4 (Transportebene) und zur kompatiblen Anbindung von Profibus die Protokolle Profibus-FMS, -FDL und -DP unterstützt.
Internet bietet Hilfe beim Retrofit von Steuerungen
Eine umfangreiche Sammlung von Dokumenten, Software, Tools und Handbüchern zur beschriebenen Migration gibt es im Internet unter Simatic Service & Support. Wie am Beispiel einer Migration von Automatisierungssystemen auf Basis von Simatic S5 zu S7 gezeigt wurde, stehen Anwendern heute zahlreiche Hilfen beim Retrofitting ihrer Anlagen zur Verfügung.
So bleiben die Umstellkosten überschaubar, das Risiko kalkulierbar – und bei Anlaufproblemen ein Zurückschalten auf die bisherige Lösung erhalten. Als Gewinn winken niedrigere Produktions- und Wartungskosten, das wirtschaftliche Einhalten von neuen Standards und die Zukunftssicherheit ihrer Investitionen.
Bernd Lieberth ist Technical Consultant bei der Siemens AG, Division Industry Automation in 90475 Nürnberg.
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