Energieeffizienz Energie und Geld sparen bei der Hallenbeleuchtung
Die Sonne scheint hell über das württembergische Öhringen, als der technische Leiter Matthias Frohberg den Besucher durch die Werkshallen von Durbal führt. Fenster und Hallendecken lassen viel Tageslicht herein, die künstliche Beleuchtung für die Mitarbeiter und Maschinen des Gelenkkopf-Herstellers ist jetzt auf 40% des Maximumx heruntergefahren. Das Unternehmen spart dadurch Energie und Geld.
Anbieter zum Thema
Das neue Beleuchtungskonzept mit modernen Hochleistungsreflektoren, eigener Regelung für jede Halle und aktueller Energiedatenerfassung ist das sichtbarste Ergebnis der Zusammenarbeit des mittelständischen Unternehmens mit einer professionellen Energieberatung. Nachdem sich die Investition bereits amortisiert hat, spart Durbal jedes Jahr rund 4000 Euro an Stromkosten. Insgesamt gibt das Familienunternehmen für die über 300000 Kilowattstunden (kWh) Strom rund 35000 Euro aus.
Energieeffiziente Beleuchtung lohnt sich
Die seit 1938 bestehende Durbal GmbH & Co. KG stellt Hochleistungs-Gelenkköpfe her. 40% der Produktion, die im Jahresschnitt rund 450000 Teile umfasst, gehen in den Export. Durbal liefert in nahezu alle Bereiche des Maschinenbaues. Kunden in Deutschland sind unter anderem der Druckmaschinenhersteller Heidelberg, der Spezial-Maschinenbauer Putzmeister sowie die Fahrzeugbauer Porsche und Daimler-Chrysler.
Als die Energieberatung BFE Institut für Energie und Umwelt, Mühlhausen bei Heidelberg, sich bei Matthias Frohberg vorstellte, plante dieser gerade den Umbau der insgesamt 4000 m2 großen Hallen, in denen täglich bis zu 3000 Rohlinge zu Hochleistungs-Gelenkköpfen für die Fahrzeug- und Maschinenbau-Industrie verarbeitet werden. „Die Lampen hingen kreuz und quer von den Decken, eine Vielzahl von Lichtschaltern machte eine bedarfsorientierte Steuerung des Verbrauchs unmöglich“, erinnert sich der Prokurist.
Wie hell muss es an den Arbeitsplätzen sein? Wie kann die Beleuchtung sinnvoll gesteuert und überwacht werden? Solche Fragen brachte Frohberg in die Zusammenarbeit ein. Nach entsprechender Analyse wurde auf Empfehlung des Beraters die Spezialfirma Wintermayr Energiekonzepte GmbH, Ulm, beauftragt, die die neuen Lichtbänder samt Stromversorgungsschienen installierte.
Teure Laststpitzen beim Stromverbrauch gekappt
In einer der Hallen baute das Unternehmen eine komplett neue Energieversorgung ein. Die dort vorhandene Trafostation wurde aufgetrennt, damit die Verbrauchsdaten zeitnah sowohl bei Wintermayr als auch am PC von Matthias Frohberg auflaufen. Der technische Leiter verfolgt nun genau, wie viel Strom die Maschinen und wie viel die Leuchtkörper verbrauchen, getrennt nach den drei Werkshallen.
Frohberg möchte die „Lastspitzen“ kappen, die die Stromrechnung deutlich verteuern. „Nach der Frühstückspause werden alle Maschinen zugleich hochgefahren“, hat er festgestellt. Eine Entzerrung der Pausenzeiten für die 55 Mitarbeiter (davon 40 in der Produktion) könnte Abhilfe schaffen.
Matthias Frohberg gab nach einer Analyse der Stromrechnungen grünes Licht für die Einholung von Alternativangeboten und folgte der Empfehlung, zum Lieferanten Ecoswitch, Crailsheim, zu wechseln. Ersparnis rund 3500 Euro im Jahr. Weitere 500 Euro brachte der Nachlass für die Ökosteuer auf Heizöl, den Durbal als produzierendes Gewerbe beanspruchen kann – „das hatten wir damals versäumt und erst aufgrund der Beratung entdeckt“, so Frohberg. Für ihn zeigt auch dieser Vorgang, dass Hilfe von außen sinnvoll sein kann: „Wir haben niemanden, der sich ständig mit dem Geschehen auf dem Energiemarkt und immer neuen Vorschriften befassen kann.“ MM
Thomas Krüger ist freier Journalist in 32425 Minden
Artikelfiles und Artikellinks
(ID:220824)