Teilereinigung Einzelteilreinigung mit Kohlenwasserstoffen im Fertigungstakt
Die Teilereinigung komplexer Werkstücke mit nicht halogenierten Kohlenwasserstoffen lässt sich in automatische Fertigungslinien integrieren. Basis dafür ist die Einzelteilreinigung im Fertigungstakt, wie eine Teilereinigungsanlage zeigt, die in der Grundversion Injektionsfluten, Dampfentfettung und Vakuumtrocknung umfasst. Das Ergebnis ist eine hohe Werkstückreinheit bei kurzen Taktzeiten.
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Hohe Reinheitsforderungen bei kurzen Taktzeiten bringen die Inline-Einzelteilreinigung ans Limit ihrer Leistungsfähigkeit: Einerseits sind dafür Durchlaufanlagen mit technisch aufwändiger Reinigungs- und Fördertechnik erforderlich. Andererseits liefert dabei das Spritzverfahren nicht immer die gewünschten Ergebnisse.
Dieser Herausforderung hat sich nun der Anlagenhersteller Dürr Ecoclean, Filderstadt, gestellt und die Reinigung mit nicht hallogenierten Kohlenwasserstoffen (KW) für geometrisch komplexe Werkstücke erschlossen. Das Ergebnis ist die Reinigungsanlage Eco-C-Speed (Bild 1), bei der die Prozesse Injektionsflutwaschen, Dampfentfettung und Vakuumtrocknung im 40-s-Takt ablaufen.
Potenzielle Anwendungen dieser Anlage werden zum Beispiel im Motoren- und Getriebebau sowie bei Pumpen und Gehäuseteilen gesehen. Die Taktzeit von 40 s ermöglicht, dass der Anlagendurchsatz dem Fertigungstakt der jeweiligen Werkstücke angepasst werden kann.
Die Bestückung der einzelnen Arbeitskammern erfolgt zeitversetzt über ein an das Werkstück oder die Charge angepasstes Handlingsystem. Je nach Anwendung kann die Anlage mit einer unterschiedlichen Anzahl von Prozessmodulen ausgestattet werden.
Teilereinigung in Fertigungslinien oder direkt an Bearbeitungszentren
Die Basis dafür ist ein flexibles Anlagenkonzept, das sowohl die Integration in Fertigungslinien als auch die direkte Anbindung an Bearbeitungszentren zulässt. Die Werkstücke können dabei einzeln oder als Charge im Warenträger aus der Fertigung gereinigt werden.
Im Gegensatz zur Batch-Reinigung von Werkstücken mit komplexer Geometrie ist der technische Aufwand für das Teilehandling reduziert. So müssen die Werkstücke vor dem Injektionsfluten mit Tauchreinigung nicht in Warenträgern zu einer Charge zusammengestellt und danach vereinzelt werden.
Das erhöhe nicht nur die Wirtschaftlichkeit, so Dürr Ecoclean, sondern auch die Prozess-Sicherheit, weil die Gefahr einer Beschädigung durch unnötiges Handling ausgeschlossen sei.
Injektionsflutwaschen reinigt auch schwer zugängliche Werkstückbereiche
Für das Injektionsflutwaschen sind in der Arbeitskammer Düsenstöcke angeordnet. Über sie wird das Reinigungsmedium in die geflutete Kammer gepumpt, so dass die Werkstücke in das nicht hallogenierte Lösungsmittel eintauchen. Dadurch entsteht ein so genannter Whirlpool-Effekt, der laut Dürr Ecoclean eine besonders wirkungsvolle Reinigung ermöglicht – auch an schwer zugänglichen Werkstückbereichen, zum Beispiel Bohrungen und Hinterschneidungen.
Nach dem Injektionsflutwaschen folgt die Dampfentfettung und Vakuumtrocknung. Am Ende verlassen die Werkstücke trocken die Anlagen und können sofort weiterbearbeitet, montiert oder verpackt werden (Bild 2). Alle Prozesse finden unter Vakuumbedingungen statt, so dass spezielle Ex-Schutzmaßnahmen nicht erforderlich sind.
Teilereinigungsanlage mit fünf Prozessmodulen in der Grundversion
In der Grundversion ist die Anlage mit fünf Prozessmodulen ausgestattet. Sie sind für maximale Werkstück- oder Chargen-Abmessungen von 370 mm × 220 mm × 200 mm ausgelegt. Das Werkstück- oder Chargengewicht kann 30 kg betragen. Folglich erreicht die Anlage einen Werkstückdurchsatz von 2,7 t in der Stunde. Das sind bei einer Einzelteilreinigung stündlich 90 Werkstücke.
Wie bei allen Reinigungsanlagen von Dürr Ecoclean ist die Verrohrung aus Edelstahl, die Aufbereitungstechnik gehört zur Serienausstattung. Bei der Anlagenentwicklung wurde laut dem Hersteller ein wesentliches Augenmerk auf die Wartungsfreundlichkeit gelegt. So seien alle servicerelevanten Komponenten gut zugänglich. In der Grundversion hat die Anlage die Abmessungen von 7500 mm x 3500 mm x 3100 mm.
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