Warnende Studie! Eine Auslagerung von Stahl bringt nicht nur Milliarden an Verlusten

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Eine Verlagerung der deutschen Stahlproduktion ins Ausland wird, wie eine Studie zeigt, im Krisenfall milliardenschwere volkswirtschaftliche Verluste bedeuten, was aber noch nicht alles sein dürfte ...

Die Auslagerung der deutschen Stahlherstellung wird angesichts der Probleme der Branche bereits diskutiert. Wirtschaftsforscher haben mal analysiert, was das für Nebeneffekte haben würde. Das Ergebnis ist, dass ene Stahlauslagerung in vielerlei Hinsicht ein zu „heißes Eisen“ ist ...(Bild:  Thyssenkrupp)
Die Auslagerung der deutschen Stahlherstellung wird angesichts der Probleme der Branche bereits diskutiert. Wirtschaftsforscher haben mal analysiert, was das für Nebeneffekte haben würde. Das Ergebnis ist, dass ene Stahlauslagerung in vielerlei Hinsicht ein zu „heißes Eisen“ ist ...
(Bild: Thyssenkrupp)

Dass die Auslagerung der Stahlerzeugung für unsere Volkswirtschaft keine gute Idee ist, beweist eine Analyse von Wirtschaftswissenschaftlern der Universität Mannheim, die von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gefördert wurde. Demnach würden der deutschen Wirtschaft bis zu 50 Milliarden Euro jährlicher Wertschöpfungsverlust drohen, wenn sie ohne inländische Stahlproduktion in einen globalen Stahlschock gerate. Damit ist nach Aussage der Experten ein Szenario gemeint, bei dem große Stahlexporteure (etwa China) wegen geopolitischer Konflikte oder Lieferkettenproblemen ihre Ausfuhren nach Europa in kurzer Zeit erheblich einschränkten. Denn dann müssten nachgelagerte Branchen (Bauwirtschaft, Metallerzeugung, Maschinenbau, Elektrotechnik oder auch der Autosektor) erheblich mehr für Stahl bezahlen, so die Wissenschaftler. Diese Verteuerung würde automatisch die Produktion und damit die Wertschöpfung in diesen Sektoren verringern. Letztendlich schmälere es das Einkommen der privaten Haushalte, was schließlich die Binnennachfrage verringere.

Deutschland muss mindestens 40 Millionen Tonnen Stahl im Jahr erzeugen

Die Wirtschaftsforscher halten es langfristig für unerlässlich, eine Stahlproduktion von mindestens 40 Millionen Tonnen in Deutschland pro Jahr zu belassen, um den Bedarf verlässlich zu decken. Zum Vergleich dazu blickten sie auf das Jahr 2024, in dem in Deutschland rund 37 Millionen Tonnen Rohstahl erzeugt wurden. Die Hälfte der Zielmenge muss nach Ansicht der Studienautoren aber außerdem über eine möglichst CO2-arme Direktreduktion erzeugt werden. Die andere Hälfte sollte aus Stahlschrott kommen, der in Elektroöfen wieder zu Rohstahl wird. Die Forscher forderten in diesem Zusammenhang folglich auch mehr Investitionen in Anlagen für eine klimafreundlichere Stahlproduktion.

Wer die Industrie kaputt macht, riskiert einen Rechtsruck

Doch auch ein schleichender Niedergang der Stahlindustrie hätte wirtschaftliche und politische Folgen, merken die Studienautoren Tom Krebs und Patrick Kaczmarczyk an. Besonders betroffen wären dann stahlintensive Regionen, wie etwa Duisburg, Eisenhüttenstadt, Bremen oder bekanntlich auch das Saarland. Erfahrungen aus den USA und Großbritannien, die man bedenken sollte, wiesen außerdem darauf hin, dass ein wirtschaftlicher Niedergang in industriell geprägten Regionen oft rechtspopulistische Gruppierungen stärke. Eine Politik also, die zentrale Industrien einfach so aufgebe, handle nicht nur sträflich gegen die Wirtschaft und das Gemeinwohl, sondern auch gegen die demokratische Stabilität. Warten wir also ab, was zu diesem Thema am 6. November der Stahlgipfel von Bundeskanzler Friedrich Merz ergibt ...

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